44-Jähriger stirbt fünf Wochen nach Absturz
„Sanduhren“ kosten Kletterer das Leben

Die Südseite der Maximilianswand bei Auerbach: Der Kletterer hatte eine von mehreren hier möglichen Routen benutzt. Er stürzte ab, weil zwei sogenannte "Sanduhren" abbrachen. Bild: ll

Auerbach/Neuhaus. Der Kampf der Ärzte war vergebens: Wie jetzt bekannt wurde, starb am Montag der 44-jährige Kletterer, der am 14. September gegen 19 Uhr von der bei Auerbach gelegenen Maximilianswand gestürzt war. Der Elektroinstallateur aus Neuhaus/Pegnitz erlag in der Uniklinik in Erlangen den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Töchter.

Der Mann war an jenem Mittwoch auf der Südseite der Wand in die 15 Meter lange Route "Sonnenkönig" (Schwierigkeitsgrad sechs) eingestiegen. Nach Informationen des Internetportals Frankenjura.com steckt der einzige Zwischenhaken dieser Passage in gut 13 Metern Höhe. Er diene zur Absicherung der schweren, überhängenden letzten Meter. Der Familienvater befand sich auf dem Weg dorthin. Da die Stelle vor dem Haken zwar gute Tritte, aber kaum Griffe biete, sei er ausgewichen und zwei Meter abgestiegen.

Hier habe er eine vorhandene sogenannte Sanduhrschlinge mit seinem Sicherungsseil belastet, um sich daran abzulassen. Doch plötzlich gab diese nach: Der Kletterer stürzte. Auch die darunter befindliche Sanduhr habe der Sturzbelastung nicht standgehalten und sei ausgebrochen. Der Sportler stürzte, so die Polizei, nahezu ungebremst aus 11,5 Metern zu Boden. Er zog sich dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Bergwacht-Kräfte aus Amberg und Lauf, die Auerbacher Feuerwehr sowie der Rettungsdienst samt Hubschrauber sorgten dafür, dass das Opfer in eine Unfallklinik kam. Nachzutragen bleibt, dass die beiden geborstenen Sanduhren zwei Tage nach dem Unglück durch zwei Klebehaken ersetzt wurden.
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