Allgemeine soziale Beratung der Caritas zieht eine Bilanz ihrer Arbeit in Auerbach
Meistens sind es Geldsorgen

Gut zu tun hatten die Berater der Caritas im vergangenen Jahr in Auerbach. Ein Drittel mehr Hilfesuchender nahm ihre Angebote in Anspruch. Dabei verschob sich der Anteil von Frauen und Männern gravierend.

Im Dekanatsrat gab Diplom-Sozialpädagogin Eva-Maria Meyer vom Caritasverband Bayreuth einen Bericht über die "Allgemeine Soziale Beratung" (ASB) im Raum Auerbach ab. Sie umfasst den persönlichen Bereich mit zwischenmenschlichen Beziehungen, finanziellen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Gegenstand sind auch die Sozialgesetze vom Arbeitslosengeld II über Grundsicherung und Wohngeld bis zum Bildungspaket.

Haupt- und ehrenamtlich


Diese Arbeit leisten bei der ASB Bayreuth drei Sozialpädagogen mit 68,25 Stunden, zwei Verwaltungskräfte mit zusammen 39 Stunden und die Leiterin des "Caritas-Shops" mit 30 Stunden. Sie kann im Sozialladen derzeit auf 22 ehrenamtliche Helferinnen zählen. Vier offene Sprechstunden werden in Bayreuth angeboten, je eine in Hollfeld, Pegnitz und Auerbach. Für Rentenberatungen können zeitnah Termine mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin vereinbart werden.

Flüchtlinge zu versorgen


Die Anzahl der beratenen Personen stieg deutlich an, und zwar von 973 auf 1486 im vergangenen Jahr. 804 Ratsuchende hatten einen Migrationshintergrund. Eine Ursache für den Anstieg um 33 Prozent liege in der Versorgung der Flüchtlinge mit Kleidungsgutscheinen, durch die Klärung von Zuständigkeiten und Weitervermittlung sowie durch die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen.

Besonders fiel der Anstieg bei den männlichen Ratsuchenden. Kamen 2014 noch 618 Frauen und 355 Männer in die Auerbacher Beratungsstelle, so ergab sich 2015 eine Nachfrage durch 698 Frauen und 788 Männer. Der Anteil der Alleinerziehenden wuchs um 19 Prozent.

1102 Gespräche drehten sich um finanzielle Schwierigkeiten, 241 um sozialrechtliche Probleme. In Sorge waren 167 Menschen wegen Arbeitslosigkeit und 162 wegen Krankheit. Verschiedentlich ging es auch um Krisen in Familie und Partnerschaft. Thematisiert wurden psychische Erkrankungen 117 mal, Behinderungen 80 mal, Schwangerschaften 21 mal und Schulden zweimal. In Fachberatungen wurde 366 Personen weitervermittelt.

Geschenke für Kinder


Direkte Hilfen erfuhren Bedürftige durch 968 Sach- und 292 Finanzleistungen. Kinder aus bedürftigen Familien bedachte die Caritas mit Osternestern, Schultüten, Weihnachtstüten und -päckchen. Senioren erhielten Gutscheine. Hilfe wurde in 2533 Fällen durch Beratung und Information geleistet; 476 mal wurden Anträge ausgefüllt und Briefe an Ämter geschrieben.

Stetig nimmt auch die Nachfrage nach Kuren und Erholungen zu. Erschöpften Frauen und ihren infektanfälligen Kinder vermittelte die ASB 79 Mutter-Kind-Kuren. Aus den Dekanaten Auerbach und Bayreuth genossen 19 Kinder Erholungsaufenthalte an der Nordsee, der Ostsee oder an der Märkischen Seenplatte. Drei Seniorinnen nahmen an einer 14-tägigen Fahrt teil.

Im Sozialladen "Caritas-Shop" werden täglich Sachspenden entgegengenommen, einsortiert und mittwochs ausgegeben. Ehrenamtliche wandten 5238 Stunden auf. Nach der Bedürftigkeitsprüfung stellten sie 21 589 Gutscheine im Wert von je einem Euro aus. Für die Helfer wurde ein Ausflug nach Waldsassen und ein Besinnungstag in Kirchenhrenbach organisiert.

Haushaltsgeräte und Brillen


Durch die Beschaffungshilfen der Caritas kamen Familien in Not zu drei Waschmaschinen, drei Trocknern, zwei Kühlschränken, sechs Brillen und einem Ofen im Wert von 6065 Euro.
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