Architekt stellt Pläne für Umbau des Spitals mit zwölf Wohneinheiten vor
60 barrierefreie Quadratmeter

Die Feuertreppe im hinteren Bereich des Spitals wird abgebaut und macht Balkonen und Terrassen Platz. Im Notfall kommt Hilfe über sogenannte französische Balkone mit bodenlangen Türen an der Giebelseite. Bild: swt

Zwölf barrierefreie Wohneinheiten, zwei davon rollstuhlgerecht, sollen im Spital-Gebäude in der Unteren Vorstadt entstehen. Die Pläne stellte Urban Meiller vom Büro der EM-Architekten am Mittwoch in der Stadtratssitzung vor.

Die kleinen Zimmer mit Nasszellen, die derzeit von Senioren bewohnt werden, gehen in vier Wohnungen mit je 60 Quadratmetern auf. Die Brandschutzvorgaben sowie die Haustechnik wurden bereits überplant. Eine Kostenschätzung liegt noch nicht vor, da die Befunde des Statikers fehlen. Auch das Landesamt für Denkmalpflege ist bereits informiert. Meiller dazu: "Hier gibt es keine größeren Vorgaben, da das Haus bereits mehrfach umgebaut wurde."

Französische Balkone


Das Treppenhaus im Spital bleibt. Der Lift entsteht dort; der bisherige Aufzugschacht wird geschlossen. An der Außenfassade entstehen einheitliche Fensterfronten. Abgebaut wird die Rettungstreppe am hinteren Gebäudeteil. Im Notfall können die Bewohner über die französischen Balkone an der Giebelseite evakuiert werden. Dahinter entstehen im Flur sogenannte "Save Rooms", die mit Brandschutztüren gesichert sind.

Jede Wohneinheit besteht aus Wohn- und Schlafzimmer, einer Küche und einem Bad. Die rollstuhlgerechten Wohnungen haben zusätzlich noch Raum für die Rollstühle und ein weiteres kleines Zimmer. Der große Spitzboden unter dem Dach wird nicht angetastet; hier wäre der finanzielle Aufwand für den Brandschutz zu groß.

Herbert Appl (CSU) fragte an, ob nicht mehr rollstuhlgerechte Wohnungen möglich seien. Dazu müssten aber die geplanten Einheiten verändert werden. Bürgermeister Joachim Neuß erinnerte daran, das man sich im Gremium auf die 60 Quadratmeter geeinigt habe. Hier noch einmal Veränderungen zu planen, würde heißen, dass die zwölf Einheiten nicht gewährleistet würden.

Dr. Edmund Goß (SPD) lobte die Planung und ergänzte aus seiner Erfahrung als Geriater, dass die Frage, ob jemand im Rollstuhl sitzt, nicht darüber entscheidet, ob er noch alleine wohnen kann oder in ein Pflegeheim muss. Er hielt die zwei Rollstuhlwohnungen für ausreichend. Ob der Aufzug für eine Rettungstrage breit genug werde, konnte der Planer nicht zusagen, aber das Treppenhaus biete den nötigen Platz dafür.

Parkplatzfrage muss warten


Helmut Zerreis (CSU) hakte nach, ob für die künftigen Bewohner genug Parkplätze zur Verfügung stünden. Dieser Frage müsse man sich stellen, wenn die Sanierung der Unteren Vorstadt im Straßenbereich anstehe, erklärte der Rathauschef.

Architekt Meiller betonte, dass Brandschutz, Funktionalität und auch Denkmalschutz berücksichtigt worden seien. Über Kosten könne er sich erst nach den endgültigen statischen Befunden äußern. Alle Stadträte stimmten dem Entwurf zu.

In der kommenden Woche sollen die Statiker eine weitere Bestandsaufnahme machen. Nach deren Auswertung wird die Planung noch einmal dem Stadtrat vorgelegt. Die Sanierung des Spitals und die Umwidmung in barrierefreie Wohneinheiten war von der Stadt in die Wege geleitet worden, nachdem der Caritasverband die Nutzung als Seniorenheim aufgekündigt hatte (wir berichteten).
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