Auerbacher Gärtnerei Roßbacher gestaltet Wagnerbeete in Bayreuth
Blumen für Brünhildes Erwachen und den Liebestod

Lila Goldlack, eine alte und robuste Sorte, wartet in Auerbach darauf, die Wagnerbeete der Landesgartenschau zu zieren. Christoph Roßbacher und Vater Georg freuen sich auf die Herausforderung. Bild: swt

15 000 Jungpflanzen und 6000 Blumenzwiebeln sind keine ungewöhnlichen Zahlen für eine Gärtnerei. Ganz anders sieht das aus, wenn sie zusätzlich zum Tagesgeschäft für Brünhildes Erwachen oder einen Liebestod gebraucht werden.

Eine stolze Menge an Blumen stellen Christoph Roßbacher und seine Mitarbeiter für die Landesgartenschau in Bayreuth bereit. Vier Beete entlang der Wilhelminenaue bepflanzt die Auerbacher Gärtnerei. Ob er da mitmachen will, musste der junge Gärtnermeister nicht lange überlegen. Vater Georg hatte er sofort überzeugt; Mama Gisela zögerte, schmunzelt der Juniorchef. "So eine Chance kriegst du so schnell nicht wieder, vor allem in der näheren Umgebung."

Nachdem auch die Mutter überredet und die Bewerbung angenommen war, holte sich der Gartenfachbetrieb die Unterlagen aus Bayreuth. Und schaffte Platz in den heimischen Gewächshäusern, in denen sonst Kübelpflanzen überwintern.

586 Quadratmeter misst der Zuständigkeitsbereich der Roßbachers auf dem Gartenschaugelände. In Anlehnung an die musikalische Geschichte Bayreuths heißt der Oberbegriff "Wagnerbeete". Sie tragen schwermütige Namen wie "Liebestod", "Brünhildes Erwachen", "Rheingold" oder "Baumgarten".

Blühdatum vorgegeben


Jedes der vier Beete hat Farbvorgaben. Brünhilde muss beispielsweise in weiß, hellgelb und rosé erwachen; Rheingold strahlt goldgelb und kupferfarben. Eine Landschaftsarchitektin bestimmte Pflanzen, Sorten, Topfgröße und das Datum, zu dem sie erblühen sollen.

Nach dem Setzen der Tulpenzwiebeln im Herbst warten nun die Jungpflanzen auf ihren Einsatz. Mitte September hat der Gartenbetrieb bereits alte Sorten wie Goldlack, Viola, Vergissmeinnicht und Gänseblümchen gepflanzt. Sie stehen im Gewächshaus bereit. In der ersten Aprilwoche werden sechs Mitarbeiter nach Bayreuth fahren und den Frühjahrsflor vorbereiten.

Saatgut wurde bereits von Hand in die Erde gelegt. Daraus sprießen Sommerblumen wie Zinnien oder Löwenmaul. Diese keimen zwei Wochen bei 18 bis 20 Grad. Die kleinen Pflänzchen stehen zwei bis drei Wochen auf der Aussaatplatte. Dann werden sie auseinander gesetzt - "Pikieren" heißt das in der Fachsprache.

In der Kalenderwoche 22 kommt der Sommerflor an die Reihe. Dazwischen müssen die Blumen im heimischen Gewächshaus "durchgezupft" werden. Welke Blätter werden entfernt, das Wachstum überwacht. Für die Pflanzung gibt es einen exakten Vorgabeplan: "Nach diesem arbeiten wir. Wir können dann genau sagen, wann etwa das Löwenmaul blüht." Extra angeschafft hat der Familienbetrieb eine gebrauchte Topfmaschine. "Was wir sonst per Hand in zwei Wochen topfen, schaffen wir jetzt in zwei Tagen", erklärt Seniorchef Georg Roßbacher. Das sei eine große Erleichterung gewesen.

Frühmorgens gießen


Eine Herausforderung wird die Pflege der Beete. "Wir müssen sie sauberhalten, düngen und natürlich auch gießen", erklären Vater und Sohn. Sollte der Sommer 2016 so heiß und trocken wie der vergangene werden, dann rechnet Christoph Roßbacher mit zwei bis drei Fahrten pro Woche nach Bayreuth allein zum Bewässern. "Dies soll natürlich am frühen Morgen oder abends geschehen, damit die Besucher der Gartenschau nicht belästigt werden."

Zusätzlich zu den Beeten werden die Roßbachers zwei Doppelgräber und drei Einzelgräber während des Jahres im Friedhofs-Schaugarten pflegen. "Drei Mal werden diese bepflanzt. Hier haben wir freie Wahl, was wir machen." Eine Fachjury für Friedhofsgartenbau bewertet diese Arbeit und vergibt Medaillen.
So eine Chance kriegst du so schnell nicht wieder, vor allem in der näheren Umgebung.Christoph Roßbacher
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