Auf der Suche nach einer neuen Nutzung
Bürgerspital stellt die Stadt vor eine Herausforderung

Die Frage nach der Sanierung und der weiteren Nutzung des Bürgerspitals verlangt heuer eine Antwort. Bild: swt

Alles andere als ein abendfüllendes Programm bot der Auerbacher Stadtrat am Mittwochabend seinen Zuhörern. Gerade einmal zwei Punkte standen auf der Tagesordnung für den öffentlichen Teil. In der Fragestunde gab es dann noch einen Nachschlag.

In nur sechs Minuten hakte der Stadtrat die beiden öffentlichen Punkte seiner ersten Sitzung in diesem Jahr ab. Einstimmig beauftragte er den Bauausschuss, die Vergabegespräche über die Planung für die obere und untere Vorstadt zu führen. Dazu werden die Sieger des Architektenwettbewerbs am Mittwoch, 3. Februar, in Auerbach erwartet. Einigkeit herrschte auch über den Haushalt der Spitalstiftung.

Er ist, wie Bürgermeister Joachim Neuß erklärte, noch ein "durchschnittlicher Haushalt gemäß den letzten Jahren". Allerdings stünden Veränderungen bevor. Der Betreiber des Seniorenheims, St. Hedwig, der Diözesancaritasverband Bamberg hat den Pachtvertrag zum 31. Dezember 2016 den Pachtvertrag aufgelöst. Eine bereits angedachte Sanierung des Bürgerspitals liege jetzt erst einmal auf Eis. So müsse die Stadt künftig selber Sorge tragen, wie mit dem Spital verfahren und wie die Satzung erfüllt werde, mahnte CSU-Fraktionssprecher Herbert Appl.

602 000 Euro Rücklagen


Im laufenden Jahr 2016 muss nun eine neue Nutzung gefunden und planerisch aufbereitet werden. Dies fließt sicherlich auch in die Planungen zur Vorstadt mit ein. Der Haushalt 2016 beinhaltet daher nur den allgemeinen Unterhalt des Vermögens der Stiftung. Die Schulden belaufen sich auf 131 000 Euro, dem stehen Rücklagen von 602 000 Euro gegenüber. Der Verwaltungshaushalt schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 89 500 Euro, im Vermögenshaushalt mit 25 000 Euro ab.

Michelfeld: Termin offen


Auf den öffentlichen Teil folgte wie gewohnt die Fragestunde. Uwe Ditz (CSU) wollte wissen, inwieweit eine bessere Verbindung zwischen Uferstraße und Siechen durch die Unterführung im Haushalt mit eingeplant sei. Bürgermeister Neuß erklärte, es sollten Details, an was es bei der Straße fehle, vorgelegt werden. Dann könnten sich Bauamt und Bauhof darum kümmern. Eine Einstellung in den Haushalt sei bei solchen kleineren Maßnahmen nicht vorgesehen.

Die verschobene Bürgerversammlung in Michelfeld - sie war ursprünglich für den 21. Januar angesetzt - beschäftigte Josef Lehner (CUU). Er wollte wissen, ob es bereits einen neuen Termin gebe. Außerdem mahnte er für die Bewohner in Gunzendorf und Ohrenbach eine Informationsveranstaltung über den Ausbau der Kreisstraße AS 43 an. Dem zeigte sich der Rathauschef nicht abgeneigt, zumal eine neue Bürgerversammlung noch nicht terminiert sei. Der Grund dafür: Die Kostenbeteiligung zum Hochwasserschutz in Michelfeld liege von den zuständigen Behörden immer noch nicht vor. Eine Versammlung zu diesem Thema mache so keinen Sinn.

"Beerdigung ist Privatsache"Martin Weiß hatte beobachtet, das die Feuerwehr kürzlich bei einer Beerdigung den Trauerzug absicherte. Er mahnte, die ehrenamtliche Arbeit der Floriansjünger nicht zu sehr zu beanspruchen: "Das hat mit der Feuerwehr nichts mehr zu tun."

Bürgermeister Neuß wusste von dieser Sache nichts. Für eine bevorstehende Beerdigung habe er jedoch eine elektronische Anfrage der Familie erhalten, ob die Feuerwehr den Zug absichern könne. Das habe der Pfarrer empfohlen. "Wir haben daraufhin erklärt, dass dies nicht Sache der Stadt sei. Eine Beerdigung ist eine private Veranstaltung." Herbert Appl (CSU) merkte dazu an, dass dies sicher auch nicht üblich sei. Sein Parteikollege Eugen Eckert erklärte, dass dieser einmalige Fall der Wunsch der Familie gewesen sei.


Gehen Stadträte etwa nicht baden?

Für einheitlich gestaltete Öffnungszeiten des Hallenbads machte sich Uwe Ditz stark. Um die Probe aufs Exempel zu machen, fragte er in die Runde, wer denn die aktuellen Zeiten kenne. Keine Antwort kam, weshalb der CSU-Mann davon ausging, dass sich keine Badnutzer unter den Stadträten befinden.Bürgermeister Joachim Neuß wies auf die Bekanntgabe der Öffnungszeiten durch Anschlag, auf der städtischen Website sowie in Printmedien hin. Er könne sich eine einheitliche Öffnungszeit durchaus vorstellen: "Das müssen wir prüfen." Es gelte, den Sportunterricht der Schulen sowie das Training der Schwimmsparte und der Wasserwacht zu berücksichtigen. (swt)
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