Ausgestopfter Dachs und Marder rufen Polizei auf den Plan, dann folgt die Überraschung
Viecherei um Tierpräparate

Anschauungs- und nicht wildes Entsorgungsmaterial: die Tierpräparate des Forstamtes, die für das Ferienprogramm der Stadt Auerbach gedacht waren und schließlich am Mittwoch auf dem Hof der Polizeiinspektion landeten. Bild: gf

Umweltfrevel! Ausgestopfte Kreaturen einfach mitten in der Natur entsorgt. Die Polizei sichert erste Spuren - unter anderem einen präparierten Dachs, einen Marder und die Decke eines Wildschweins. Doch dann nimmt der Fall eine wahrlich komische Wendung.

Merkwürdig mutete das Geschehen schon an, das sich vor den Augen einer aufmerksamen Spaziergängerin am Mittwoch gegen 9.20 Uhr abspielte. Die "Tatort-Szenerie": ein Feldweg in Auerbach zwischen der Bernreuther Straße und dem Stadtteil Welluck. Die Passantin nahm wahr, dass neben diesem Weg ein heller Pkw mit Amberg-Sulzbacher Zulassungsnummer parkte.

Plastikboxen entladen


Was die Frau danach sah, ließ sie hellhörig werden. Denn sie beobachtete, wie eine Unbekannte aus dem Auto etliche Plastikboxen entlud und diese etwa 15 Meter abseits der Fahrbahn auf einen Feldweg brachte. Unverzüglich informierte die Zeugin die Polizei.

Und nicht minder schnell nahm eine Streifenbesatzung der örtlichen Inspektion vor Ort die Fährte auf. Die Ordnungshüter kamen zunächst aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als sie die genannten Behältnisse aus Kunststoff genauer untersuchten. So stießen sie auf eine ganze Reihe von Tierpräparaten, Fellen, Geweihen und Knochen von verschiedensten Kleintieren. Darunter waren im Einzelnen ein ausgestopfter Dachs, diverse Kleinraubtiere, wie beispielsweise Marder, Greif- und Singvögel sowie Kleinsäuger. Zwei Felle stammen von einem Wildschwein und einem Fuchs. Auch zwei massive und frische Baumteile mit Biberverbiss lagen herum.

Die Beamten mussten davon ausgehen, dass sie bei der vermeintlichen Müllablagerung Bestände eines ehemaligen oder noch aktiven Jagdberechtigten oder schlichtweg eines Sammlers vor sich hatten. Dementsprechend liefen Ermittlungen in Richtung eines Umweltdelikts an und wurde die Suche nach der Identität der unbekannten Frau eingeleitet, die Gegenstände aus ihrem Pkw entladen hatte.

Fahndung abgeblasen


Doch dann kam während der folgenden Stunden die ebenso verblüffende wie überraschende Wende: Die Fahndung wurde abgeblasen, weil ein Anrufer der Polizei mitgeteilt hatte, dass die Ablagerungen zum Bestand des Bundesforstes gehören. Die Exponate sollten am Nachmittag innerhalb des Ferienprogramms der Stadt Auerbach Schulkindern vorgeführt und vorgestellt werden.

Damit wurden "sämtliche Ermittlungen der hiesigen Polizeiinspektion eingestellt", meinte dazu ein Beamter und ergänzte augenzwinkernd: "Die ausgestopften Tiere werden ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben." Das Vorhaben, das Ferienprogramm mit den präparierten Tieren bei der Polizeiinspektion stattfinden zu lassen, platzte kurzfristig.
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