Bei der Bürgerversammlung in Steinamwasser wird der Friedhof Gunzendorf zum Thema
Ideen für das zukünftige Bild gefragt

Der Friedhof in Gunzendorf ist idyllisch in Rasenflächen und unter Bäumen gelegen. Marode Wege und ein sich abzeichnender Platzmangel lassen die Stadt Auerbach an eine Neugestaltung denken. Dabei rücken auch eine Erweiterung und neue Bestattungsformen in den Vordergrund. Bild: swt

Der Friedhof in Gunzendorf findet viel Zuspruch. Idyllisch oberhalb des Dorfes gelegen, wirkt er mit Rasenflächen und Bäumen sehr naturnah. Allerdings wird er in absehbarer Zeit zu klein. Deshalb sind Ideen für sein zukünftiges Bild gefragt.

Gunzendorf. Zunächst schwebt den Verantwortlichen eine Modernisierung der alten Anlage vor. Eine spätere Erweiterung durch ein angrenzendes städtisches Grundstück scheint nicht ausgeschlossen. Ursula Barth, Landschaftsarchitektin aus Ohrenbach, stellte die Vorentwurfsplanung bei der Bürgerversammlung in Steinamwasser vor.

Marode sind vor allem die Betonmauern und die Stufen, die die einzelnen Grabfeldreihen in Hanglage fangen. Hier müsse dringend gehandelt werden. Ein neuer Zugang, zusätzlich zum bisherigen Haupteingang an der Aussegnungshalle, würde Luft verschaffen. Den optischen Eindruck könnte ein neues Pflaster zusätzlich aufwerten.

Als Besonderheit betrachtet Barth die Grabfelder im Rasen und unter Bäumen. Ihre Naturnähe könne durch kleine Hecken noch unterstrichen werden.

Auch über neue Bestattungsformen hat sich die Landschaftsarchitektin Gedanken gemacht. Urnengräber werden mehr und mehr gefordert. Die Nachfrage ließe sich durch Grabreihen im Rasenfeld oder Gemeinschaftsgräber mit Stelen für die Namen und Daten der Verstorbenen erfüllen. Gestalterisch käme auch eine Baumbestattung unter den schattigen Riesen infrage. "Wir werden nicht einfach den Friedhof erweitern und mit dem Bagger vorgehen", versicherte Bürgermeister Joachim Neuß den Anwesenden.

Eine Begräbnisstätte müsse mit Feingefühl betrachtet werden. Geschmack und Wünsche der Bürger wären aber vielschichtig, und deshalb müsse über Satzungsänderungen nachgedacht werden.

Neuß lud die Gunzendorfer ein, sich Gedanken zu machen und bei einer Ortsbegehung über die Einzelheiten zu sprechen. Die Sanierung werde jedenfalls in kleinen Schritten erfolgen. (Mehr zum Thema)
Wir werden nicht einfach den Friedhof erweitern und mit dem Bagger vorgehen.Bürgermeister Joachim Neuß


Vorerst bleibt's dabei: Kein landwirtschaftlicher Verkehr auf der B 470Schlechte Nachrichten gibt es für Bauern und Waldbesitzer: Die B 470 wird in Höhe Reichenbach nicht für ihre Nutzfahrzeuge freigegeben. Bürgermeister Joachim Neuß erläuterte die Hintergründe.

Das Staatliche Bauamt und die Regierung der Oberpfalz hätten eine steigende Bereitschaft erkennen lassen, Schilder mit dem Hinweis "Für den landwirtschaftlichen Verkehr frei" aufzustellen. Dies sei in Hessen und Nordrhein-Westfalen ebenso. Landrat Richard Reisinger hatte signalisiert, dafür zu unterschreiben.

Nach einer Prüfung habe sich herausgestellt, dass Reisinger persönlich haften müsste, sollte hier ein Unfall passieren. Aus diesem Grund zog er seine Zusage zurück. "Ich habe dafür vollstes Verständnis", betonte der Rathauschef. Eine andere Möglichkeit wäre, die B 470 abzustufen. Dann hätten aber auch Radfahrer Zugang zu dieser Trasse, die an dieser Stelle sehr gefährlich sei.

Im Moment sei also keine Lösung in Sicht, aber "Wir arbeiten daran. Wir wollen den Landwirt und seine schweren Fahrzeuge ja auch nicht in der Innenstadt passieren sehen." Druck auszuüben, wie von einigen Betroffenen in der Versammlung vehement gefordert, verweigerte Neuß: "Wir reden miteinander, wir üben keinen Druck aus!" (swt)

Steuereinnahmen auf Rekordhöhe

Auerbach. (swt) Am Rande der Bürgerversammlung in Steinamwasser kündigte Bürgermeister Joachim Neuß für den städtischen Haushalt in diesem Jahr Rekordsummen bei den Steuereinnahmen an. Fünf Millionen Euro werden an Gewerbesteuern erwartet, und 4,4 Millionen Euro dürften aus der Einkommensteuer in die Kasse kommen. Die Medaille habe allerdings auch eine Kehrseite. Die Kreisumlage werde auf 3,7 Millionen Euro steigen und die Schlüsselzuweisung sinken. "Wir haben einen soliden Haushalt in der Planung. Grund zum Jubeln gibt es aber nicht," kommentierte der Rathauschef. Die anstehenden Projekte verlangten umfangreiche Investitionen und müssten erst einmal finanziert werden.
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