Bewohner von St. Hedwig müssen tiefer in die Tasche greifen
Beitragsschock im Pflegeheim

Auf die Bewohner des Pflegeheims St. Hedwig kommt eine gewaltige Beitragserhöhung zu. Bild: Wiesent

Eine satte Beitragserhöhung steht den Bewohnern des Pflegeheims St. Hedwig in Auerbach ins Haus. Ab 1. März müssen die Patienten, beziehungsweise ihre Angehörigen statt 1345 Euro in Pflegestufe III 1895 Euro zu zahlen. Am 20. Januar wurden die Angehörigen in einer Informationsveranstaltung über die Beitragserhöhung informiert.

Die reguläre Ankündigungsfrist für neue Beiträge betrage vier Wochen, erklärt Friederike Müller, zuständige Bereichsleiterin beim Diözesancaritasverband. "Beim Caritasheim informierte der Träger die Bewohner und ihre Angehörigen sogar sechs Wochen vorher."

Bereits 2012 hatte der Diözesancaritasverband die Geschäftsführung für St. Hedwig in Auerbach übernommen. Im Auftrag des früheren Trägers, des Caritasvereins, überprüften die Bamberger Berater alle Abläufe in Pflege, Hauswirtschaft, Haustechnik und Verwaltung. Dabei konnten Verbesserungen umgesetzt werden. Diese Maßnahmen führten zur besseren wirtschaftlichen Situation und der Belegung des Hauses, erklärt Friederike Müller.

Wirtschaftlich arbeiten


Seit 1. Januar 2015 ist der Diözesancaritasverband in Bamberg der Träger von St. Hedwig. Müller erklärte auf Anfrage der SRZ, dass Bamberg wirtschaftlich arbeiten muss und deshalb eine neue Kalkulation der Pflegesätze unumgänglich war. "Die Festlegung der Preise im Alten- und Pflegeheim kann nicht vom Träger nach eigenem Gutdünken festgelegt werden".

Die Entgelte werden vom Träger anhand der tatsächlichen Kosten für ein Jahr berechnet und dann beim zuständigen Sozialhilfeträger und den Pflegekassen eingereicht, so Müller. Es folgt eine detaillierte Prüfung und anschließend die gemeinsame Vereinbarung. Dabei werde vor allem darauf geachtet, dass die wirtschaftliche Betriebsführung ermöglicht wird. Das heißt im Klartext, die tatsächlichen Kosten, wie Personalkosten oder Sachaufwand müssen über die Entgelte refinanziert werden. Dies war in St. Hedwig zuletzt nicht mehr gewährleistet, unterstrich Müller. 2013 sei der Pflegesatz zuletzt erhöht worden.

Höhere Personalkosten und die Verbesserung der Personalschlüssel waren Gründe für eine Kostensteigerung, die als Ursache für die Pflegesatzanhebung mit verantwortlich ist. Seit 2012 sind die Gehälter um gut zwölf Prozent gestiegen. Müller betont aber auch, dass ein verbesserter Personalschlüssel den Bewohnern zugute komme. Es könne mehr Personal eingesetzt werden. Mehr Zeit für die Bewohner sei die Folge, das Personal könne entlastet werden. Das senke den Krankenstand, und die Mitarbeiter seien zufriedener.

Höherer Eigenanteil


Müller verwies auch darauf, dass sich der Eigenanteil jedes Bewohners erhöhe, wenn die Pflegesätze zum 1. März steigen. Dabei sei die Leistung der Pflegekasse von der Pflegestufe abhängig. Ob die Renten für diese Erhöhung ausreichten, sei nach Ansicht der Bereichsleiterin so nicht zu beantworten, da die Renten ja unterschiedlich seien und der Eigenanteil je nach Pflegestufe ermittelt werden müsse.

Sollte die Rente nicht ausreichen, könne Sozialhilfe beim Regierungsbezirk beantragt werden. Bei Fragen stünden Heimleiter Mathias Stiegler und die Mitarbeiter der Verwaltung von St. Hedwig hilfreich zur Verfügung.

Hintergrund1994 wurde das von Stadtpfarrer Johann Ritter erbaute Caritasheim generalsaniert und erweitert. Derzeit sind 97 Pflegeplätze mit Einzel- und Doppelzimmern, die auf drei Wohnbereiche verteilt sind, verfügbar. Im angeschlossenen Bürgerspital können die Bewohner allerdings nur noch bis Ende des Jahres bleiben, dann wird dieses geschlossen. Der Diözesancaritasverband hat den Vertrag mit der Stadt Auerbach gekündigt. (swt)
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