Der Versuch läuft - 250 Teilnehmer sollen es sein [Aktualisierung]
Kickern für den Weltrekord

 

"Schwach wie eine Flasche leer" schimpfte Giovanni Trapattoni einst über einige Kicker beim FC Bayern. Solchen Ärger kennt Gerhard Raß nicht. Kein Wunder - in seinem Kicker sind alle Flaschen voll.

Auerbach/Nitzlbuch. Ein kreativer Kopf ist Gerhard Raß schon immer gewesen. Viel hat er aus Holz und Metall gebaut, auch im Eigenheim in Nitzlbuch. Mit seinen Freunden vom Stammtisch "Leningrad Cowboys" und "Vom Ding her" hat er sich mehrfach an der Kulmbacher Bierwoche beteiligt und bereits 2008 mit einem Bierflaschenkicker den Festzug bereichert. Am heutigen Samstag legt Raß einen drauf und strebt mit einigen Helfern einen Weltrekord an - im Bierflaschenkickerspielen.

Schon großes Interesse


Kulisse ist das 60-jährige Jubiläum des Sport-Clubs Glückauf Auerbach am Wochenende. Hier hofft der zweifache Familienvater auf mindestens 250 Spieler, die abwechselnd zehn Minuten am Kicker ihr Glück versuchen. Sollte es gelingen, wäre der außergewöhnliche Spielapparat mindestens zehn Stunden im Einsatz.

Etwa 100 Interessierte haben sich im Vorfeld sicher angemeldet. Freunde aus Münster, Pirmasens und Hamburg werden anreisen und mitkickern. "Ich habe 40 Vereine, Gruppierungen, Stammtische und auch Parteien inklusive Bürgermeister Joachim Neuß eingeladen", erklärt uns Raß beim Besuch in seiner Garage, wo das Familienauto derzeit dem roten Kicker weichen musste.

Jeder ist willkommen


Jeder, der Zeit und Lust hat, soll vorbeikommen, ermuntert Raß. Kinder und Jugendliche dürfen auch mitspielen. Es wird ein extra Zelt vor dem Sportheim aufgebaut, in dem sich der Rekordversuch abspielen wird. Hier werden die Registrierungen angenommen. Sitzecke, Bar und Musikanlage sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

"Wir werden am Samstagmorgen um 10 Uhr beginnen. Es sollen immer vier Personen gleichzeitig kickern, Spielzeit fünf bis zehn Minuten, je nach Anzahl der Spieler, die gerade vor Ort sind", erklärt Raß.

Seiner Rechnung nach müssten gegen 20 Uhr die 250 Spieler erreicht sein. Solange Leute da sind, die noch nicht genug haben, geht es anschließend weiter. Wie lange, wird spontan entschieden. Für Jugendliche kommt der Schlusspfiff um 22 Uhr.

Die Idee zu einem Weltrekordversuch kam Raß bei einem Fernsehauftritt mit einem seiner früheren Kicker. Dort traf er einen Weltrekordschiedsrichter, der ihm den Gedanken "einpflanzte". Der SC Glückauf Auerbach war begeistert von der Anfrage und bot sein Jubiläums-Wochenende als Kulisse an.

Jetzt hoffen Raß und seine Frau Sandra sowie die Helfer natürlich auf viele Teilnehmer. In sozialen Medien und im Radio wurde bereits eifrig Werbung betrieben.

Alkoholfrei spielt gegen HellEs ist der vierte Kicker, den Gerhard Raß mittlerweile eigenhändig gebaut hat. Der Erstling mit Kulmbacher Flaschen ist verschenkt, zwei weitere gingen nach Leipzig und an eine andere Brauerei. Mit dem roten Exemplar hat sich nun die Paulanerbrauerei in München das mögliche Rekordgerät gesichert.

17 Bierkästen hat Raß verbaut; dazu 0,33-Literflaschen, beklebt mit gelben und roten Etiketten. Gelb für alkoholfrei, rot mit "Stoff". Die Münchner Brauer haben extra eine Grundplatte mit ihrem Brauereilogo und der Silhouette der Stadt München anfertigen lassen.

Viel hat Raß getüftelt, um die richtigen Halterung aus massivem Metall zu entwickeln. Die Flaschen sind in stählerne Ringe eingelassen. Gefüllt werden sie mit Bauschaum. Aber nicht mit handelsüblichem Material, das Luft braucht, um aufzuquellen. Eine spezielle Komponente kommt dazu. Geht bei einem heiß umkämpften Spiel mal eine Flasche zu Bruch, bleiben die Scherben am Schaum kleben: "So gibt es keine Sauerei und keine Verletzungsgefahr."

Rund 100 Stunden Arbeit stecken im Kicker. Paulaner hat schon mal einen Lastwagen voll Material abgeliefert. Gerhard Raß hatte im Vorfeld mehrere Brauereien angeschrieben, ob sie Interesse an einem Gerät hätten. (swt)
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