Derzeit kaum Aussicht auf eine durchgreifende Veränderung an der Staatssstraße 2162
Drei Wege führen nach Ranna

Der Linksabbiegespur, die das Staatliche Bauamt im Bereich der drei Einfahrten bei Ranna anlegen will, gaben die Besucher der Ortsversammlung keine großen Chancen, die Raser an dieser Stelle zu bremsen. Bild: cs

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Bei den Bürgern in Ranna richtet sie sich auf die Situation an der Staatsstraße mit drei Einfahrten in den Ort. Das Warten auf Besserung hat bei einer Info-Veranstaltung der Stadt am Montag zwar nicht den Todesstoß, aber einen Dämpfer bekommen.

Ranna. Hindernisse von allen Seiten lassen nur wenig Spielraum für große Maßnahmen. Dennoch will das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach die Situation an der Staatsstraße 2162 bei Ranna verbessern, wenngleich es bei den drei Einfahrten bleiben wird.

Der zuständige Abteilungsleiter im Straßenbauamt, Bauoberrat Stefan Noll, begründete diese Situation aus der historischen Entwicklung heraus. Eine der drei Zufahrten zu schließen, ist Noll zufolge gescheitert. Aus Sicht der Verkehrssicherheit wäre die Schließung der dritten Einfahrt gut, was sich aber nicht verwirklichen lasse. In jedem Fall solle sie zumindest kompakter gestaltet werden.

Tempolimit schon gegeben


Ein Kreisverkehr drängt sich aus Nolls Sicht an dieser Stelle mit ihrer einseitigen Bebauung nicht auf. Ein Tempolimit sei durch die angebrachten Ortsschilder bereits gegeben, wobei auch eine Überwachung stattfinden müsste.

Auf wenig Gegenliebe bei den Bürgern stießen die vom Straßenbauamt vorgeschlagenen zwei Linksabbiegespuren. Bürgermeister Joachim Neuß sah darin zwar ein ordnendes Element, das Auffahrunfälle vermeiden helfe. Die Einwohner fürchteten dagegen, dass der Raserei Vorschub geleistet werde, wenn Geradeausfahrer dann das Gaspedal noch tiefer treten könnten. Der Einbau von Hürden scheidet für eine Staatsstraße aus.

Oft werde das Tempo aber auch überschätzt, gab Neuß zu bedenken. Das habe sich beispielsweise bei Messungen in Gunzendorf gezeigt. Er versprach aber, zweimal über jeweils vier Wochen - im November und zum ausklingenden Winter - messen zu lassen.

Bürgermeister geständig


Manche versprachen sich auch etwas von einem Hinweis "Radarkontrolle" unter dem Ortsschild. Ein solcher Zusatz habe im benachbarten Königstein durchaus Wirkung gezeigt.

Nicht selten kämen die Temposünder übrigens aus den Reihen der Einheimischen, gab der Bürgermeister zu bedenken. Und er gestand, sich selbst auch schon bei Überschreitungen ertappt zu haben. "Fremde halten sich meist an die gebotene Geschwindigkeit."

Für eine generell verbreiterte Fahrbahn fehlt es in Ranna an Grund und Boden. Als erschwerenden Umstand verwies der Vertreter des Straßenbauamtes auf das Wasserschutzgebiet. "Unsere Intention war, den Einmündungstrichter nachzurüsten", bekräftigte Noll.

In jedem Fall werde für die Zufahrt zur Rauhensteiner Straße eine kleinere Version mit weniger Asphalt vorgesehen. "Wenn die Bevölkerung Rannas die Linksabbiegespur nicht will, bleibt dem Freistaat eine Menge Geld gespart." Auch Bürgermeister Joachim Neuß versprach sich durch eine Linksabbiegespur eine Entzerrung.

"Unbeliebt machen"


Für die Haupteinfahrt in Richtung Mosenberg soll ein optischer Fahrbahnteiler verhindern helfen, dass Kurven geschnitten werden. Das große Problem stellt sich mit der mittleren Einfahrt, die das Bauamt am liebsten dicht machen würde. Bürgermeister Neuß dazu: "Aber wir brauchen sie für den Schulbus, denn ohne Einweiser darf ein Bus nicht rückwärts fahren." Das Ziel müsse es sein, sie durch eine geringere Breite, ein Pflaster und leichte Hürden unbeliebt zu machen.

Anlieger sahen bei einer Pflasterung die Gefahr von mehr Lärm. Gegenvorschläge waren ein verkehrsberuhigter Bereich mit Spielstraße oder ein Schild "Nur für Busse". Im Mai 2017 wird man erneut zusammen kommen. Bis dahin will die Verwaltung alle Vorschläge für eine Verbesserung der Einfahrtsituation prüfen.

Wenn die Bevölkerung Rannas die Linksabbiegespur nicht will, bleibt dem Freistaat eine Menge Geld erspart.Bauoberrat Stefan Noll


Fremde halten sich meist an die gebotene Geschwindigkeit.Bürgermeister Joachim Neuß
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