Doppelt so viele Einsätze wie im Vorjahr
Wehr wird dringend gebraucht

Auch wenn das Jahr 2015 ohne Brandeinsätze blieb, musste die Feuerwehr Nitzlbuch 18-mal ausrücken und damit mehr als doppelt so oft wie im Vorjahr. Für 3. Bürgermeister Norbert Gradl der Beweis, dass die Wehr ganz andere Aufgaben übernehmen muss und dringend gebraucht wird.

Nitzlbuch. Von Verkehrsunfällen, Beseitigung von Sturmschäden, Hilfeleistungen für Rettungsdienst und technischer Art, Absicherung bei Sportveranstaltungen und Martinsumzug bis zu Verkehrssicherung und Brandschutz bei der Bergwerksweihnacht reichte die Palette der Anforderungen an die 35 Aktiven, darunter drei Feuerwehrfrauen. Die Hauptversammlung lief im Dorfzentrum.

Um Lösungen bemüht


Die Verkehrsabsicherung auf Maffei wäre ohne die Unterstützung der Wehren aus Auerbach, Michelfeld, Ranna, Ranzenthal und Zogenreuth nicht zu bewältigen, unterstrich Kommandant Wilfried Heberl. Die Neumitglieder waren auch in Lehrgänge, modulare Truppmannausbildung, 13 Übungen sowie drei Funkübungen eingebunden.

Als Übungsobjekt für die Alarmübung, ausgerichtet von der Feuerwehr Auerbach, stand das Unternehmen Gosselin im Industriegebiet Leonie zur Verfügung. Mit seinem Dankeschön an die Stadt verband Heberl auch die Anerkennung an Bürgermeister Joachim Neuß. Dieser sei stets auch um Lösungen bemüht, um unerwartet Ausrüstungsgegenstände auszutauschen.

Revue passieren ließ Vorsitzender Manfred Lindner das Jahr 2015 aus der Sicht des Feuerwehrvereins, der insgesamt von 65 Mitgliedern getragen wird. Elf Ausschusssitzungen waren erforderlich zur Koordination von Terminen und Veranstaltungen unter Mitwirkung der Wehr. Als Höhepunkt wird der Tagesausflug nach Bamberg in Erinnerung bleiben. Dickes Lob galt Pfarrer Dieter Putzer für die Organisation.

Mitglieder ausgezeichnet


Enttäuscht war der Vorsitzende über die magere Beteiligung der Bürger an der Aktion der Wehr als Beitrag zum richtigen Umgang mit Feuerlöscher und Brandmelder im Oktober. Mehr Interesse wünscht sich der Vorsitzende heuer an der Jahresabschlussfeier.

Die Ehrung langjähriger Mitglieder stand im Mittelpunkt. Ludwig Lutz brachte es auf 65 Jahre, davon 29 Jahre als Vertrauensmann und 31 Jahre als Ausschussmitglied.

Als Urgestein der Nitzlbucher Wehr wurde Hubert Albert für 60 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Über 27 Jahre, so lange es die Gesundheit erlaubte, betreute der Gerätewart den Fuhrpark, dem Ausschuss blieb er bis 1994 treu. "Die Fahrzeuge der Wehr sind ihm stets vorgegangen, dann erst kam der eigene Manta unter die Dusche", erinnert man sich in Feuerwehrkreisen. Nachgereicht wird die Auszeichnung für 55 Jahre Mitgliedschaft an Georg Lehner.

Nach fünf Jahren Amtszeit als 2. Kommandant stellte er sich als Löschmeister in den Dienst der Wehr bis zum Ausscheiden aus Altersgründen. Über 30 Jahre wirkte er im Ausschuss mit. "Sie alle haben den Verein mit geprägt", galt dem Trio über 92 Jahre Vereinsführung die Anerkennung.

Prüfungen bestanden


Für die erfolgreiche Ausbildung für Wissenstest und Leistungsprüfung konnten Johannes Kugler und Julian Wallner das Abzeichen in Bronze entgegennehmen, Lukas Lindner hatte sich den Anforderungen der Stufe II (silber) gestellt.

"Es wurde Beachtliches geleistet", stellte 3. Bürgermeister Norbert Gradl heraus. Kein Brandeinsatz im letzten Jahr - das zeige, dass die Wehr ganz andere Aufgaben übernehmen müsse und dringend gebraucht werde. Wichtig seien auch gesellschaftliche Bedeutung und die Kameradschaftspflege.

Kreisbrandmeister Hans Sperber lobte die beeindruckenden Leistungen einer Wehr dieser Größe. Hauptthema 2015 in den Wehren und auch später sei der Digitalfunk. "Ab April erfolgt die Umstellung!"

Als eine gute Sache fand der KBM die Feuerlöscher- und Rauchmelderaktion der Nitzlbucher Wehr und bescheinigte: "Eine gut funktionierende Wehr, nicht nur bei Einsätzen."

Funk-Umstellung im MittelpunktIn seiner Terminvorschau verwies Kommandant Wilfried Heberl auf den Maschinisten-Wiederholungslehrgang am 9. April. Des Weiteren soll mit allen Auerbacher Wehren eine gemeinsame Einweisung in den Digitalfunk stattfinden (Termin noch nicht bekannt). Die bisherigen Funkgeräte bleiben aber noch bis 2020 in den Feuerwehr-Fahrzeugen.

Die Anregung von Roland Schleicher für eine gemeinsame Bestellung von Rauchmeldern (2017 Pflicht auch für Privathaushalte) wurde diskutiert. Vorsitzender Manfred Lindner befürchtet allerdings Schwierigkeiten aufgrund der vielen Fabrikate. Eventuell will man nochmals die Aktion mit Feuerlöscher/Brandmelder für die Bevölkerung anbieten.

Gerhard Lindner sprach die Einsätze bei Sturmschäden an. Allein am 31. Januar des Vorjahres musste die Wehr drei Mal ausrücken, um Bäume von der B 85 (bei Sackdilling) zu beseitigen. Wegen möglicher gefährlicher Situationen forderte er künftig eine Straßensperrung, "bevor Kameraden Schaden an Leib und Leben nehmen." (cs)
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