Dr. Emeka Ani spricht beim Dekanatsglaubenstag über seine Erfahrungen
Die Kirche aus der Sicht eines Migranten

Dr. Emeka Ani (Vertreter des Bundespastoralrats der Katholiken anderer Muttersprache) und Dekanatsratsvorsitzender Herbert Appl (rechts) bei der Sitzung des Dekanatsrats. Bild: sck

Auerbach/Pegnitz. Unter dem Motto "Den Glauben bezeugen in der Welt von heute" waren neben den Mitgliedern des Dekanatsrats, der Seelsorgebereichs- und Pfarrgemeinderäte auch die Religionslehrer, Lektoren, Kommunionhelfer und alle interessierten Gläubigen zum Glaubenstag des Dekanats Auerbach eingeladen.

Aus Nigeria


Bei der Zusammenkunft handelte es sich um eine Fortsetzung des vor einigen Jahren von der Bischofskonferenz initiierten Dialogprozesses über die Situation der Kirche in Deutschland. Für das abendliche Treffen hatte man Dr. Emeka Ani als Referenten ausgewählt. Er ist Psychotherapeut, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er stammt aus Nigeria und lebt bereits seit einigen Jahren in Deutschland und wohnt jetzt in Frankfurt.

Dr. Ani ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Vertreter des Bundespastoralrats der Katholiken anderer Muttersprachen. Vor Ort vertritt er die katholischen Christen und Migranten. Er sprach über seine Meinung zur Katholischen Kirche in Deutschland aus der Sicht eines Migranten. Gleichzeitig sollte er seine Erfahrungen mit der relativ jungen Kirche in Nigeria beleuchten. Begonnen wurde der Glaubenstag mit einem Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche, zelebriert von Dekan Markus Flasinski. Gedanken zum Fest des heiligen Diakons und Märtyrers Vinzenz brachte Diakon Franz-Josef Reck nach dem Evangelium ein.

Im Pfarrheim definierte anschließend Dr. Emeka Ani in seinem Referat die christliche Geschwisterlichkeit als die Verbundenheit im Glauben. Aus seinen Beobachtungen zur religiösen Praxis in Deutschland heraus monierte er, dass das Glaubensleben in Deutschland nachlässt. Als wichtig erachtet er einen "Ruck von innen und außen".

Extrem unter Druck


Dieser Ruck könne auch durch die aktuelle Situation um die Migranten entstehen. Die Kirche in Afrika stehe durch den Extremismus stark unter Druck, erklärte Dr. Ani. Gerade aus dem Enthusiasmus der Migranten aus der jungen Kirche Afrikas könne die Kirche Deutschlands in christlicher Geschwisterlichkeit durch die Verbundenheit im Glauben zumindest einen äußeren Ruck erfahren. Auf der Basis seiner Ausführungen ergaben sich in der mit rund 30 Teilnehmern überschaubaren Gruppe rege weiterführende Gespräche.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.