Es möge nie geschehen
Evakuierungsübung in der St.-Johannis-Klinik

Die echten Patienten der Auerbacher Klinik waren im Vorfeld über die Übung informiert und für deren Dauer in andere Zimmer verlegt. Ihre Rolle übernahmen bei der Evakuierung der Akut-Geriatrie Statisten. Bilder: swt (2)

Die Pläne gibt es schon lange. Doch Papier ist geduldig. Eigentlich möchte auch keiner wirklich aus der Schublade holen müssen, was da drinsteht. Deshalb der Lackmustest: eine Großübung

Alle verfügbaren Einsatzkräfte wurden am Samstagnachmittag an die St.-Johannis-Klinik beordert. Als um 13.20 Uhr die Sirenen heulten, lautete die Meldung: Brand in der Akut-Geriatrie, 26 Patienten zu retten, zwei werden vermisst. Das ließ natürlich bei den zuständigen beiden Feuerwehren und allen Rettungskräften den Adrenalinspiegel nach oben schnellen.

Angestoßen hatte diese Übung die Klinik selbst, um den Ernstfall auch für Mitarbeiter und das Pflegepersonal zu proben. Das Ziel: eventuelle Schwachstellen ausmachen. Schnell war ein Großaufgebot an Atemschutz-Geräteträgern aus Auerbach, Michelfeld und Königstein vor Ort. Die Drehleiter, das SEG-Fahrzeug (Schnelle Einsatzgruppe) aus Sulzbach-Rosenberg, Rettungswägen von ASB und BRK sowie knapp 100 Einsatzkräfte waren binnen weniger Minuten vor Ort.

Starke Rauchentwicklung


Der Brandschutzbeauftragte der Klinik, Ingo Freiberger, hatte das mögliche Geschehen als Übungsszenario geplant. Der Pegnitzer ließ in sieben Patientenzimmern einen möglichen Brand ausbrechen, starke Rauchentwicklung inklusive. Als Erstmaßnahme waren deshalb noch vom Pflegepersonal feuchte Tücher vor die Türen gehängt worden, um den Rauch etwas abzuhalten. Mehr können und konnten sie nicht tun, bevor professionelle Hilfe eintraf.

Koordiniert vorgehen


Für die hieß es dann, Lage erkunden. Und schon drangen die ersten Feuerwehrkräfte unter Atemschutz in die Klinikgebäude vor. Im hinteren Bereich wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, der Löschangriff sollten von oben über die Terrasse, über die auch die Evakuierung läuft, erfolgen. Die Wehren aus Auerbach und dem Umland legten derweil Leitungen, sorgten für die Wasserzufuhr und brachten auch schon erste Verletzte auf Tragen aus dem Gebäude.

Die große Wiese vor dem Krankenhaus diente als Sammelplatz. Dort kümmerten sich ASB und BRK um die Erstversorgung, meist wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung. Als Einsatzleiter koordinierte Kommandant Sven Zocher aus Auerbach die Abläufe, nach einer guten Stunde hieß es: alle Verletzten gerettet, Patienten evakuiert.

Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandmeister Hans Sperber und Kreisbrandinspektor Peter Deiml beobachteten die Übung. Letzterer betonte, dass bei einer Alarmierung dieser Größenordnung auch landkreisübergreifend gearbeitet werde, so dass im Ernstfall durchaus auch Kräfte aus Pegnitz und Kirchenthumbach angefordert werden könnten. Bei der Abschlussbesprechung zeigten sich alle Beobachter zufrieden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.