Evangelische Bücherei saniert
Genügend Lesestoff

Die neuesten Bücher warten in der evangelischen Bücherei auf ihre Leser, und das Ganze sehr ansprechend präsentiert. Bilder: swt (2)
 
"Die neu sanierte evangelische Bücherei ist jetzt sicherlich ein Aushängeschild der Christusgemeinde", ist sich Carola Schuralew sicher.

Endlich ist es soweit, Leseratten dürfen sich freuen, denn die evangelische Bücherei in der Bahnhofstraße öffnet wieder ihre Türen. Frisch saniert, präsentiert sich diese Bereicherung des Auerbacher Kulturangebots nun hell, freundlich und mit mehr Platz.

Schon beim Eingang fällt das neue Logo mit den Öffnungszeiten an der modernen Glastür auf. Dahinter begrüßen die Mitarbeiter die Leser an einer neuen Theke aus hellem Holz. Überhaupt fällt auf, dass die neuen Räume frisch wirken, große Fenster sorgen für ausreichend Licht. Hingucker ist sicherlich der gut 30 Quadratmeter große Lesebereich um die Ecke. Hier lockt ein hellgrünes gemütliches Sofa mit gedämpfter Beleuchtung zu ruhigen Schmökerstündchen, an der Wand gegenüber warten ausreichend Romane und Geschichten zum Reinlesen. "Das ist mein Lieblingseck", gibt Carola Schuralew beim Rundgang zu und zeigt zwei ihrer Lieblingsbücher.

Neu sind in der Bibliothek auch der Computer und die modernen Ausweise. Mit der Sanierung hat die Bücherei auf elektronische Ausleihe umgestellt. Rund 2500 Medien wurden bisher mit einem Scanner eingelesen und im BVS-System erfasst, erklärt die langjährige Leiterin der Bücherei, Carola Schuralew. Das sei gar nicht so einfach, nach zwei Stunden Computerarbeit sei das Programm deutlich verlangsamt und erschwere die Arbeit.

Norbert Herold hat sich mit dem System vertraut gemacht und die ehrenamtlichen Mitarbeiter geschult. Zuvor hatten diese aber erst einmal damit zu tun, rund die Hälfte des Altbestands der Bücherei auszusortieren. "Teilweise wegen Überalterung, aber auch wegen wenig Nachfrage und natürlich wegen Abnutzung", so Schuralew über die Vorgehensweise und die Kriterien, nach denen aussortiert wurde.

Danach wurden neue Bücher angeschafft. Den Schwerpunkt legt die Bücherei auf die Kinderabteilung. Aber auch die Auswahl an Romanen und Sachbüchern ist umfangreich. Neu sind auch Zeitschriften im Angebot. Die Auswahl derer dürfen die Besucher treffen, aus dem reichhaltigen Fundus können sie sich beliebte per Umfrage aussuchen, dann wird entschieden, welche fest in den Bestand kommen.

Viel Arbeit gab es und gibt es für die ehrenamtlichen Helfer, die auch die Leseausweise selbst drucken und laminieren. Heike Herold, Richard und Konrad von Niedner, Corinna Bader, Silke Schreier, Anne Vierhuff, Elke Krohse, Katrin Schmidt und Barbara Schuster gehören zum Ausleihteam. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf während der Öffnungszeiten. Diese sind wie schon in der alten Bücherei dienstags von 18 bis 20, freitags von 16 bis 18 und am Sonntag von 10.30 bis 11.30 Uhr. "Dann haben die Gottesdienstbesucher Gelegenheit, nach der Messe in der Bücherei zu schmökern."

Auch im Hintergrund arbeiten Ehrenamtliche, die sich um Veranstaltungen und Sponsoren oder die Dekoration kümmern. Und sie alle haben noch reichlich zu tun, bevor die Bücherei am Sonntag 13. März, eröffnet wird. Mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr beginnt der feierliche Tag, dann gibt es einen Empfang in der Bücherei, hinterher hat die Öffentlichkeit bis 16 Uhr Gelegenheit, zu schauen und zu lesen. Die Jahresgebühr kostet einzeln fünf, Familien sind mit zehn Euro im Jahr dabei.

Eine Konkurrenz zur Stadtbücherei St. Johannes im Bürgerhaus sieht Carola Schuralew nicht. Im Gegenteil, sie hofft auf eine "befruchtende und ergänzende Zusammenarbeit mit regem Austausch." So könnte man sich in der Anschaffung der Bücher gemeinsam beraten, damit nicht alles doppelt vorhanden ist.

Eine Zusammenarbeit im Bürgerhaus hatte sich die Stadt 2009 gewünscht. Damals stand zur Debatte, katholische und evangelische Bücherei eventuell gemeinsam an den Unteren Markt ziehen. Der evangelische Kirchenvorstand hatte dies einst mit der Begründung abgelehnt, dass die Bücherei ein Markenzeichen und Aushängeschild der Christusgemeinde sei, erklärte seinerzeit Pfarrerin Helga von Niedner. Durch einen Umzug ins Bürgerhaus, würde man "ein Stück evangelisches Profil" aufgeben.
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