Garten in Ohrenbach
So prächtig wie ein schöner Urlaubstag

Gertraut Barth mit Tochter Ursula (links) in ihrem meisterhaft angelegten Garten in Ohrenbach.
 
Auch das jüngste Familienmitglied der Barths hat seinen Spaß daran, die Wege zwischen den Beeten als Abenteuer-Rennstrecke zu benutzen. Bilder: swt (2)

Zum Tag der offenen Gartentüre am Sonntag, 26. Juni, macht auch die Familie Barth in Ohrenbach ihre Tore auf. Seit 1957 besteht der Bauernhof dort, Gertraud Barth hat in der aktiven Zeit der Landwirtschaft vor allem Gemüse angebaut. Zu entdecken gibt es viel.

Ohrenbach. Tochter Ursula, ausgebildete Landschaftsarchitektin, die ihre Ausbildung in Weihenstephan gemacht hat, kehrte 2009 nach Ohrenbach zurück. Da hatten die Barths die Landwirtschaft aufgegeben. Nun wollte die Tochter gerne den großen Garten verändern. Und brachte ihre ganze Erfahrung als Landschaftsplanerin mit ein. Entstanden ist nun ein Garten im Cottage-Stil, der an die englischen Vorbilder erinnert. Dabei ist der Garten von Ursula und Gertraud Barth aber weit entfernt von englischem Rasen und akkuraten Beeten.

Unempfindliche Arten


Vielfarbige Stauden bevölkern die geschwungenen Rabatten, hier haben die Gartenliebhaber vor allem auf unempfindliche Arten gesetzt. In den rauen Wintern müssen der blaue Storchschnabel oder der Frauenmantel schon mal Frost aushalten. Und der kalkhaltige Juraboden ist ebenfalls nichts für empfindliche Pflänzchen. Gertraud Barth hat viel ausprobiert, pflanzt die Stauden eng, damit sich das Unkraut nicht so wohl fühlt - da wächst auch schon mal der Rhabarber neben einer blühenden Zierstaude. "Natürlich müssen wir dennoch Unkraut zupfen", schmunzelt sie, die in ihrem Reich aufgeht.

Kartoffeln und Erdbeeren


Kreuzförmig kann man das Areal an den Beeten betreten, ähnlich einem alten Klostergarten. Dort findet man Gemüsebeete, in denen die Kartoffeln und die Erdbeeren wachsen, flankiert von selbstgezogenen Buchsreihen.

Aber auch Ursula Barth hat dem Garten ihren Stempel aufgedrückt. Nicht nur gestalterisch, sondern vor allem durch die überall zu findenden duftenden Rosen. Besonders die alten Sorten haben es ihr angetan. "Die sind unempfindlicher, haben intensivere Düfte und eine besondere Ausstrahlung." Dicht gefüllte Blüten in pink oder rot, ein Rambler in sonnigem Gelb, an Ecken, an Rundbögen, am Zaun oder am Pavillon auf dem schönen Sitzplatz, der am Rand des Gartens zum Verweilen einlädt.

Gespritzt werden muss auch hier nicht, Rosenrost oder Blattläuse machen kaum Probleme.

Schon Mama Gertraud hat viele Rosen gepflanzt, Ursula weiter experimentiert. Die 44-jährige Mama eines dreijährigen Sohnes hat sogar ein Buch über Duftrosen geschrieben, das erst kürzlich erschienen ist.

Auch bei den Barths sind mehrere Sitzplätze am und im Garten entstanden. Alle sind mit buntem Pflaster belegt. Granit, in verschiedenen Größen, Klinkersteine oder hier und da eine bunte Fliese harmonieren wunderbar zum alten Bauernhaus. Sie sind eingerahmt von bunten Rosenbüschen.

Großer Walnussbaum


Vor dem Eingang zum Haus beherrscht ein großer Walnussbaum das Ambiente, hier möchte Ursula Barth noch irgendwann die alte Pflasterfläche mit Wasser beleben. Und am Zaun sticht ein rotlaubiger Holunder ins Auge, der rosa angehauchte Blüten hat. "Ein Holunder gehört zu einem Bauerngarten", erklären die Barths, sie haben sich für eine üppig wachsende rote Sorte entschieden. Das der Garten trotz aller Blumen und Gemüse- oder Obstpflanzen auch ein Riesenspielplatz sein kann, das führt Sohn Konstantin vor. Der nutzt die Wege in und um die Beete zum Laufradfahren und Toben. Und auch Hündin Rusty fühlt sich pudelwohl. "Besonders gerne buddelt sie manchmal frisch gesetzte Pflanzen wieder aus."

Cottage-Garten


"Ein Garten ist zum Leben da, ein Garten braucht Zeit und er verändert sich von Tag zu Tag. Und er muss zur Familie passen", so Ursula Barth. Die neue Mode der steingefüllten Rabatten gefällt ihr gar nicht. Berät sie neue Hausbesitzer zur Anlage eines Gartens, dann macht sie sich erst ein Bild von der Familie, vom Haus und der Umgebung. "Was wollen die künftigen Gärtner nutzen? Wie viel Arbeit soll der Garten machen? Worauf legen sie besonderen Wert?"

Wer sich Anregungen holen möchte, der ist zum Spaziergang durch den Cottage-Garten in Ohrenbach bei den Barths am 26. Juni ab 10 Uhr eingeladen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Garten (97)Ohrenbach (2)Barth (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.