Hans Eisend feiert am 3. Juli in Auerbach die 40. Wiederkehr seiner Primiz
„Weil ich die Berufung spürte“

Nach der Weihe zum Diakon stellten sich Hans Eisend und seine Familie mit der Tante Kuni - der Oberlehrerin Kunigunde Friedrich (rechts) - zum Erinnerungsfoto vor dem Bamberger Dom auf. Bilder: Archiv Weber (2)
 
Nach einem Gottesdienst am 4. Juli 1976 auf dem Auerbacher Marktplatz spendete der Neupriester Hans Eisend den Primizsegen.

Anfang Juli 1976, Auerbach schwitzt bei glühender Hitze. Das Bürgerfest kommt erst bei Nacht so richtig in Fahrt. Trotzdem ist der Marktplatz am Sonntag schon frühmorgens wieder picobello sauber, denn es gibt noch einen besonderen Anlass zu feiern.

Mit einem Dankgottesdienst in der Kirche seiner Heimatpfarrei Auerbach begeht Pfarrer Hans Eisend die 40. Wiederkehr seiner Priesterweihe und Primiz. Zur Messfeier am Sonntag, 3. Juli, um 10.30 Uhr in St. Johannes der Täufer sind die Gläubigen eingeladen.

Am 26. März 1949 kam der angehende Jubilar in der Oberen Vorstadt, sozusagen im Schatten der Friedhofskirche St. Helena, zur Welt. Er war das älteste von sechs Kindern der Eheleute Georg (gest. 2006) und Anna Eisend, geb. Friedrich (gest. 2004), die bis 1983 eine Landwirtschaft betrieben. Hans Eisend machte sein Abitur in Forchheim, wo er das Gymnasium vom Seminar des Klosters der Redemptoristen aus besuchte. Danach trat er in das Priesterseminar in Bamberg ein. Sein Studium in Bamberg und Freiburg schloss er mit dem Diplom in katholischer Theologie ab.

Vorgänger Konrad Ringl


Nach der Pastoralausbildung wurde er am 14. Dezember 1975 im Bamberger Dom zum Diakon geweiht. "Weil ich die Berufung spürte", wie er später sagte. Am 27. Juni 1976 folgte, zusammen mit sechs weiteren Kandidaten, die Priesterweihe. Es war die letzte, die Erzbischof Josef Schneider (reg. 1955 bis 1976; gest. 1998) vollzog. Der auch aus Auerbach stammende Konrad Ringl (gest. 2015; 1966 bis 1997 ebenfalls Pfarrer in Schnaittach) war 1955 bei der ersten Priesterweihe von Erzbischof Josef dabei.

Kirche und Stadt empfingen den Neupriester Hans Eisend am Freitagabend, 2. Juli 1976, traditionsgemäß am Bürgerspital in der Unteren Vorstadt. Pfarrer Johann Ritter (gest. 1986), Bürgermeister Emil Kreuzer (gest. 1990) und Erich Popp (gest. 1992) als stellvertretender Landrat und Vorsitzender des Pfarrgemeinderates hießen ihn willkommen. Unter den Klängen der Knabenkapelle zog die Gemeinde in die Pfarrkirche zu einer Andacht.

Am Samstag und Sonntag feierten die Auerbacher ein großes Bürgerfest. Zum Primizgottesdienst war der Marktplatz am Sonntagmorgen wieder vollkommen sauber. Wie üblich wurde der Primiziant von seinem Elternhaus abgeholt und zum Marktplatz geleitet. Dort fand bei sengender Hitze der Gottesdienst statt.

Sturm auf dem See


Zusammen mit dem Neupriester zelebrierten ihn unter anderem Fritz Hilbert, der 1973 geweiht worden war, sowie die ehemaligen Auerbacher Kapläne Hermann Dauer (1970 bis 1986), Willi Durmann (1962 bis 1964) und Reinhard Stauch (1970/71). Der Redemptorist Josef Schwemmer, der ein Jahr nach Eisend ausgeweiht wurde, stand als Diakon mit am Altar. Dr. Dietmar Bader, damals Studentenseelsorger in Freiburg, ging in seiner bemerkenswerten Ansprache auf das Primizbild ein. Es zeigt eine Buchillustration aus dem 11. Jahrhundert zum "Sturm auf dem See" (Markus 4, 35-41).

Priester-StationenNach kurzer Aushilfstätigkeit in seiner Heimatpfarrei Auerbach war der junge Geistliche Kaplan in Höchstadt/Aisch (1976 bis 1980) und in Nürnberg St. Josef (1980 bis 1987). Seine erste Pfarrstelle trat er 1987 in Adelsdorf an, wo er zuletzt auch dem Dekanat Höchstadt vorstand.

Seit 1. September 2004 ist Hans Eisend Pfarrer in St. Kunigund Schnaittach und Leitender Pfarrer des Pfarreienverbundes Bühl, Kirchröttenbach und Schnaittach. "Da is nimmer so weit nach Auerbach!" meint der heute 67-Jährige, der oft ins Familienanwesen kommt und in seiner Heimatstadt Gottesdienste feiert, unter anderem in der Friedhofs- und in der Pfarrkirche.
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