Hauptversammlung der Jägerkameradschaft Auerbach
Wildbret: „Mehr Bio geht nicht“

Ehrungen bei der Jägerkameradschaft mit (von links) Dr. Heinrich Krodel, Konsul Günter Späth, Max Weindler, Emil Schießer, Eberhard Wild, Susanne und Dieter Graf sowie Vorsitzender Dieter Möller. Bild: Schleicher

Die demografische Entwicklung bringt auch für die Jägerschaft Probleme mit sich. "Wir Alten müssen modern denken", hieß die Aufforderung des alten und neuen Vorsitzenden Dieter Möller bei der Hauptversammlung an die Waidmänner. Einhellige Zustimmung gab es für die komplett neu ausgearbeitete Satzung.

Die Jagd werde immer noch geprägt und bestimmt von den Alten, sie wollen diese immer noch ausüben wie vor 50 Jahren. "Aufeinander zugehen" ist das Gebot der Stunde, so Möller, der auf ein Jahr voller Aktivitäten Rückschau hielt. Mit Beifall wurde seine dazu erstmals begleitende Fotoserie aufgenommen. Nach alter Tradition gab das Bläserkorps, erstmals unter Leitung des Hornmeisters Markus Toesko, im Dorfzentrum in Welluck den Auftakt zur Hauptversammlung mit Hegeschau.

Hubertusmesse und Bergwerksweihnacht haben sich inzwischen zu einer Institution entwickelt. Die gute Ware am Grill stellt sich immer mehr als beste Werbung für die hiesige Jagd heraus. "Da gibt es Leute aus Nürnberg, die sich jeweils schon lange Zeit vor der Maffeiweihnacht auf die Wildsau freuen." Aber auch die Wildwurst ist begehrt. Trotz der vielen Arbeit, die damit verbunden ist, herrsche eine tolle Stimmung in der Truppe.

Unter Öffentlichkeitsarbeit listete Möller auch den Kochkurs für Wildbretzubereitung und die Vorstellung des Schulkalenders in der Aula der Dr.-Heinrich-Stromer-Schule mit Ulrich Schomann als Referent auf. Zu den Highlights gehörte die Teilnahme am Neujahrsempfang beim BJV in München. Vertreten war der Verein durch den Vorsitzenden auch beim Landesjägertag in Kulmbach. Die Aussage des BJV-Präsidenten Dr. Jürgen Vocke, dass nicht die Jagd die Gesellschaft beeinflusst, sondern die Gesellschaft die Jagd, sei vielen nicht bewusst. Auch vor der Tatsache, dass 72 Prozent der Bevölkerung in der Stadt lebten, viele davon in Hochhäusern, und oft der Bezug zur Natur fehle.

Bläser mit Sympathie


Deshalb sollten auch die Hegeschauen nicht nur die blanken Gehörne bedeuten, sondern das Wildbret vor dem Hintergrund des Mottos beim Landesjägertag "Jagd, die schmeckt" unter Hinweis auf "Heimat Food" - mehr Bio geht nicht" ins Bewusstsein rücken. Deutlich wurde auch, dass die Bläser als Sympathieträger geschätzt sind und inzwischen ein hoher Frauenanteil in der Jägerschaft zu verzeichnen ist. Bewegung gibt es derzeit beim Jagd- und Waffenrecht, "abwarten" sei angesagt. Ein Loblied auf das Wildbret kam von Sternekoch Alexander Herrmann als Gast beim Landesjägertag. Der Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, signalisierte: keine Änderung des Bayerischen Jagd- und Waldgesetzes. "Jagd, Kultur, Natur sind eine Einheit."

Schießreferent Ulrich Schomann griff kurz verschiedene Themen auf, darunter die Magazinkapazität und Gesetzesänderungen, die auf eine bundesweit einheitliche Jägerausbildung und -prüfung abzielen, die Wildbrethygiene, die Bleiminimierung und die Forcierung des jagdlichen Übungsschießens. "Schalldämpfer waren im letzten Jahr ein heißes Thema", inzwischen habe man praktische Erfahrungen sammeln können. "Die Hoffnung auf ein angenehmeres Jagen ist voll aufgegangen."

Als Vorankündigung verwies Schomann auf das Frühjahrsanschießen am 30. April von 9 bis 12 Uhr in Sulzbach-Rosenberg. Ausgeschossen wird dabei eine Ehrenscheibe. Schatzmeister Max Weindler konnte von einem Plus in der Kasse berichten. 300 Euro gingen als Spende an die BR-Benefizaktion "Sternstunden".

Verschiedene Gründe wie die Eigenständigkeit des BJV, Regelung des Datenschutzes und veraltete Schreibweise (juristische Formulierungen) zwangen laut Vorsitzendem zu einer komplett neu verfassten Satzung. "Jetzt ist sie wasserdicht". Auf dieser Grundlage lief auch die Neuwahl per Akklamation.

Ehrenmitglieder ernannt


Zu Ehrenmitgliedern wurden Ludwig Götz und Emil Schießer ernannt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft im BJV wurde Konsul Günter Späth ausgezeichnet. Das Hundeführerehrenzeichen in Gold konnte Max Weindler entgegennehmen. Mit einem Präsent dankte man für langjähriges ehrenamtliches Engagement Eberhard Wild als Hornmeister sowie Tierarzt Dieter Graf und Gattin Susanne, die seit drei Jahren Messungen und Untersuchungen von Wildschweinen auf Verstrahlung durchführen.

NeuwahlenEinstimmig und für vier Jahre wurden per Blockwahl in den Geschäftsführenden Vorstand gewählt: Vorsitzender Dieter Möller, 2. Vorsitzender Dr. Heinrich Krodel, Schriftführerin Margarete Fuchs, Schatzmeisterin Sabine Grüner-Eisenhut. Beisitzer sind Max Weindler, stellvertretender Schatzmeister Hubert Bachmann, Schießreferent Ulrich Schomann, Beauftragter für Natur-, Umwelt- und Tierschutz Roland Schleicher.

Der Beirat setzt sich zusammen aus dem Medienbeauftragten/Datenschützer Benno Küffner, Hornmeister Markus Toesko, Pressesprecher Ivo Berger und Biber-/Luchsbeauftragtem Herbert Bachhuber. Als Kassenprüfer fungieren Fritz Aron und Klaus Sulek. (cs)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.