Jägerkameradschaft zieht Bilanz
Mit Alphorn statt Büchse

Über die von Ernst Lehr gestiftete Ehrenscheibe konnte sich Vorsitzender Dieter Möller freuen. Bild: cs

Was immer auch an Aktivitäten im vergangenen Halbjahr von der Jägerkameradschaft Auerbach und Umgebung geschultert wurde, es passte. Das freute bei der Herbstversammlung nicht nur Dieter Möller, dem rundum zufriedenen Vorsitzenden.

Lediglich die bei der Hauptversammlung im April in enger Absprache mit dem BJV und unter dessen Rechtsaufsicht verabschiedete neue Satzung sorgte für Unmut. Umso mehr als man von einer "wasserdichten Satzung" ausgegangen ist. Aufgrund der beim Registergericht und BJV plötzlich aufgekommenen Zweifel müsse man hinterfragen, "ob das, was die Juristen beim BJV mir angeraten haben, wirklich wasserdicht war", so Möller.

Die "Rechtsbürokratie"


Nach Verabschiedung der Satzung am 12. Mai dieses Jahres und Weiterleitung an das Registergericht nahm die "Rechtsbürokratie", wie er sagte, ihren Lauf: Die Satzung samt Kritik wurde am 24. Mai vom Registergericht an die Jägerkameradschaft übersandt und von ihr wiederum an den BJV weitergeleitet.

Dessen Antwort und Stellungnahme gingen am 16. Juni beim Vorsitzenden ein, am 1. August erfolgte eine Stellungnahme durch den Rechtsausschuss an das Registergericht, das wiederum in der Antwort am 9. August um die Einarbeitung von zwei Ergänzungen (betreffend Zweck und Aufgaben sowie Haftungsschäden) bat. Bei der Abstimmung signalisierten alle Mitglieder ihre Zustimmung. Als Höhepunkt ist den Beteiligten wieder die Rotwildhegeschau in Gut Heringnohe in Erinnerung, ließ Möller die Aktivitäten Revue passieren. Das Anschießen der Büchsen werde zu seinem Bedauern noch nicht so recht angenommen, dagegen finde das Ausschießen der Ehrenscheibe immer mehr Zuspruch. "Es hat sich zu einer tollen Veranstaltung gemausert", wobei der Dank an Konrad Heberl als Organisator ging.

Bläsergruppe erfolgreich


Mit dem Alphorn statt Büchsen wurde unter viel Applaus beim Gurkenfest in Hagenohe für die Jägerkameradschaft geworben. Ohne Zweifel ist die Bläsergruppe das Aushängeschild des Vereins. In ihrer Gruppe konnte sie beim Landesbläserwettbewerb in Erding mit Hornmeister Markus Toesko einen guten 2. Platz erreichen.

Zu einem tollen Erlebnis für die beteiligten Parforcebläser wurde der europaweite Kutschenevent in Bernried am Starnberger See. Im Einsatz war das Bläserkorps weiter bei der Jubiläumsveranstaltung der Bläser im benachbarten Eschenbach und beim Landkreisbläsertreffen. "Das jagdliche Problem heißt immer noch Wildschweine, die Zahlen gehen stetig nach oben, wie es sich auch in den Prognosen widerspiegelt", informierte 2. Vorsitzender Dr. Heinrich Krodel in seiner Funktion als Hegeringleiter. Er berichtete über seine Beobachtung in diesem Jahr über vermehrte Wildschäden auf den Wiesen, aber auch über den Zuwachs von Wölfen in Bayern und den von ihnen nachweislich gerissenen Rindern und Schafen. Mit Sorge werde die Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest unter Wildschweinbeständen in den osteuropäischen Ländern beobachtet, Polen sei bereits davon erfasst worden. "Als eine der Ursachen gilt der Jagdtourismus", sagte Krodel.

Neuer Wildlebensraum


Er ist überzeugt: Jäger und Jagdgenossenschaftsvorsteher müssten sich zusammensetzen und bei der Wildschweinbekämpfung an einem Strang ziehen. Immense Schäden gehen auch auf das Konto des Bibers. Der Hegeringleiter beklagte weiter: "Der Naturschutz schmeißt uns Knüppel zwischen die Beine." Als erfolgversprechend bei der Bewältigung von Problemen im Einklang mit der Natur hält er das Konzept der Schaffung von Wildlebensraum. Eine entsprechende Beratung für die Oberpfalz über die Umsetzung von wildtierfreundlichen Maßnahmen wird im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durch Fachberater Balduin Schönberger angeboten. Roland Schleicher, Mitglied der Jägerkameradschaft und Mitarbeiter des Amtes, stellte im Anschluss das Konzept kurz vor und betonte, als Fachberater sei er auf den Bezug Jäger-Landwirt angewiesen. "Entscheidend für den Erfolg aller Maßnahmen ist der Wille aller Beteiligten und eine praxisbezogene Wildlebensraumberatung. Durch gemeinsames Handeln lassen sich wertvolle Lebensräume entwickeln."
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