Knabenkapelle Auerbach spielt beim Rosenmontagszug in Köln
"Wie Heiligabend im Februar"

Die Knabenkapelle ist mittlerweile fester Bestandteil des Rosenmontagsumzugs in Köln. Schon zum 25. Mal werden die Auerbacher am Montag in der Karnevals-Hochburg für Stimmung sorgen. Bild: hfz

Der Höhepunkt der närrischen Zeit steht vor der Tür. Bei der Knabenkapelle Auerbach laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren - die Clown-Kostüme sind eingepackt, die Musik-Liste sitzt. Unter dem Motto "Wir stelle alles op de Kopp" werden sie beim Rosenmontagszug in Köln für mächtig Karnevals-Stimmung sorgen.

57 Mitglieder der Knabenkapelle Auerbach machen sich am Samstag auf in die Karnevals-Hochburg Köln - zum mittlerweile 25. Mal. Elmar Hamerla, der Vorsitzende der Knabenkapelle, erzählt von der Vorbereitungsphase, den logistischen Herausforderungen und seinen bisherigen Erlebnissen.

Wie kam es dazu, dass die Knabenkapelle beim Rosenmontagszug in Köln mitspielt?

Elmar Hamerla: Unsere Kapelle gibt es schon sehr lange. Irgendwann wurde die Frage laut, warum wir nicht versuchen, auch mal am Rosenmontagszug in Köln spielen zu können. Also bewarben wir uns. Natürlich wird nicht jeder genommen, das Festkomitee hat feste Vorstellungen. Sie testen, ob man in der Lage ist, passende Lieder zu spielen. Aber bei uns hat es geklappt.

Welches Programm erwartet Sie in Köln?

Hamerla: Nach unserer Ankunft am Samstag empfängt uns die Faschingsgesellschaft Löstje Brücker Müüls und gibt uns den Schlüssel für die Turnhalle in Brück, in der wir schlafen. Abends ist eine Karnevalsparty in einem großen Zelt. Am Sonntag spielen wir bei einem Faschingszug im Ortsteil Brück, der wird aber um einiges kleiner sein als der am nächsten Tag. Und Montag ist es dann soweit - der Rosenmontagszug.

Wie sieht der Rosenmontag für die Knabenkapelle aus?

Hamerla: Um 10 Uhr treffen wir uns mit der Mülheimer Karnevalsgesellschaft - dieser Gruppe wurden wir in diesem Jahr zugeteilt. Wir stellen uns auf, und dann heißt es erst einmal warten. Heuer sind wir die Gruppe 11. Alleine die ersten drei Gesellschaften haben mehr als 1000 Mitglieder. Wir werden etwa um 12 Uhr am Severinstor sein, wo auch die Kameras aufgebaut sind. Dort müssen wir dann ein ganz bestimmtes Lied spielen. Das wurde uns vorher zugeteilt, damit nicht jede Kapelle das gleiche spielt, wenn sie an den Kameras vorbei kommt. Insgesamt laufen wir über sieben Kilometer - das sind dreieinhalb Stunden. Danach ist man fertig.

Wie bereitet man sich auf so ein Großereignis vor?

Hamerla: Seit etwa zwei bis drei Wochen probieren wir unsere Kostüme, planen die Abfolge unserer Musik-Stücke und proben die richtige Aufstellung. Außerdem mussten wir uns um unser Essen kümmern, da wir uns in der Turnhalle selber versorgen. Wir haben Fleisch und Wurst beim Metzger bestellt, Tee, Müsli und Kaffee gekauft - eben alles, was man braucht.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Köln sind nach den Vorkommnissen in der Silvesternacht besonders hoch. Zwischenzeitlich wurde überlegt, ob der Zug abgesagt werden soll. Welches Gefühl haben Sie dabei?

Hamerla: Wir haben uns darüber im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Aber ich gehe nicht davon aus, dass sich das, was an Silvester passiert ist, wiederholen wird. Auch wir werden am Hauptbahnhof vorbeimarschieren, da hat man schon gemischte Gefühle. Wir hoffen, dass der Zug nicht kurzfristig wegen Bombendrohungen oder ähnlichem abgesagt wird. Wir lassen uns nicht einschüchtern - wir werden feiern, eine gute Zeit haben und den Karneval genießen. Auch die Kölner werden sich das nicht nehmen lassen. Für sie ist Fasching wie für uns Heiligabend, nur eben im Februar.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Hamerla: Auf jeden Fall auf den Rosenmontagszug. Der kleinere Zug am Sonntag wird sicherlich schön, aber die Stimmung am Montag ist unschlagbar. Das muss man erlebt haben. Ich habe da noch nie jemanden gesehen, der nicht verkleidet ist. Die ganze Innenstadt ist voll, jeder feiert und genießt den Karneval. Und ich freue mich sehr auf die Karnevalsparty am Samstagabend. Da schunkelt und tanzt das ganze Zelt.
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