Kolpingfamilie Auerbach zieht Jahresbilanz
Starker sozialer Antrieb

Doris Graf (Zweite von links) und Lotte Mura (links) vom Archeladen konnten die Spende der Kolpingfamilie in Höhe von 1000 Euro entgegennehmen. "Die können wir gut gebrauchen", freuten sich die beiden. Mit im Bild das Leitungsteam Herbert Appl und Helga Gnan, rechts der neue Präses Markus Flasinski. Bild: Schleicher

Seit dem Weggang von Dominik Sobolewki führungslos, ist mit der Wahl von Dekan Markus Flasinski als neuer Präses im Leben der Kolpingfamilie wieder die formale Ordnung eingekehrt. Mit launigen Worten umschrieb es der Geistliche mit "Ämterhäufung".

Nach dem einstimmigen Votum bei der Hauptversammlung der Kolpingfamilie kann der Pfarrherr neben Katholischem Frauenbund und Marianischer Kongregation die Aufgabe als Präses zum dritten Mal auf sich vereinigen. "Wir sind froh, die Zeit ohne Präses hinter uns zu haben", sprach Herbert Appl den Kolpingfrauen und -männern aus dem Herzen. Zusammen mit Helga Gnan steht er als Leitungsteam in der Verantwortung.

Stellvertretend für sie ließ Herbert Appl die vielen Veranstaltungen im Kolpinghaus Revue passieren und machte die vielfältige Belegung des Kolpinghauses im abgelaufenen Jahr vielen wieder bewusst. Als Dauernutzer hat sich die Faschingsgesellschaft Stadtgarde eingereiht, alleine mit 110 Proben der einzelnen Garden.

Deutschkurse im Angebot


Hinzu kommen die vereinseigenen Veranstaltungen der Kolpingfamilie sowie der Pfarrei. Seit Schließung des Vereinslokals gewähre Kolping auch dem MGV 1884 für die wöchentlichen Proben "ein Dach über dem Kopf". Seit letzten November bietet das Kolpingbildungswerk im Haus auch zwei Deutschkurse für Flüchtlinge an. Man wisse es zu schätzen, so Appl, dass Helga Gnan nach wie vor ein wachsames Auge auf das Haus wirft. An die Adresse des neuen Pächterehepaares Rusu gerichtet, sicherte Appl weitere unterstützende Tätigkeit zu. Beeindruckt von den vielen Vereinen und Gruppen, die das Kolpinghaus nutzen, vermisste der neue Präses den einen oder anderen Beitritt in die Kolpingfamilie. "Gäbe es dieses Haus nicht, müsste so manche Vereinsveranstaltung ausfallen", machte Appl deutlich. Kolping betreibe indirekt Jugendförderung, leitete er von den zahlreich involvierten Jugendlichen der einzelnen Vereine und Gruppen ab. Jede Gruppe könne hier ihr Charisma entfalten. Man müsse daran arbeiten, um dieses wohltätige Handeln der Kolpingfamilie in die Öffentlichkeit zu transferieren.

In diesem Zusammenhang bedauerte Fritz Gnan das Aus von Kolpingjugend und Spielmannszug. "Wir Frauen pflegen die Gemeinschaft und Gesellschaft, auch das religiöse Leben in unserer Pfarrei, und stellen darüber hinaus eine wichtige Säule im Vereinsgeschehen dar", umschrieb Annemarie Hartmann die Frauengruppe.

Zu ihrem Bedauern gehe die Beteiligung an den vielen gemeinsamen Zusammenkünften und Aktionen alters- und krankheitsbedingt kontinuierlich zurück. Die Aktivitäten müssten von einem immer kleiner werdenden Personenkreis geschultert werden, für den Einzelnen oft eine Überforderung und bald nicht mehr zumutbar. Insbesondere die Arbeit mit der Tombola beim Adventsmarkt sei zeitaufwendig. Aber trotz allem "Weh und Ach" warb Hartmann wieder um gut erhaltene und saubere Sachpreise. Die Tombola erbrachte nach Abzug für die kleinen Präsente in den Altenheimen einen Reinerlös von 811 Euro.

"Salz in der Suppe"


Unter den Arbeitseinsätzen listete sie auch das Binden von Palm- und Erntedanksträußchen auf. Der Reinerlös betrug beim Verkauf von Palmsträußchen 591, bei den Erntedanksträußchen 480 Euro. Die Erlöse fließen ausschließlich caritativen und sozialen Zwecken zu. Den Männern galt für die vielseitige Unterstützung das Kompliment "ihr seid so wichtig wie das Salz in der Suppe".

Die Hoffnung von Annemarie Hartmann richtet sich auf Verstärkung der Kolpingfamilie durch Jüngere, "damit Fortbestand christlicher Grundsätze und soziales Engagement im Sinne unseres Gründers in diesem Hause verwurzelt bleiben".

Vereinsleben und SpendenIn seinem Bericht erwähnte Appl den Ausflug nach Speinshart, die Teilnahme an Bürger- und Pfarrfest. In seiner Eigenschaft als Dekanatsratsvorsitzender dankte er für die Hilfe bei der Organisation der ökumenischen Wallfahrt. Die Summe von 2600 Euro konnte durch die Altkleidersammlung eingefahren werden. Eine Abgabe von Altkleidern zwischendurch ist bei Fensterbau Gnan möglich.

Überlegungen werden derzeit angestellt für die Aufstellung eines Altkleider-Containers im Stadtgebiet. Aufgrund der Erfahrungen, dass Container-Standorte häufig für die Abfallentsorgung genützt werden, wurde von einer Platzierung unmittelbar vor dem Kolpinghaus abgesehen. Rund 900 Euro kamen beim Adventsbasar zusammen. Tausend Euro konnte an diesem Abend die Abordnung des Archeladens entgegennehmen. Mit einem weiteren Betrag wird der Comboni-Missionar Markus Körber unterstützt. Als einer der Höhepunkte im Vereinsjahr wird die Teilnahme am Kolpinggedenktag in Köln eingehen. Das "Wir-Gefühl" unter den 15 000 bis 16 000 Kolpingmitgliedern sei nahe gegangen. Durch Sammeln von Briefmarken und ausrangierten Handys unterstützt Kolping über den Bundesverband weitere soziale Projekte. (cs)


FinanzlageAls schöne Nachricht wurde das von Kassier Josef Gumann vermeldete Plus in der Vereinskasse aufgenommen, was allerdings für 2016 nicht mehr zutreffen werde. Ausführlich informierte Vermögensverwalter Norbert Grüner über die finanzielle Lage. Er konnte auch gleich etwas entwarnen: Der Verlust im ideellen Bereich werde durch die anderen Zweckbetriebe wie Altkleidersammlung und Erlöse aus der Hausverwaltung abgedeckt. Als gute Entscheidung stellt sich die Photovoltaikanlage heraus. "Gut gewirtschaftet", so das Statement der Kassenprüfer Anton Lord und Alfred Felser. (cs)
Gäbe es dieses Haus nicht, müsste so manche Vereinsveranstaltung ausfallen.Herbert Appl
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