Meisterhaft
Max Riedhammer baut wundervolle Krippen

Max Riedhammer in seiner kleinen Werkstatt, wo er seit Jahren wunderschöne Krippen baut - zum Beispiel dieses orientalische Meisterwerk. Bilder: swt (2)
 
Diese Holzkrippe nach Werdenfelser Vorbild passt genau in den Herrgottswinkel in der guten Stube der Riedhammers.

Im Radio läuft Weihnachtsmusik, es riecht nach Holz und Klebstoff. Akkurat hängen Feinwerkzeuge, Schraubengläser und Kleinteile in Schachteln an der Wand. Es ist das Reich von Max Riedhammer.

Im Keller seines Hauses an der Degelsdorfer Straße ist der 71-Jährige in der Vorweihnachtszeit häufig zu finden. Dann zieht er sich eine alte Strickjacke über und versinkt in seiner Arbeit.

Kleinste Details


Mit kleinsten Details bestückt, baut der gelernte Elektriker Krippen. Aus Holz sägt und schnitzt er Dächer, Wände, kleine Schubkarren, den Holzstapel an der Hauswand, mit Rauputz versehene Türmchen oder Ställe. Er kreiert so wundervolle kleine Kunstwerke, in denen am Heiligen Abend das Jesuskind liegt. Mit einem scharfen Blick für kleine Feinheiten baut Riedhammer zwischen 30 und 100 Stunden an so einem Gebäude. Als Autodidakt hat er bereits als junger Ehemann die erste Krippe gefertigt. Damals noch ohne Kinder, schuf er für sich und seine Frau Renate den ersten Stall zur Geburt Jesu. Seit 1967 wird dieser noch jedes Jahr zu Weihnachten unter dem Christbaum aufgestellt.

Familie freut sich


Sohn Thomas und Tochter Andrea, inzwischen selbst mit Familie, freuen sich jedes Jahr darauf. "Ich wollte irgendwann mal eine neue Krippe aufstellen, aber die Kinder lieben diese alte Krippe und wollen das beibehalten."

Ideen hat sich Riedhammer in seiner Zeit in München geholt: Dort hat er etwa im Nationaltheater beim Kulissenbau zugeschaut. Aber auch Anregungen aus Heften, anderen Krippenausstellungen oder aus Urlauben haben ihn inspiriert. Seine Liebe zu Bayern, den Bergen und der Voralpenlandschaft hat ihm ebenso die eine oder andere Idee gebracht. Viele seiner Krippen sind im alpenländischen Stil gehalten. Vom großen Vierseithof als Hintergrund bis zum einfachen Holzstall ist alles dabei. Über 40 Krippen hat er bereits gebaut. Darunter ist auch eine orientalische, ein Prachtstück, das derzeit im Keller seines Hauses noch auf Verwendung wartet. Im Schaufenster des ehemaligen Kutscherhauses in der Altstadt von Auerbach sind weitere Exponate von Riedhammer ausgestellt. Dort ist ein Alpenhof zu bewundern, der nur aus Altholz errichtet wurde.

Gebaut hat er unter anderem auch die Krippe im alpenländischen Stil in der Pfarrkirche St. Johannes auf Bitte des damaligen Kaplans Pater Paul Kruczek. Eine ganze Landschaft mit Felsen, Bachlauf und vielen Kleinigkeiten ist so entstanden. Und auch in St. Otto in Michelfeld steht eine Riedhammer-Krippe. In der Küche der Riedhammers wartet derzeit ein kleines helles Holzkunstwerk mit dem typischen großen Vorstieg auf ihren Einsatz. Diese wird im Werdenfelser Land um Garmisch oft so gezeigt.

Fein geschnitzt sind Balken und Bretter, die Stufen sehen aus wie handbehauen. Holzstöße liegen vorm Haus, ein Schubkarren steht daneben, die Figuren versammeln sich im Stall.

Genau im Herrgottswinkel


Die Krippe steht auf einem Brett, das genau in den Herrgottswinkel passt. Die Figuren bezieht Riedhammer über verschiedene Fachhändler. Wer bei ihm ein Exemplar in Auftrag gibt, der bekommt auf Wunsch Figuren hinzu. Meist suchen sich die Leute aber selbst passende Figuren aus. Besonders schön sind Krippenfiguren aus Südtirol, aber sehr teuer, weiß der Künstler. Erst kürzlich hat ein Bekannter eine Krippe geordert, die jetzt auf dem Weg nach Spanien ist.

Im Haushalt der Riedhammers wird die Krippe zwei bis drei Tage vor dem Fest aufgestellt - eben wenn auch der Christbaum steht. Dann freuen sich die Enkel von Max Riedhammer über den schon zur Tradition gewordenen Inbegriff der Geburt Christi.
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