Mussikant mit Leib und Seele und versierter Restaurator in vielen Kirchen
Erwin Rühr feiert den 80. Geburtstag

Vier Akkordeons hat Erwin Rühr in seinem bisherigen Musikantenleben besessen. Derzeit schnallt er sich eine italienische Beltuna um. Bild: eb

Erwin Rühr gehört zur Zunft der Schreiner. Sein Leben bereichern aber auch die Musik und der Gesang. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

Michelfeld. Das Licht der Welt erblickte der Jubilar 1936 in Michelfeld. Nach acht Jahren auf der Schulbank erlernte Erwin Rühr im elterlichen Betrieb das Schreinerhandwerk. 1953 bestand er die Gesellenprüfung, und 1962 machte er seinen Meister. Seit 1972 führt er das seit mehreren Generationen bestehende Familienunternehmen weiter.

Als sein Markenzeichen bezeichnet Erwin Rühr eine saubere Handwerksarbeit. Stolz ist er auf die Anerkennung als Restaurator durch das Landesamt für Denkmalpflege in München. Von dort bekam er Aufträge in vielen historischen Bauten. Hand legte er an die Innenausstattung der Leonhards- und Asamkirche in Michelfeld sowie der Gotteshäuser St. Josef in Weiden und St. Helena in Auerbach.

Lange im Vorsitz der CSU


Auch in der Kommunalpolitik hat sich Erwin Rühr eingebracht. Von 1972 bis 1978 gehörte er dem Gemeinderat an, und von 1979 bis 2000 führte er den CSU-Ortsverband Michelfeld. Den Vorsitz im Pfarrgemeinderat nahm er von 1970 bis 1978 ein. In der Anfangszeit verhandelten er, Geistlicher Rat Hans Müller und Bürgermeister Franz Zinner mit dem Ordinariat Bamberg und der Regierung der Oberpfalz in Regensburg über den Bau des Kindergartens und des Pfarrzentrums; am Ende von Erfolg gekrönt.

Floriansänger von Anfang an


Drei Jahre war Rühr Schöffe am Landgericht Amberg, und eine längere Zeit gehörte er dem Gremium der Akademie der Wissenschaften zur Erstellung des Bayerischen Wörterbuches an. 1983 hob Erwin Rühr die Floriansänger mit aus der Taufe und blieb bis 2000 deren Vorsitzender. Zurzeit ist er als musikalischer Begleiter und Chorleiter aktiv.

Bei der Flori-Musi wird Erwin Rühr von Emil Habermann und Arthur Fritsch begleitet. Unter dem Namen "Die lustigen Spitzboum" ist er mit seinem Musikerkollegen im weiten Umkreis bekannt.

Hochzeit feierte Erwin Rühr 1970 mit Maria Weber, die damals an der Grundschule in Auerbach unterrichtete. Musikalisch widmete sie sich dem Orgelspiel. Zur Familie gehört Tochter Renate, die ebenfalls im Lehramt an der Realschule Pegnitz tätig ist. Zwei Enkelkinder sind die Freude des Jubilars.

Als 14-Jähriger fing Erwin Rühr an, das Akkordeonspiel zu erlernen. Heinz Raschke, der sein musikalisches Können am Nürnberger Konservatorium erworben hatte, war sein Lehrmeister. Zu dieser Zeit gründete Pfarrer Hans Müller eine Musikkapelle in Michelfeld. Für die Instrumente gab er sogar Geld aus der eigenen Tasche aus. Eifrig wurde geprobt mit dem Leiter Karl Preis, und 1953 spielte die neue Blaskapelle bei der Kirchweih in Michelfeld im Tanzsaal beim Sonnenwirt zum ersten Mal auf. Die Freude an der Musik hat sich in der Familie Rühr vererbt: Vater Jakob Rühr spielte Trompete, Onkel Josef Böhm war Kapellmeister.

Erwin Rühr hat vom Beginn seines Musikantenlebens bis heute vier Akkordeons bespielt. Derzeit lässt er ein Instrument der Marke Beltuna aus Italien erklingen.
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