Neue Filtrationsanlage im Wasserwerk Ranna sichert die Versorgung
Bis zu 164 Liter pro Sekunde

Peter Ziegler erläuterte die Anlage unterhalb der Erdoberfläche. In riesigen Rohren wird das Wasser transportiert. Auf der Höhe der Stahlschiene steht nach Zieglers Worten das Grundwasser. Bilder: swt (2)
 
Vier mächtige Filterkessel mit Aktivkohle halten Schadstoffe wie Pflanzenschutzmittel oder leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe, aber auch Keime zurück.

Zwölf Millionen Euro hat die N-ergie Nürnberg in die neue Filtrationsanlage im Wasserwerk Ranna investiert. Nach dreijähriger Bauzeit wurde sie am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie stellt die Qualität des Trinkwassers in Nürnberg auf eine solide Basis. Und nicht nur dort.

/Ranna. Martina Paasch, Vorstandsmitglied der N-ergie AG, und Jiri Pavlik, Bereichsleiter Wasser, informierten über den Bau. Aufgabe der Anlage ist es, Quellwasser aus der Gewinnung Ranna I (Haselhofquelle) zu filtern. Die auf der Ostseite der Pegnitz gelegenen Überlaufbrunnen konnten angesichts häufiger mikrobiologischer Befunde zuletzt nur noch selten für die Trinkwasserversorgung genutzt werden. Probleme bereiteten die ungünstigen hydrogeologischen Bedingungen dort insbesondere bei Hochwasser und nach starken Niederschlägen. Mit der neuen Filtration kann das Wasser aus Ranna II wieder dauerhaft genutzt werden.

Tests laufen seit April


Integriert in die Aufbereitungsanlage ist ein neues Pumpwerk mit einer Entwässerungsleitung, die in die Pegnitz führt. Seit April laufende Tests bestätigen den reibungslosen Ablauf. Für das 45 mal 16 Meter große, futuristisch anmutende Gebäude wurden rund 1300 Kubikmeter Stahlbeton verbaut. Mehr als zehn Meter tief liegen die beiden Untergeschosse mit den riesigen Rohren und vier Filterkesseln. Gefüllt sind sie mit Aktivkohle, die Schadstoffe wie Pflanzenschutzmittel oder leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe (LHKW) bindet.

Letztere stammen aus der ehemaligen chemischen Reinigung Novetta. Sie wurde bis Mitte der 70er-Jahre in Auerbach betrieben. Seit 2009 gibt es dort eine Bodenluftabsaugung, veranlasst durch das Landratsamt Amberg-Sulzbach, und seit 2015 läuft auch eine Grundwasserreinigung.

Keime werden ebenfalls aus dem Wasser gelöst und zurück gehalten. Ebenfalls gefunden wurde das Pflanzenschutzmittel Atrazin und dessen Abbauprodukt. Dessen Einsatz ist bereits seit Anfang der 90er-Jahre verboten. Die entwickelten Wasserschutzkonzepte werden mit verschiedenen Behörden umgesetzt. Seit knapp 30 Jahren beschäftigt die N-ergie einen Agraringenieur, der für eine grundwasserverträgliche Landwirtschaft wirbt. Die ortsansässigen Landwirte zeigten sich kooperativ.

Acht bis zehn Grad kühl


Vertreter von Behörden, den anliegenden Gemeinden und aus Forst und Fischerei nahmen an der Veranstaltung teil und zeigten sich interessiert an den Führungen in der neuen Anlage. Diese führt auf mehreren Geschossen bis auf Grundwasserniveau in zehn Metern Tiefe. Dort herrscht eine Raumtemperatur von acht bis zehn Grad. Peter Ziegler erläuterte die Anlage. Er kümmert sich vor Ort um einen reibungslosen Betrieb.

Zahlen und FaktenSeit 1912 wird das Wasserwerk Ranna zur Trinkwassergewinnung für Nürnberg genutzt. Seit 1981 bezieht auch Auerbach sein Wasser von dort. Die Quellen liegen in einem Karstgebiet, in dem die Deckschichten nur eine vergleichsweise geringe Reinigungswirkung haben. Der vorbeugende Schutz hat Priorität.

Bis zu 164 Liter aufbereitetes Wasser pro Sekunde fließen in die mit Edelstahl ausgekleideten Reinwasserkammern. Rund 1500 Kubikmeter sauberen Wassers werden täglich zu den Pegnitzgemeinden und nach Auerbach gepumpt. Bis zu 12 000 Kubikmeter fließen nach Nürnberg. (swt)
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