Pfarrer i.R. Hermann Spies wird heute 90 Jahre alt
Aus dem Nichts eine Gemeinde aufgebaut

Dieses Foto vom Primiztag (8. August 1954) zeigt den Neupriester Hermann Spies (rechts) mit seiner Familie: Vater Georg (1898-1965), Schwester Erna (1937), Mutter Anna (1897-1991), Schwester Rosemarie (1937) (von links).

Der Spies Hermann, wie ihn die Einheimischen nennen, kam vor 90 Jahren in Auerbach im Postbotenhäusl an der heutigen Einfahrt in den Schwemmweiher als Sohn des Bergmanns Georg Spies (gestorben 1965) und seiner Ehefrau Anna (geb. Dobmann, gestorben 1991) aus Barbaraberg bei Speinshart zur Welt.

1940 Gymnasium Bamberg, Kriegseinsatz mit Verwundung, amerikanische Gefangenschaft, ab September 1945 wieder Gymnasium Bamberg, Abitur 1949 und anschließend Studium von Philosophie und Theologie in Bamberg waren die Stationen zur Priesterweihe am 25. Juli 1954 im Bamberger Dom. 1954 bis 1960 war Hermann Spies Kaplan in der Pfarrei St. Josef der Arbeiter in Zirndorf. Ein Schwerpunkt seiner Seelsorge lag dabei in der Betreuung der Diasporagemeinde des benachbarten Ortes Oberasbach. Im Anschluss daran wirkte Kaplan Spies bis 1964 in der Pfarrei St. Anton im Nürnberger Ortsteil Gostenhof. Als 1965 die Pfarrei St. Johannes der Täufer im Oberasbacher Ortsteil Kreutles errichtet wurde, wurde Spies ihr erster Pfarrer. Er blieb dies 36 Jahre lang bis zum Eintritt in den Ruhestand zum 1. September 2001.

"In den insgesamt über vier Jahrzehnten seines Wirkens in Oberasbach-Kreutles schuf Pfarrer Spies sozusagen aus dem Nichts eine lebendige Pfarrgemeinde mit vielen Aktivitäten", wie es 2001 in einer Abschiedsrede hieß. Als Bauherr errichtete er für die rund 6000 Katholiken, und nicht nur für diese, unter anderem eine moderne Kirche mit mehreren Begegnungsräumen, ein Pfarrhaus und einen neuzeitlichen Kindergarten.

Ehrungen und Auszeichnungen blieben für den stets bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn nicht aus. So wurde Pfarrer Spies 1988 der Ehrentitel Erzbischöflich Geistlicher Rat verliehen. Weil auch die politische Gemeinde Oberasbach (rund 17 500 Einwohner) seine Verdienste sehr schätzte und anerkannte, machte sie Pfarrer Spies Ende 2000 zu ihrem Ehrenbürger. Die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland, das Bundesverdienstkreuz, hatte er vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog schon vorher verliehen bekommen.

In seinem Ruhestand, den der Jubilar in Auerbach verbringt, hilft Hermann Spies "als Schwarzarbeiter", wie er selber sagt, gern in den verschiedenen Pfarreien aus, soweit es ihm seine Gesundheit erlaubt.
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