Pläne für einen Dorfplatz in Nitzlbuch lösen zwiespältige Gefühle aus
Feiern ja, aber ohne viel Aufwand

Um dieses Areal in Nitzlbuch neben dem Löschteich ging es in der Bürgerversammlung am Montagabend. Bild: swt
 
"Eine runde Sache", urteilten die Nitzlbucher über die Variante. Statt der Trauerweide wäre ihnen aber ein Obstbaum lieber. Außerdem könnten sie sich eine Überdachung über dem Platz vorstellen. Repro: swt

Da bietet sich die Chance, vielleicht noch vor der Flurneuordnung einen schöneren Dorfplatz zu bekommen - und die Nitzlbucher nehmen kaum Notiz davon. Nur knapp 20 Bürger wollten Näheres über die Pläne erfahren.

Nitzlbuch. Zur Präsentation waren am Montagabend Landschaftsarchitektin Ursula Barth und Bürgermeister Joachim Neuß ins Gasthaus Pickel gekommen. Barth erläuterte zwei Entwürfe für eine brachliegende Grasfläche neben dem Löschteich in der Dorfmitte.

Die Initialzündung für eine Veränderung kam von Kerstin Geyer, erklärte der Bürgermeister. Die Anwohnerin habe sich Gedanken gemacht, wo man einen schönen Platz zur Zusammenkunft schaffen könnte und gleich erste Ideen mitgeliefert. Die habe sich Ursula Barth angeschaut und professionell umgesetzt.

Platz für einen Backofen


Zwei Varianten kämen für die Grasfläche neben dem Teich in Frage. Die eine legte die Planerin eher rund an, mit einer Sitzmauer vor einer wassergebundenen Fläche, die etwa acht Meter Durchmesser aufweist. Eine Trauerweide neben dem Teich, Felsenbirne und niedrige Strauchpflanzen wie Rosen sollen das nötige Grün liefern. Für eine Feuerstelle wäre Platz, ebenso für einen Backofen.

Mit Arbeit verbunden


Ähnlichkeiten dazu besitzt die zweite, allerdings in quadratischer Form gehaltene Variante. Ein Tor aus Obstbäumen als optischer Eingang entspreche dem dörflichen Charakter. Aber: "Sowohl Backofen als auch Obstbäume sind mit Arbeit verbunden", gab der Rathauschef zu bedenken. "Ein Ofen will genutzt werden von einer aktiven Dorfgemeinschaft, die Brot und Pizza backt, Schäuferl brät und regelmäßig die Glut schürt." Ebenso müssten Birnen oder Zwetschgen geerntet und verarbeitet werden. Da hielt sich die Bereitschaft unter den Anwesenden in Grenzen.

Überhaupt warf der erste Nitzlbucher die Frage in den Raum, "wer sich denn da hinsetzen soll". Und Gerhard Raß wollte wissen, wie es denn mit der Finanzierung aussieht. Bürgermeister Joachim Neuß erklärte, dass die Stadt für die Kosten von etwa 16 000 Euro aufkommen würde: "Wir besorgen den Backofensatz, aber bauen und nutzen sollten ihn die Anwohner schon selbst. Eben um die Gemeinsamkeit zu fördern."

Die Resonanz darauf war nicht besonders groß. Auch Gerhard Waldmanns Angebot, die erste Wildsau zum Backen zu spendieren, richtete wenig aus. Darüber zeigte er sich leicht verärgert: "Da bekommt ihr schon mal was, und dann wird es schlecht geredet."

Nur 40 Quadratmeter


Kerstin Geyer möchte gerne Bierbänke auf dem Platz aufstellen, wenn das Dorffest gehalten wird. Doch dazu reicht die Nutzfläche von etwa 40 Quadratmetern kaum aus. "Überhaupt fehlt der gesamtplanerische Ansatz", meinte Gerhard Raß. Ein Dorffest würde den Rahmen auf dem kleinen Platz sprengen.

Die anwesenden Bürger einigten sich schließlich auf die Variante A; allerdings nicht mit einer Trauerweide, sondern Zierobst in einem Baumtor. Auch eine Überdachung wurde angeregt. Tenor der Versammlung war eindeutig, dass man einen Dorfplatz möchte, den mit Arbeit verbundenen dörflichen Charakter eines Backofens und von Obstbäumen aber eher scheut: Feiern und zusammenkommen ja, aber mit möglichst wenig Aufwand.

Der Plan wird im September dem Stadtrat vorgelegt. Im Oktober möchte der Rathauschef eine erneute Versammlung einberufen, in der dann Einzelheiten festgelegt werden sollen. Dann hofft Neuß auch auf mehr Beteiligung. (Mehr zum Thema)

Da bekommt ihr schon mal was, und dann wird es schlecht geredet.Gerhard Waldmann, Bürger von Nitzlbuch


Ein Ofen will genutzt werden von einer aktiven Dorfgemeinschaft, die Brot und Pizza backt, Schäuferl brät und regelmäßig die Glut schürt.Bürgermeister Joachim Neuß

Vorläufer einer Dorferneuerung

Auerbach. (swt) Dr. Edmund Goß (SPD) erläuterte in der Bürgerversammlung in Nitzlbuch den Vorstoß seiner Fraktion im Stadtrat. Die Anregung dazu stamme aus den Reihen der Bewohner. Eine Dorferneuerung als Folge einer geplanten Flurneuordnung sei erst in etwa fünf Jahren zu erwarten. Dafür gebe es Zuschüsse. So lange hätten die Nitzlbucher aber nicht warten wollen. Deshalb habe die SPD-Fraktion den Vorschlag mit der kleineren Verschönerung aufgenommen und weitergeleitet. Eine Umsetzung könnte zeitnah 2017 geschehen und stehe einer späteren Gesamterneuerung nicht entgegen. Das bestätigte auch Ursula Barth. Sie hielt den Platz durchaus für integrierbar in spätere Maßnahmen.
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