Projekt "bodenständig" in Hagenohe
Boden soll bleiben wo er ist

Planer Wolfgang Fetsch erläutert beim Ortstermin die ersten Maßnahmen des Projektes "bodenständig". Eine davon, ein Damm direkt hinter dem Ort Hagenohe, soll Regenwasser zurückhalten. Bilder: swt (2)
 
Seit Anfang November bewegen die Bagger viel Erde. 17 000 Kubikmeter Material wird es am Ende sein.

Seit 7. November schaufeln die Bagger, rund 17 000 Kubikmeter Erdreich werden bewegt. Die ersten Arbeiten zum Projekt "bodenständig" in Hagenohe haben begonnen.

Hagenohe/Auerbach. Bei einem Ortstermin erläuterte Planer Wolfgang Fetsch vom gleichnamigen Architekturbüro die einzelnen Vorgehensweisen. Neun von 34 Maßnahmen haben bei guter Witterung vor zwei Wochen begonnen, die Firma Rädlinger aus Cham ist vor Ort verantwortlich. Direkt hinter dem idyllischen Ortskern von Hagenohe entsteht unter anderem eine Rückhaltemulde mit Absetzfunktion von Bodenmaterial und gedrosselter Ableitung von Niederschlagswasser. Insgesamt sollen am Ende der 34 Maßnahmen Rückhaltevolumen von 30 000 Kubikmeter Erde geschaffen werden. Der Flächenbedarf liegt bei etwa drei Hektar.

85 Prozent Förderung


Lange Planungen waren vorausgegangen (wir berichteten). Mit den Grundstückseigentümern aus Hagenohe und Neuzirkendorf ist gesprochen worden, die 12 500 Quadratmeter Grund für "bodenständig" freigaben. Die neun nun laufenden Arbeiten kosten rund 577 000 Euro, insgesamt wird das Projekt in Hagenohe mit 1,556 Millionen Euro zu Buche schlagen. 85 Prozent werden durch Fördermittel abgedeckt, wie der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Andreas Schmidt vom Amt für ländliche Entwicklung, erklärte.

Die Stadt Auerbach übernimmt bei den ersten neun Projekten die Eigenleistung. "Dies ist etwas Besonderes", so Schmidt weiter. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis April 2017 dauern. Dann wird es Gespräche und Planungen bezüglich der weiteren Schritte geben. "Dies braucht seine Zeit." Vor 2018 wird sich nichts weiter tun, schätzt Schmidt.

Besonders ins Auge fällt der Damm am oberen Ende des Feldes, der bei einem Hochwasserereignis das Niederschlagswasser zurückhalten soll. Dahinter wird nach Ende der Erdarbeiten eine Grünfläche entstehen. Freigelegt wurden alte Kanäle, die ebenfalls erneuert und vergrößert werden. Die teilnehmenden Landwirte wurden zwischenzeitlich im Anbau von geeigneten Zwischenfruchtpflanzungen geschult, es hat ein deutlicher Umdenkprozess stattgefunden, wie die Behördenvertreter erklärten.

Bürgermeister Joachim Neuß lobte die beispielhafte Zusammenarbeit von Behörden und Anwohnern. Die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes hatten die Maßnahmen überprüft und für geeignet berechnet. Eine absolute Hochwasserschutz-Garantie gebe es aber niemals, betonten sie. Die ausführende Baufirma hofft, die Arbeiten zügig voranzubringen. Die Witterung derzeit ist gut, auch bei Frost kann weiter gearbeitet werden.

Gleichzeitig laufen in Hagenohe auch die Planungen für eine Dorferneuerung mit neuem Dorfplatz und Gestaltung des Umfeldes. Wann hier mit den Arbeiten begonnen wird, steht noch nicht fest. Zu einem nächsten Ortstermin haben sich die Verantwortlichen von "bodenständig" für Frühjahr verabredet.

Das ProjektSeit 2014 läuft das Projekt "boden-ständig" in Hagenohe. Hintergrund war die Lage des Ortes in einem Talkessel. Dort kam es in der Vergangenheit vermehrt zu Überflutungen mit vollgelaufenen Kellern und mit stehendem Wasser in mehreren Gärten von Hagenohe.

Das abfließende Wasser transportiert Bodenmaterial von den Feldern, die an den Ort anschließen und sich über die Hänge erstrecken, die die Siedlung umgeben. Die vorhandenen Kanalleitungen mit angeschlossenen Drainagen und Einläufen im Grabensystem, können nicht ausreichend Regenwasser aufnehmen, beschleunigen den Abfluss und konzentrieren das Wasser im Ortszentrum.

Die Ziele des Projektes sind: die Vermeidung von Überschwemmungen, Erosionsschutz auf landwirtschaftlichen Flächen verbessern, die Entlastung der vorhandenen Kanalleitungen durch Rückhalt des Niederschlagswassers auf den Flächen und der Schutz des Siedlungsbereiches vor von den Hängen ringsum abfließendem Niederschlagswasser. (swt)
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