Rot-Weiß gibt vier Tennisplätze an der Dronbacher Straße für Wohnbauprojekt her
Verkauf ist beschlossene Sache

Den Besitzer gewechselt haben die vier Tennisplätze an der Dornbacher Straße, zwischen dem Reitclub und der Firma Landfuxx. Inzwischen wurde eine Reihe von Bäumen gefällt und der Zaun von drei Plätzen entfernt. Bild: cs
 
Den Besitzer gewechselt haben die vier Tennisplätze an der Dornbacher Straße, zwischen dem Reitclub und der Firma Landfuxx. Inzwischen wurden eine Reihe von Bäumen gefällt und der Zaun von drei Plätzen entfernt. Bild: cs

Vor Jahren spielte der Tennisclub Rot-Weiß schon einmal mit dem Gedanken, sich von seinem Gelände an der Dornbacher Straße zu trennen. Der Verkauf ist jetzt vollzogen. Die Vorarbeiten des neuen Besitzers für eine andere Nutzung haben begonnen.

Wie zu hören ist, gehört das Tennisgelände an der Dornbacher Straße jetzt der Firma HD Michelfeld. Dort soll eine Wohnanlage entstehen. In diesen Tagen war eine Landschaftsarchitektin unterwegs, begutachtete das Gelände und nahm vor allem die bereits abgesägten Bäume unter die Lupe. Ihrer Meinung nach müssen dafür Ausgleichsflächen geschaffen werden.

Es war das rückläufige Interesse am Tennissport, das den Verein dazu bewog, sein Sportgelände an der Dornbacher Straße zu verkaufen. Mit dem Erlös will der TC Rot-Weiß auch seine fünf Freiplätze am Neumühlweg und einen weiteren Platz in der Halle absichern.

Turbulente Baugeschichte


Die Geschichte der vier Tennisplätze, die jetzt bebaut werden, verlief nicht ohne Turbulenzen. Sie reicht ins Jahr 1987 zurück, als Christian Wiesneth den Vorsitz bei Rot-Weiß übernahm. Er machte deutlich, dass er trotz der wachsenden Mitgliederzahl - 317 waren es zu jener Zeit - einen Aufnahmestopp ablehne und ein Gelände für neue Plätze suche. Er dachte dabei an ein Grundstück an der alten Verladestation, das nach dem Konkurs der Maxhütte an den Freistaat Bayern gefallen war.

Auf einen Vorstoß beim damaligen Wirtschaftsminister Gustl bekam er zur Antwort: "Der Herr Minister hat ihr Anliegen gerne aufgegriffen und sich bereits an seinen Kollegen, Finanzminister Dr. Streibl, gewandt. Er hat ihn eindringlich auf die Situation Ihres Vereins hingewiesen und sich mit Nachruck dafür eingesetzt, dass Ihrem Anliegen Rechnung getragen wird." Diese Empfehlung erleichterte den Grunderwerb. Christian Wiesneth einigte sich mit der Bezirksfinanzdirektion in Regensburg auf einen Preis von 11 DM pro Quadratmeter. Die Kaufsumme für die insgesamt 10 147 Quadratmeter sollte in zwei Raten im Abstand von drei Jahren beglichen werden.

Im August 1987 wurde der Bauplan für drei Tennisplätze gezeichnet und eingereicht. Die Stadt Auerbach erstellte einen Flächennutzungsplan "Grünfläche Sport". Nachbarn, die zunächst Lärm befürchteten, ließen sich in Verhandlungen doch zur Unterschrift bewegen. Das Landratsamt forderte jedoch einen Freiflächen-Gestaltungsplan eines Landschaftsarchitekten - ansonsten wären die Baupläne nicht prüffähig.

Im März 1988 entschloss sich der Verein, das Bauvorhaben auf zwei Plätze zu beschränken. Unter Mithilfe des damaligen Landrats Dr. Hans Wagner wurde die Genehmigung von zwei Plätzen ohne weitere Vorleistungen erteilt. Der Bau begann im April 1988, die Finanzierung war über den Bayerischen Landessportverband gesichert. Die gesamten Baukosten beliefen sich auf 100 605 DM.

Verein macht Druck


Die Mitgliederzahl schnellte auf 348; das Training der Mannschaften wurde auf die neuen Plätze verlegt. Im Juli 1990 stellte der Tennisclub dann erneut einen Bauantrag für zwei weitere Plätze. Diesmal gab es Schwierigkeiten mit dem Landratsamt. Das Fachreferat für Umwelt- und Naturschutz sah den Naturhaushalt und das Landschaftsbild gefährdet. Daraufhin stellte sich der Auerbacher Verein auf die Hinterfüße.

Günter Simmerl sollte die Angelegenheit in seiner Funktion als Sportreferent des Landkreises beim Landrat vortragen. Der Verein werde sich ansonsten an keiner Veranstaltung des Landkreises mehr beteiligen und auch die Plätze nicht mehr für das Ferienprogramm zur Verfügung stellen. Die Drohung schmeckte dem Landrat nicht, aber dennoch ging die Baugenehmigung im Oktober ein.

Die Freude währte jedoch nur kurz, denn die Stadt Auerbach schickte einen Bescheid über rund 94 000 DM an Vorausleistung auf den Erschließungsbeitrag. Nach einem geharnischten Brief des Vorsitzenden an die Stadt wurde das Schreiben als gegenstandslos erklärt. Wiesneth hatte der Stadt Gleichgültigkeit gegenüber den Vereinen vorgeworfen.

Spende für freie Spielzeit


1992 bekam der zwischenzeitlich zum Vorsitzenden gewählte Dr. Peter Schindler von der Firma Cherry die Zusage über eine Finanzspritze von 15 000 DM. Im Gegenzug bedingte sich das Unternehmen "freie Spielzeit" auf einem Platz aus. Die weiteren zwei Plätze (heute die Plätze 6 und 7) wurden 1992 durch eine Platzbaufirma erstellt.
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