Seelsorger ist mit Hund Bonso in die leerstehende Wohnung im Pfarrhaus eingezogen
Neue Heimat für Georg Braun

Georg Braun, Priester im Ruhestand, hat sich sofort bereit erklärt, das kirchliche Leben in Michelfeld mitzugestalten, soweit es in seinen Kräften steht. So hält er etwa dreimal in der Woche zur Entlastung der Auerbacher Patres Markus Flasinski und Peter Starmach Gottesdienste. Bild: eb

Michelfeld. Das Pfarrhaus ist ein imposantes Gebäude. Seit 88 Jahren steht es inmitten der Ortschaft Michelfeld. Mit hohem Kostenaufwand und viel Eigenleistung wurde es in den Jahren 2006/07 saniert. Am 5. Oktober 2007 erfolgte die Wiedereinweihung. Die Wohnung im Obergeschoss stand nun über ein Jahr leer, bis sich vor einigen Monaten Bischöflich Geistlicher Rat Georg Braun entschloss, die Pfarrerswohnung im ersten Stock zu beziehen.

Pfarrer Braun ist ein Oberpfälzer. Das Licht der Welt erblickte er auf dem Gut Luisenhof (im heutigen Truppenübungsplatz) bei Sommerau. Sein Vater war dort Gutsverwalter. Als dieser mit nur 39 Jahren starb, zog die Mutter mit ihren Kindern nach Kirchenthumbach. Dort wurde Georg Braun auch eingeschult. Es folgte eine Weiterbildung in einem Gymnasium in Ingolstadt, wo er auch das Abitur ablegte. Nach dem Besuch der philosophisch-theologischen Hochschule zur Ausbildung katholischer Geistlicher wurde Georg Braun 1966 im Dom zu Regensburg zum Priester geweiht. Im Anschluss war er zwei Jahre Kaplan in Ammersricht, dann folgten sechs Jahre in Maxhütte-Haidhof.

Georg Braun war 34 Jahre alt, als er Pfarrer in Schmidmühlen wurde. 36 Jahre wirkte er dort, davon zwölf als Dekan. Sein Seelsorgebereich erstreckte sich über den Landkreis Amberg-Sulzbach. Die Beliebtheit in den Orten seines Wirkens, hat auch heute noch Nachwirkungen, denn immer wieder kommen ehemalige Pfarreimitglieder nach Michelfeld, um ihren einstigen Seelsorger zu besuchen.

Bereits im Ruhestand übernahm Pfarrer Braun fünf Jahre Aufgaben in einem Rodinger Seniorenheim. "Das war eine harte Zeit", erinnert er sich zurück. "Damals starb auch meine Schwester Theresa, die mich in den vielen Jahren meines Priestertums begleitet hat. Sie wurde in Kirchenthumbach beerdigt, und für mich stand der Entschluss fest, dass ich mir eine Bleibe in der ehemaligen Heimat suche." Unterstützt wurde er dabei von seinen Verwandten und Bekannten aus Kirchenthumbach, Altzirkendorf, Auerbach und Michelfeld, die ihn auf die hiesige leerstehende Wohnung im Pfarrhaus aufmerksam machten.

"Ich freue mich, dass ich in der Pfarrei Michelfeld noch eine Aufgabe übernehmen kann und hier freundlich aufgenommen wurde", stellte der 75-jährige Georg Braun fest. Mit ihm fühlt sich sein Beagle Bonso wohl, der vor einigen Jahren als verlassener Straßenhund Aufnahme bei ihm fand.
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