Siedler empfingen Straßenausbaubeiträge als ungerecht
Auch Mieter benützen die Straße

Lange Zeit hörten die Siedler den Berichten bei der Jahreshauptversammlung stumm zu. Gesprächig wurden sie, als das Thema Straßenausbaubeiträge auf den Tisch kam.

Michelfeld. Die Siedlergemeinschaft hätte sich zu ihrer Bilanz einen besseren Besuch gewünscht. Von 182 Mitgliedern waren nur 18 anwesend.

Zuerst gedachten sie ihrer Verstorbenen, zu denen auch Eugen Schneider gehört. Er war in Michelfeld Ortssprecher der früheren Siedlergemeinschaft Eschenbach und vor Jahren auch Stellvertreter des Siedler-Vorsitzenden. Wenzel Voh, der nun die Siedlergemeinschaft Michelfeld leitet, fasste die Aktivitäten zusammen. Wanderungen führten durch die nähere Heimat. In die Ferne ging es nach Regensburg und Erfurt. Sehr gut angenommen habe die Bevölkerung das Siedlerfest. Der Vorsitzende dankte all denen, die ihren Beitrag dazu geleistet haben.

Bei Sammelbestellungen für Heizöl bezogen die Mitglieder für die vergangenen beiden Heizperioden 130 000 Liter sowie zuletzt 125 000 Liter. Gemeinschaftlich ließen sie auch ihre Heizöltanks prüfen. Für den verhinderten Kassier Thomas Leisner gab Vorsitzender Voh Auskunft über den Stand der Kasse. Unter dem Strich blieb ein kleiner Überschuss.

Lösung für Raumproblem


Angesichts des steigenden Gerätebestands sah Vorsitzender Wenzel Voh die Notwendigkeit, einen größeren Unterstellraum zu schaffen. Eine Anfrage an den Vorsitzenden des TC Langgräfe, Dr. Heinrich Krodel, dessen Verein eine größere Wiesenfläche gepachtet hat, bot die Lösung. "Wir hatten Glück und bekommen einen Teil der Fläche, die sich in der Nähe der Friedhofseinfahrt befindet. Vereinbart wurden schon der Pachtpreis und die Laufzeit", teilte Voh mit. Angeschafft wird eine Holzgarage, die rund 4800 Euro kostet.

Während sich die Mitglieder bei den Ausführungen des Vorsitzenden auf die Zuhörerrolle beschränkten, lockte sie das folgende Thema aus der Reserve. Es drehte sich um die Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Straßenausbaubeiträge. Als Ungerechtigkeit empfanden es die Diskussionsredner, dass nur die Hausbesitzer zahlen sollen. "Auch die Mieter benützen die Straße", argumentierten sie.

Der Verband Wohneigentum, dem auch die Michelfelder Siedlergemeinschaft angeschlossen ist, trete dafür ein, Straßenausbaubeiträge in Bayern gänzlich abzuschaffen. Nun befasst sich der Verein mit dem Gedanken, das Thema mit Kommunalpolitikern, dem Landrat und der Öffentlichkeit in einer Versammlung auszudiskutieren.
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