SRZ hört sich bei Stadträten und Ortssprechern zum Breitbandausbau im Auerbacher Umland um
Weniger Langeweile vor dem Bildschirm

Auch die aktuellen Nachrichten im Onetz kommen dank DSL noch schneller im Auerbacher Land an. Bild: swt

Der Startschuss für den Breitbandausbau ist gefallen. Mit einer Fördersumme von 900 000 Euro liegt Auerbach an der Spitze in Bayern. Profitieren wird vor allem das Umland. Lediglich Hagenohe muss trotz anderer Ankündigungen im Vorfeld auf schnelleres Internet erneut verzichten.

Die SRZ hörte sich bei den Stadträten und Ortssprechern um. Martin Schleicher (CSU, Hagenohe), Josef Lehner (CUU, Ortlesbrunn), Josef Stiefler-Ebert (FW/AA, Nasnitz), Wolfgang Wiesent (SPD, Degelsdorf, Zogenreuth und Reichenbach) und Wolfgang Meiller (CUU, Ranna) standen Rede und Antwort.

Was erhoffen Sie sich von der geplanten Breitbandversorgung?

Martin Schleicher: Wir hofften natürlich, dass die Altgemeinde Ranzenthal komplett von dieser Investition profitiert, so wie es beim einstimmigen Beschluss des Stadtrates im Juli 2015 vorgestellt wurde. Demnach sollte etwa Ranzenthal mit ca. 50 Mbit versorgt und Hagenohe mit der zehnfachen Geschwindigkeit der jetzigen bedient werden.

Josef Lehner: Die Versorgung wird sicherlich eine Verbesserung in verschiedenen Richtungen bringen. Als erstes denkt man an den privaten Bereich, aber in der Hauptsache benötigen unsere Industrie- und Gewerbetriebe ein schnelleres Netz. Datenübertragungen werden schneller und neue Kommunikationswege wie Videotelefonie können flächendeckend in den Betrieben genutzt werden. Für uns alle wird das Highspeednetz sicherlich weniger Langeweile vor dem Bildschirm bedeuten.

Josef Stiefler-Ebert: Durch die Breitbandversorgung kann auch im ländlichen Bereich die erforderliche Infrastruktur bereitgestellt werden. Das ist nicht nur für Handwerk und Dienstleister sehr wichtig, auch im schulischen Alltag wird auf Netzangebote zum Lernen zurückgegriffen. Smart-TV und Internettelefonie werden in wenigen Jahren Standard sein. Dies ist ohne eine Breitbandversorgung nicht möglich.

Wolfgang Wiesent: Von der schnelleren Datenübertragung profitieren private Haushalte ebenso wie Betriebe im Umland. Das ist ein Anschluss an den Rest der Welt, auch wenn wir alle wissen, dass uns die Metropolregionen wie München natürlich immer einen Schritt voraus sein werden.

Wolfgang Meiller: Ranna ist seit sechs Jahren durch eine Kooperation von Auerbach und Neuhaus an ein schnelles Glasfasernetz angebunden. 35 000 Euro hat die Stadt damals investiert. Ich freue mich natürlich, dass auch die anderen Ortsteile nun in diesen Genuss kommen.

Wie haben ihre Bürger reagiert?

Martin Schleicher: Grundsätzlich haben die Bürger bis auf wenige Ausnahmen erstmal positiv reagiert. Bei der Bürgerversammlung in Steinamwasser wurde aber ein herber Rückschlag verkündet. Demnach ist anscheinend Hagenohe wieder einmal aus der Datenbeschleunigung herausgefallen und bleibt vorerst auf der Kriech- oder Standspur stehen. Die Stadt Auerbach bemüht sich aber ernsthaft kurzfristig um eine Lösung und will auch zusätzlich nach Möglichkeiten für den nördlichsten Ort recherchieren.

Josef Lehner: Uns wurde nur Positives berichtet; unsere Bürger freuen sich schon darauf. Aufgrund der vielen Fragen haben wir seitens der CUU-Fraktion einen Fragenkatalog erstellt, der über die Stadtverwaltung an den Vertragspartner weitergeleitet wurde. Zum Teil liegen uns die Antworten schon vor. Sicherlich wird auch die Stadt Auerbach entsprechend über die Rahmenbedingungen und Geschwindigkeiten informieren.

Josef Stiefler-Ebert: Viele Bürger warten schon sehnsüchtig darauf. Zitat einer Weidlwanger Mutter, die ein studierendes Kind hat: "Mein Sohn kommt nur sehr selten am Wochenende nach Hause, da er aufgrund der schlechten Internetverbindung in Weidlwang nicht lernen kann."

Wolfgang Wiesent: Es gab nur positive Reaktionen aus der Bevölkerung. Endlich wird auch das flache Land mit einbezogen.

Wolfgang Meiller: Unsere Bürger in Ranna freuen sich schon seit langem über die Möglichkeit, aus dem Vollen zu schöpfen. Das wird sicherlich auch bei den Bewohnern in den anderen Ortsteilen der Fall sein.

Wann ist mit dem schnelleren Netz zu rechnen?

Martin Schleicher: Die ausführende Firma NGS hat Ende vergangenen Monats mit der Stadt vereinbart, dass die Arbeiten nach vorheriger Feinabstimmung bis Ende Februar 2017 abgeschlossen sind.

Josef Lehner: Ein konkretes Datum wird der Anbieter Süc-Dacor nennen, und es wird entsprechende Infoversammlungen dazu geben. Wichtig ist: Bitte nicht schon vorher beim aktuellen Anbieter kündigen, das übernimmt der neue Anbieter.

Aufgrund der Förderbestimmungen muss der Ausbau bis März 2017 abgeschlossen sein, da voraussichtlich 2018 das Telefonfestnetz stillgelegt und das Telefon über Internet (VoIP) geschaltet wird.

Josef Stiefler-Ebert: Mit der Vergabe des Auftrags hat die ausführende Firma ein Jahr Zeit, um die Baumaßnahme umzusetzen. Je früher sie fertig wird, desto besser.

Die Fördersumme ist höchstmöglich ausgeschöpft - und damit das maximal Vertretbare für die Bürger erreicht worden. Hier hat die Stadtverwaltung sehr gute Arbeit geleistet, was sich auch im einstimmigen Beschluss der Stadträte widerspiegelt. Sicherlich werden nicht überall 50 MBit ankommen, aber eine deutliche Steigerung werden auch diejenigen Haushalte spüren, die nicht direkt an einer Ausbauroute liegen.

Wolfgang Wiesent: Wir hoffen auf eine schnelle Umsetzung. Der Anbieter hat ein Jahr Zeit. Einzelheiten sind mir aber noch nicht bekannt.

Wolfgang Meiller: Es wird sicherlich Informationsveranstaltungen geben, um den genauen Zeitplan für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die Möglichkeit zu schaffen, Fragen zu beantworten. (Im Blickpunkt)

Verlegung der Kabel ab Juni

Auerbach. Die Stadt Auerbach investiert in die Verbesserung der Online-Infrastruktur rund 1,23 Millionen Euro bei einer Fördersumme von 900 000 Euro. In zwölf Monaten kann die schnelle Internet-Anbindung genutzt werden, ist sich Bürgermeister Joachim Neuß sicher. Derzeit laufen Gespräche übe Kabelverlegungen zwischen den Firmen, die im Umland unter anderem auch die AS 43 weiter ausbauen, und dem Anbieter der Internet-Infrastruktur, NGN Fiber Network KG.

Voraussichtlich ab Juni werden Glasfaserleitungen zu den Kabelverzweigern folgender Ortsteile geführt: Mühldorf, Ranzenthal, Gunzendorf, Steinamwasser, Ohrenbach, Weidlwang, Nasnitz, Pferrach, Michelfeld, Sägmühle, Reichenbach, Degelsdorf, Zogenreuth, Gewerbegebiet Lohe Süd, Sand, Welluck und Nitzlbuch. Über die Süc-dacor-GmbH, ein Telekommunikations- und Internetdienstleister aus Coburg, können Nutzer dann Verträge für die Bereitstellung des Online-Angebotes abschließen.

Mit Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeits-Netzes stehen in den Gemeindeteilen dann mindestens 30 bis 100 Mbit/s im Downloadbereich und 2 bis 10 Mbit/s an Übertragungsraten im Upload zur Verfügung. Profitieren werden auch die benachbarten, nicht direkt angeschlossenen Ortsteile, so dass sich die Übertragungsraten auch in Hagenohe, Ortlesbrunn, Ligenz und Leiten deutlich erhöhen sollten.
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