Stadtrat genehmigt die Pläne für eine 3,1 Millionen Euro teure Sanierung
Handlungsbedarf im Rathaus

Die Ansicht zum Haupteingang des Rathauses ändert sich insofern, als die Fenster architektonisch angeglichen werden. Das Portal wird mit einer Glastür versehen. Bild: swt

Eine Komfortsanierung wird es nicht, aber die Renovierung des Rathauses in Auerbach ist dringend notwendig. Die Statiker haben vor allem in den Geschossdecken marode Zustände entdeckt.

"Noch bricht nichts zusammen", betonte der Architekt Urban Meiller, "dennoch muss gehandelt werden." Rund 3,1 Millionen Euro wird der Eingriff kosten. Das bereits sanierte Einwohnermeldeamt bleibt ausgeklammert.

Ämter wechseln Räume


Gegenüber, wo jetzt das Bauamt logiert, sollen die Gewölbetonnen freigelegt werden; größere Büros entstehen. Nach der Sanierung ziehen hier das Hauptamt, das Standesamt und die Liegenschaftsverwaltung ein. Das Bauamt siedelt in den ersten Stock um, wo jetzt noch die Kasse untergebracht ist. Sie wechselt über den Flur.

Eingebaut wird ein Aufzug, der zusammen mit rollstuhlgerechten Eingängen die Barrierefreiheit gewährleistet. Dazu kommt an der Giebelseite am Oberen Markt ein zusätzlicher Zugang, der für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Der Haupteingang bleibt aber an der rechten Seite.

Alle Flure sollen mit Solnhofener Platten belegt werden. Die Zimmer erhalten pflegeleichte Böden. Neu und praktisch ausgestattet werden die Verwaltungstoiletten. Ein öffentliches WC kommt im Erdgeschoss dazu, rechts neben dem Haupteingang.

Am Sitzungssaal, dem historische Prunkstück des Rathauses, ändert sich nur wenig. Die Nische im hinteren Bereich, die derzeit Besucherplätze bietet, wird rückgebaut und mit einem Zugang vom Sitzungssaal aus versehen. Dort entsteht ein multifunktionaler Raum für Besprechungen. Für besondere Anlässe kann er vom Flur aus mit drei beweglichen Türen geöffnet werden. Das ermöglicht auch eine kleine Bewirtung bei Empfängen oder Hochzeiten. Die drei Türen schließen im Brandfall automatisch. Evakuiert würde über die Stadtkämmerei im vorderen Gebäudeteil im zweiten Stock.

Das Dachgeschoss wird nicht angetastet. Allerdings muss das dort angesiedelte Archiv raus. Es wird voraussichtlich ins Schenklschulhaus umziehen. Brandschutzauflagen würden eine Renovierung des Daches sehr kostspielig machen. Lediglich die Lüftungsanlage für den Sitzungssaal wird dort bleiben. Sie muss aber durch feuerfeste Einhausungen gesichert werden.

Dämmung nicht möglich


An der Außenfassade werden die Fenster baulich angeglichen. Die Holztüren an den Eingängen sollen durch Glas ersetzt werden. Außerdem wird ein neuer Außenputz energetische Vorteile bringen. Dämmungen sind wegen der Vorgaben des Denkmalschutzes nicht möglich.

Urban Meiller rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. Begonnen wird, wenn die Verwaltung ins Ausweichquartier im ehemaligen Ruder-Gebäude (Hotel Goldner Löwe) umziehen kann. Dies wird voraussichtlich im zweiten oder dritten Quartal 2017 der Fall sein.

Die Stadträte lobten die funktionale Planung. Bernd Scheller von den Grünen fragte nach den Möglichkeiten einer Klimaanlage und erfuhr, dass sie die Kosten in die Höhe treiben würde. Jetzt liegen sie bei rund 3,1 Millionen Euro. Das Kommunalinvestitionsprogramm (382 000 Euro) und die Städtebauförderung (576 000 Euro) mildern die Last etwas, aber 2,124 Millionen Euro bleiben an der Stadt hängen. Der Rat genehmigte die Pläne einstimmig.
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