Städtischer Kindergarten steht während seiner Renovierung nicht zur Verfügung
Unterschlupf in der Schule

Ein Bauzaun umgibt das alte Kindergartengebäude. Im Inneren wird bereits kräftig entkernt und für die Generalsanierung gearbeitet. Bilder: swt (2)
 
Die Maulwürfe sind im Obergeschoss des Schulanbaus einquartiert. Die Brotzeit schmeckt den Kindern auch dort. Die Teams des Kindergartens wurden in den vergangenen Wochen vor große Herausforderungen gestellt.

Bären und Maulwürfe, Mäuse und Marienkäfer tummeln sich derzeit im Anbau der Dr. Heinrich-Stromer-Grundschule. Ein Zoo ist es allerdings nicht, der hier sein Quartier aufgeschlagen hat.

Der städtische Kindergarten ist für ein Jahr in die Räume der Schule eingezogen. Seine Gruppen tragen Tiernamen. Das eigentliche Kindergartengebäude nebenan wird nämlich generalsaniert. Das ist eine logistische und organisatorische Herausforderung für Leiterin Annemarie Förster und ihr Team.

Drei Wochen Ferien hatte der Kindergarten im August. Eltern und Mitarbeiter räumten in dieser Zeit die Einrichtung aus, lagerten alles in der Schulaula zwischen und bereiteten dann die Räume im Ausweichquartier vor. Zuvor waren hier die Klassenzimmer ausgeräumt worden.

Bauhof schnell und effektiv


Wände wurden geweißelt, Zwischenwände eingezogen, Brotzeiträume, Miniküchen für die Kleinen eingerichtet. Wasser und Elektrik sind installiert worden. Für alles war der städtische Bauhof zuständig, der schnell und effektiv gearbeitet hat. Dafür ist Annemarie Förster dankbar, konnte sie doch mit ihren Mitarbeitern vier Gruppenzimmer, Garderoben und Räume für Frühförderung und musikalische Früherziehung wieder kindgerecht einrichten.

"Wir haben die Zimmer mit unseren Vorhängen, selbst gebastelten Dekorationen und natürlich mit den benötigten Materialien eingeräumt," erzählt sie. Auch das Gruppenzimmer für die neu gegründete Kleinkindgruppe ab zwei Jahren wurde hell und freundlich gestaltet. Hier schließt sich sogar ein kleiner Schlaf- und Ruheraum an. 17 Kinder werden hier betreut. 76 weitere Kinder gehen in die anderen drei Gruppen.

Umzug gut angenommen


Die Eltern und die Kinder hätten den Umzug gut angenommen, erzählt Förster; es gab keine Schwierigkeiten. Geturnt wird nun im Gymnastikraum der Helmut-Ott-Halle, eingeteilt in drei Altersgruppen.

Schwierig wird es nur, wenn die Kinder zur Toilette müssen. Die befindet sich im Haupthaus. "Da muss immer jemand vom Personal mit", erklärt Annemarie Förster. "Die Kinder bekommen die schweren Türen nicht selbst auf, und außerdem sollen ja die Schulkinder nicht beim Unterricht gestört werden. Das nimmt schon einen Teil des Tages in Anspruch", schmunzelt sie, denn aufs Klo muss eigentlich immer jemand.

Gespräch auf Ungarisch


Auch zwei Flüchtlingskinder werden derzeit im Kindergarten betreut. Sie besuchen den Vorkurs Deutsch, bevor sie eingeschult werden. Auch einige ungarische Kinder gehen in die Einrichtung. Da ist es von Vorteil, dass Erzieherin Heidi Bruckner aus der Bärengruppe ungarisch spricht.

Rund 1,8 Millionen


Sehr gut klappt die Zusammenarbeit mit der Grundschule. Annemarie Förster ist dankbar, dass ihre Kinder hier Unterschlupf gefunden haben, während im Kindergarten bereits kräftig gewerkelt wird. Die Räume werden nahezu entkernt und auf den neuesten Stand gebracht, auch brandschutztechnisch. Insgesamt soll die Sanierung rund 1,8 Millionen Euro kosten. Etwa die Hälfte fließen als Zuschuss aus Staatsmitteln zurück an die Stadt. (Mehr zum Thema)

Jede Woche gibt's einen Suppentag

Auerbach. (swt) 70 Mädchen und Buben bekommen im städtischen Kindergarten ein warmes Mittagessen. Zweimal wöchentlich kocht Jaqueline Wölfel nebenan im Schülercafé der Mittelschule; drei Essen liefert ein Auerbacher Metzgerbetrieb. "Das ging aus organisatorischen Gründen nicht anders. Das Schülercafé wird auch für Unterricht und die Versorgung der offenen Ganztagsschule benötigt. Wenn wir wieder im neuen Gebäude sind, dann kochen wir wieder selbst", erklärt Kindergartenleiterin Annemarie Förster.

Gegessen wird in den Gruppenzimmern, was auch zu organisieren war. Es gibt einen Speiseplan, einen Suppentag und viel Abwechslung beim Essen. Auch Schulkinder können hier mit versorgt werden. "Hausaufgabenbetreuung machen wir aber nicht", sagt Förster schmunzelnd.

Wir haben die Zimmer mit unseren Vorhängen, selbst gebastelten Dekorationen und natürlich mit den benötigten Materialien eingeräumt.Kindergarten-Leiterin Annemarie Förster
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