VdK Auerbach zieht Jahresbilanz
Wiederbelebung aus dem Stand

Das Treueabzeichen in Gold konnte Josef Wagner aus Neuzirkendorf (Fünfter von links) entgegennehmen. Der 91-jährige Jubilar ist seit 65 Jahren Mitglied beim VdK-Ortsverband. Mit im Bild Vorsitzende Heidi Deinlein (Fünfte von rechts), Bürgermeister Joachim Neuß (Zweiter von links), Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty (rechts) und Kreis-Ehrenvorsitzender Herbert Göth (Zweiter von rechts). Bild: Schleicher
 
Das Treueabzeichen in Gold konnte Josef Wagner aus Neuzirkendorf (Fünfter von links) entgegennehmen. Der 91-jährige Jubilar ist seit 65 Jahren Mitglied beim VdK-Ortsverband. Mit im Bild Vorsitzende Heidi Deinlein (Fünfte von rechts), Bürgermeister Joachim Neuß (Zweiter von links), Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty (rechts) und Kreis-Ehrenvorsitzender Herbert Göth (Zweiter von rechts). Bild: Schleicher

Viel Anerkennung gab es nach einem Jahr Bewährungsprobe bei der Hauptversammlung des VdK-Ortsverbandes im Nitzlbucher Schützenheim für das Vorstandsteam. "Jetzt ist der VdK wieder voll da in Auerbach", zeigte sich Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty mit der Entwicklung höchst zufrieden.

"Was die Verantwortlichen da innerhalb eines Jahres auf die Beine gestellt haben, das könnte fast zum Futterneid führen", gestand sie in ihrer Funktion als OV-Vorsitzende Amberg-Südost. Der Arbeit der Verantwortlichen in Harmonie bringe sie großen Respekt entgegen, erklärte die Kreisvorsitzende und überbrachte ein dickes Dankeschön. "Der VdK-Ortsverband muss sein Licht nicht unter den Scheffel stellen". Von den 1,75 Millionen Mitgliedern deutschlandweit entfallen 650 000 auf Bayern, jeder fünfte Bürger ist damit VdK-Mitglied.

Mehr Altersarmut


9500 Mitglieder kann der Kreisverband Amberg-Sulzbach auf sich vereinigen. Als einziger Verein vermelde der VdK einen ständigen Anstieg der Mitgliederzahlen, der zugleich auch bedauerlich sei. Zunehmende Armut in der Gesellschaft verstärke diesen Zulauf. Auf über 300 000 summiere sich die Zahl der Beratungen im Freistaat, 24 000 Widersprüche wurden vom Sozialverband gegen Behörden eingelegt mit dem Ergebnis von mehr als 9 Millionen an Nachzahlungen. Die Altersarmut nehme zu, mehr als 117 000 Menschen in Bayern seien auf die Grundsicherung angewiesen. Als Riesenerfolg führte die Kreisvorsitzende mit dem Inkrafttreten der Pflegereform ab dem Jahr 2017 die finanzielle Gleichstellung von Demenzkranken gegenüber körperlich Kranker an. Stolz sei man auf das Ergebnis von 30 529 Euro aus den 28 Ortsverbänden bei der Sammlung "Helft Wunden heilen". Es ermöglicht Hilfe für Kranke und Alte.

Gegen Barrieren


Weiter informierte Kies-Baldasty über die Kampagne "Weg mit den Barrieren" als Reaktion auf die Ankündigung des Ministerpräsidenten Seehofer, bis 2023 sei ganz Bayern barrierefrei. "Nur muss er einmal damit anfangen", schloss sich auch Bürgermeister Joachim Neuß dieser Forderung an. Die Kommunen versuchen bereits die Umsetzung. "Ob wir es schaffen, dieses Ziel zu erreichen und überall Barrierefreiheit ermöglichen können, kann ich nicht versprechen", erklärte Neuß. Zumal staatliche Vorgaben nicht immer hilfreich seien, wie beim Denkmalschutz.

Er berief sich auf Erfahrungen bei der Sanierung des Bürgerhauses oder aktuell mit der Rathaussanierung. "Wir werden auch den Eingang zum Rathaus barrierefrei machen und einen Aufzug einbauen", kündigte der Rathauschef an. Eine Lösung habe sich laut Neuß auch für die Überwindung der Podeste beim Treppenaufgang für Menschen mit Handicap gefunden. Erleichterung beim Stadtoberhaupt auch darüber, den VdK-Ortsverband Auerbach nach Jahren des Durchhängens jetzt wieder als ganz aktiven Sozialverband zu erleben. Der Dank gelte in erster Linie der Vorstandschaft für die tolle "Wiederbelebung aus dem Stand heraus". Neuß sprach von einer gewissen Schieflage im Lande, wenn man 77 Jahre nach dem Beschluss des Grundgesetzes zur Chancengleichheit für alle Menschen jetzt feststellen müsse, dass immer mehr Menschen nach 45 Arbeitsjahren nicht mehr von ihrer Rente leben können.

Die Kluft zwischen Armen und Reichen drifte zunehmend auseinander. In ihrem Blick zurück räumte die Vorsitzende ein: "Die Anfangszeit war nicht einfach", betraten doch nahezu alle Vorstandsmitglieder Neuland. Inzwischen konnten schon einige Aktivitäten etabliert werden, wie das monatliche Plauderstündchen. Erreicht werden konnte vor allem, dass seit Februar wieder eine rechtsverbindliche Beratung in Auerbach durch einen Vertreter der Kreisgeschäftsstelle Amberg stattfindet, zunächst probeweise für ein halbes Jahr. Die rege Inanspruchnahme zeuge vom Bedarf.

Mit dem Anteilsbetrag aus "Helft Wunden heilen" wird der Ortsverband in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Bayreuth und den Schulen hilfsbedürftige Auerbacher, auch Kinder, unterstützen. Werner Kormann konnte bei seinem Kassenbericht einen leichten Überschuss vermelden. Statt Kränzen bei Beerdigungen von Mitgliedern wird an Angehörige ein Gutschein einer Gärtnerei übergeben. Vom Sammelergebnis aus "Helft Wunden heilen" in Höhe von 2851 Euro verbleiben 50 Prozent beim Ortsverband mit seinen 476 Mitgliedern.

Zum Wurzelmuseum


Das Programm 2016 sieht einen Muttertags-/Vatertagsausflug am 30. April vor. Die Halbtagesfahrt führt nach Erbendorf mit Abstecher in das Wurzelmuseum in Tremmersdorf. Der Nepal-Himalaya-Pavillon in Wiesent ist das Ziel der Tagesfahrt am 25. September mit Besuch des historischen Schwandorfer Felsenlabyrinthes. Die Weihnachtsfeier ist für 27. November im Schützenheim in Nitzlbuch vorgesehen.

Einbringen will sich der Ortsverband mit bei der Kampagne des VdK 2016 "Weg mit den Barrieren". Entsprechende Formulare sind beim VdK erhältlich.

EhrungenJosef Wagner aus Neuzirkendorf ist seit 65 Jahren Mitglied beim VdK-Ortsverband. Für zehn Jahre Zugehörigkeit wurden geehrt: Heidemarie Kormann, Werner Kormann, Christel Kohlmann, Christa Böhm, Karlheinz Keller, Emil Marx, Helga Fellner, Wolfgang Meiler, Walter Lechner, Gudrun Herdl, Alfred Strobl, Dorothea Schwemmer, Gerhard Baier, Michael Wache, Sabine Brunhuber, Georg Friedl, Karlheinz Wichtrei, Emma Schlegl, Martina Geyer, Hans Barth, Petra Förster, Alfred Hümmer, Michaela Meyer, Thomas Meyer, Martha Schur, Georg Roßbacher, Manfred Pleier, Helmut Bader, Ute Bauer. (cs)
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