Versammlung der Jägerkameraden
Die Sauen werden zur Plage

Die Hegeschau ist zugleich "Erntedankfest" der Jäger. Hegegemeinschaftsleiter und zugleich 2. Vorsitzender der Jägerkameradschaft Dr. Heinrich Krodel (links) zeigte sich höchst erfreut über das Ergebnis. Mit im Bild der Vorsitzende der Jägerkameradschaft Dieter Möller. Bild: swt

Glücklich, einen solchen Erfolg präsentieren zu können, zeigte sich Hegegemeinschaftsleiter Dr. Heinrich Krodel bei der großen Hegeschau der Jägerkameradschaft. Alleine 2015 kamen 95 Böcke, 102 Geißen und 99 Kitze zur Strecke.

Allerdings galt es 2015 auch 50 Stück Fallwild, meist Verkehrsopfer, zu beklagen, was einen wirtschaftlichen Verlust für die Jäger bedeutet und darüber hinaus für den Hegering. Manches Herz werde höher schlagen bei solchen Gehörnen wie in der Schau, zumal in vergangenen Jahren ab und an die Ergebnisse etwas deprimierend ausfielen.

"Heuer sind in der Mehrzahl gute Böcke zu finden, die zur Strecke gekommen sind", so Krodel bei der Hegeschau. Aufmunternde Worte waren für den Fall gedacht, wenn die Jagd nicht zum Erfolg führte. "Auch ein Pirschgang kann ein Glücksgefühl vermitteln." Der Hegering Auerbach mit 7000 Hektar umfasst 14 Reviere. Offen diskutiert wurde in der Gemeinschaft über das Wildschweinproblem, berichtete Dr. Krodel. "Es müssen Lösungen gefunden werden, und wir sind innerhalb des Hegeringes optimistisch, welche zu finden."

Konsens erreichen


Grundlage für die Rehwild-Abschusszahlen sei das Verbissgutachten, das immer noch ein bisschen zu schlecht ausfalle. In konstruktiver Zusammenarbeit wolle man einen Abschusskonsens erreichen, mit dem man dem Verbissgutachten Rechnung getragen habe. "Es ist ein gutes Ergebnis, das wir in den vergangenen drei Jahren erzielten."

Informationen bekamen Jäger, Revierinhaber und Jagdgenossen zu akustischen und anderen Wildrettern für Rehkitze während der Grünlandmahd - ob sie etwas bewirkten, sei noch nicht bekannt. Er, so Krodel, verspreche sich schon etwas davon. Damit könnte der Schaden für Jäger verringert werden.

Wichtige Altersbestimmung


"So ein Zahn lügt nicht", kommentierte der Hegegemeinschaftsleiter die Ausführungen seines Stellvertreters Anton Fuchs über die kostenlose Möglichkeit der Altersbestimmung von Böcken durch die Zahnzementanalyse.

"Überall im Gespräch sind die Sauen", wandte sich Krodel dem großen Problem mit den Schwarzkitteln zu. Mittlerweile werde von einer Plage gesprochen. Über 70 000 Stück lagen in Bayern 2015 auf der Strecke. In der Hegegemeinschaft Auerbach konnten im Vorjahr 217 (2014: 164, 2013: 160) erlegt werden. "Ein Verdienst der Jäger, die ihr Handwerk immer besser verstehen", dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine gute Sache wäre es natürlich, so Heinrich Krodel, wenn sich zwei oder drei Reviere bei der Jagd auf das Schwarzwild zusammentäten.

"Wegen der Strahlenbelastung müssen wir uns nicht sorgen", gab er den Jägern mit auf den Weg, mahnte aber zugleich an, Sorge dafür zu tragen und soweit als möglich alles zu versuchen, um beste Qualität zu liefern. 133 Messungen im Jahr 2015 ergaben Belastungen von jeweils zwischen 50 und 80 Becquerel pro Kilo Wild - unbedenklich.

Mehr für Hunde tun


Vermisst wurden von Georg Faber die Jagdhunde als wichtige Zielgruppe. Nach seiner Meinung werde dafür zu wenig getan. So regte er zumindest Treffen mit Hunden an, um etwas gemeinsam zu unternehmen. Vorsitzender Dieter Möller zeigte ein offenes Ohr dafür, er will sich um eine Abteilung Hundewesen bemühen.

BR-VeranstaltungNoch steht es in den Sternen, ob es zur Realisierung einer BR-Benefizaktion "Sternstunden" in Auerbach kommt, doch der wiedergewählte Vorsitzende Dieter Möller, seit 2002 an der Spitze der Jägerkameradschaft, gibt sich nach einem Vorstoß in Nürnberg optimistisch: "Wir schaffen das". Ein fester Plan des Veranstalters ist erforderlich, um sich in das Bewerberkarussell einzureihen. Und daran sollte es nicht scheitern, die Verantwortlichen haben bereits eine Vorstellung über den Ablauf unter Einbeziehung des Bläserkorps. "Auch der Verkauf von Wildspezialitäten wird ein Zugpferd sein", so Möller. (cs)
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