Zugänge zu öffentlichen Gebäude und der Straßenraum auf dem Prüfstand
VdK legt eine Mängelliste vor

Vor Ort machten die beiden VdK-Vorsitzenden Heidi Deinlein und Gerda Suft (mit Rollator) Kirchenpfleger Wilhelm Schelz auf die Probleme aufmerksam, die sich an der schweren Tür der Pfarrkirche stellen. Bild: cs

"Weg mit den Barrieren" fordert der Sozialverband VdK. Auf der Suche nach Stolpersteinen für behinderte Menschen und Rollatorfahrer ist er auch in der Stadt Auerbach fündig geworden.

Die beiden Vorsitzenden Heidi Deinlein und Gerda Suft haben "Brennpunkte" ausgemacht und die Verantwortlichen darauf hingewiesen. Damit verbinden sie die Bitte, tätig zu werden.

Handlungsbedarf sieht der VdK im Bürgerhaus am Unteren Markt. Es verfüge zwar über Aufzug und Behindertentoilette, aber seine Tür könnten Menschen im Rollstuhl oder am Rollator nicht bewegen. Lob gibt es für den neuen, behindertengerecht angelegten Eingang zum Friedhof gegenüber der Gärtnerei Schnödt. Einziges Manko: Rollstuhlfahrer, die in Fahrzeugen mit Rampe kommen, hätten es schwer, wenn schon ein anderer Wagen dort parkt.

Der Ortsverband hofft, dass bei der Rathaussanierung an einen Eingang gedacht wird, der auch für Menschen körperlicher Einschränkung gut zu passieren ist. Überlegenswert erscheint es dem VdK, das Parkverbot am Haupteingang nach oben zu verschieben: Dann wäre zumindest die Rathaustür problemlos zu erreichen.

Treppenlift vorgeschlagen


Barrierefreie Zugänge fehlen in der Grund- und Mittelschule. Ein Treppenlift könnte das Problem zumindest teilweise beheben. Vermisst wird auch eine behindertengerechte Gestaltung im hinteren Teil der Grundschule, wo zum Beispiel Theateraufführungen stattfinden. In einem Appell ruft die VdK-Vorsitzende dazu auf, alle Bordsteine, soweit noch nicht geschehen, abzusenken.

Mit dem barrierefreien Zutritt am hinteren rechten Eingang der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ist die katholische Kirchenstiftung bereits den Anforderungen nachgekommen. In einem Schreiben an Dekan Markus Flasinski würdigt die VdK-Vorsitzende diese Gestaltung als in die Zukunft gerichtet. "Wir haben gleich am Anfang der Sanierungsmaßnahme auf einen behindertengerechten Eingang gepocht", erklärte Kirchenpfleger Wilhelm Schelz vor Ort.

Tür noch ein Hindernis


Allerdings stellt die schwere Eingangstüre ("sie ist ohne Hilfe nicht zu bewegen") noch ein Hindernis für Besucher des Gotteshauses dar. In der Kirchenverwaltung werde darüber nachgedacht, versicherte Schelz. Ob Abhilfe durch Sensoren oder Elektronik möglich ist, müsse der Architekt prüfen. Gute Noten gab Heidi Deinlein dem Eingang an der ehemaligen Arche und wünschte sich Ähnliches für das Haus Emmaus.

Zugänge zur Grund- und Mittelschule erfüllen DIN-Norm nichtBauamtsleiterin Margit Ebner äußerte sich zu Kritik und Anregungen des VdK-Ortsverbands im Blick auf ein barrierefreies Auerbach. Zur Situation in der Grund- und Mittelschule stellte sie fest: "Es ist uns selbstverständlich bewusst, dass die beiden Schulen in keinem Fall die DIN-Norm erfüllen."

Untersuchungen der beiden Häuser hätten ergeben, dass Teile der Grundschule neu errichtet werden müssten und die Mittelschule einer grundlegenden Sanierung bedarf, um die derzeit gültigen Vorschriften zu erfüllen. Zunächst bleibe die Frage nach der Finanzierung dieser Maßnahmen zu klären.

Was den Parkplatz vor dem neu gestalteten Friedhofseingang angeht, hieß es aus dem Bauamt: "Parken ist hier grundsätzlich nicht erlaubt." Ein Behindertenparkplatz und weitere Parkflächen würden am Eingang Sandstraße errichtet im Zusammenhang mit der Anlage des Friedhains. Die Arbeiten gingen noch in diesem Jahr über die Bühne.

Die DIN-Norm schreibe Absenkungen für Rollstuhlfahrer außerhalb von Kreuzungs- und Einmündungsbereichen vor. "Das ist nicht immer der kürzeste Weg über eine Kreuzung oder entspricht nicht immer dem direkten Weg zu einem Ziel", gab sie zu bedenken.

Wenig Aussicht auf eine Änderung bestehe an der Eingangstür zum Bürgerhaus. Sie müsse aus Brandschutzgründen nach außen geöffnet werden. Gleichzeitig wurde die Tür mit einem Mechanismus ausgestattet, der das sichere Verschließen gewährleistet.

"Es ist der Stadt durchaus bewusst, dass die Tür für einen körperlich eingeschränkten Bürger schwer zu öffnen ist", räumte Ebner ein. Während der Öffnungszeiten sei aber fast immer Personal im Erdgeschoss anwesend und könne Hilfe leisten. Auf eine automatische Tür wurde wegen der hohen Frequenz am Unteren Markt verzichtet. (cs)
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