Zwei junge Frauen vor dem Eintritt in den Orden der Schulschwestern
„Gott hat einen Plan für uns“

Simona und Sandra (von links), zwei angehende Novizinnen im Mutterhaus Auerbach, werden am Samstag feierlich einkleidet. Dazu wird Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg erwartet. Bild: swt

"Bete! Das geht ganz einfach, indem du mit Gott redest. Leg mal dein Handy weg, weil es da jemanden gibt, der dich mehr liebt als alle Facebook- oder WhatsApp-Freunde!" So simpel ist der Rat, den Simona Borstner aus Kärnten den jungen Menschen heute gibt.

Die 20-Jährige wird am kommenden Samstag zusammen mit Sandra Walter aus Mindelstetten, 27 Jahre alt, im Mutterhaus in Auerbach eingekleidet. Beide treten in den Orden der Schulschwestern von unserer lieben Frau ein.

Namen noch geheim


Erzbischof Ludwig Schick wird den Gottesdienst halten und auch die Ordensnamen bekanntgeben, unter denen die jungen Frauen künftig leben werden. Je drei Namen haben sich beide aussuchen können, ihre Wünsche der Ordensleitung vorgelegt. Noch sind diese streng geheim.

"Der Wunsch, Braut Christi zu werden, hat mich schon mein ganzes Leben lang begleitet, aber im Verborgenen." Im Alter von 15 Jahren etwa reifte dann der Gedanke, in Gottes Nähe zu kommen und Klosterschwester zu werden. So schildert es Simona unserer Zeitung.

Die junge Frau aus Österreich ist in einer sehr religiösen Familie mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Sie hat ihr Abitur gemacht und strebt den Beruf der Erzieherin an. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, wie sie findet. Was bewegt sie, ins Kloster einzutreten? "Die Sehnsucht, ganz Jesus zu gehören, eigene Träume und Vorstellungen aufzugeben, denn Gott hat schon einen Plan für jeden von uns." Man verzichtet auf Familie und Karriere, denn bei Gott zählen nicht die Stärken, sondern die Schwächen.

Ganz in Weiß


"Da ich aus einem religiösen Umfeld komme, war es keine so große Überraschung für Familie und Freunde", erzählt Simona. Deren Gefühle seien widersprüchlich gewesen, aber die Freunde hätten gesehen, dass sie dieser Schritt glücklich macht. Messe und Gebet haben schon immer zu ihrem Leben gehört. Sie freut sich darauf, ganz in Weiß wie eine Braut gekleidet, den Novizenschleier und das Novizengewand anzulegen.

Freunde freuen sich mit


Ähnlich schildert es Sandra. Die junge Frau hat den Beruf der Werkzeugmechanikerin bei Audi in Ingolstadt gelernt. Vor etwa acht oder neun Jahren spürte sie den Wunsch nach dem Klosterleben in sich. Das Gebet habe bei ihr eine wichtige Rolle gespielt. "Ich erfuhr es als beglückende Wirklichkeit, von Gott geliebt zu werden." Familie und Freunde freuen sich mit über diesen Schritt, denn sie sehen, wie glücklich die junge Frau nun ist.

Der Kontakt zu den Schulschwestern kam zustande, als Sandra eine Schwester der Gemeinschaft bei einem Jugendfestival traf. Daraufhin folgten Besuche im Mutterhaus. "Ich fühlte mich wohl in der Gemeinschaft, es gefiel mir immer besser." Ende Februar 2016 kam Sandra dann ganz nach Auerbach.

Für die jungen Leute hat auch sie einen Rat. "Ich rate jedem Menschen, Gott im Gebet zu suchen. Das Herz für die Liebe Gottes zu öffnen. Dazu gehört Mut. Aber Gott wird sich von jedem finden lassen, der ihn aufrichtig sucht."

Künftig wird die junge Novizin nach der Einkleidung im Mutterhaus im Garten und im Haus ihre Beschäftigung finden.

Zum AblaufDer Gottesdienst mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg, beginnt am Samstag, 3. September, um 10 Uhr in der Mutterhauskirche Auerbach. Während der Einkleidungsfeier legen drei weitere Klosterfrauen Gelübde ab. Für die beiden Schwestern Mariens, Klarissa und Ancilla, wird es ihre zeitliche Profess sein, für Schwester Gabriele die ewige Profess.

Am Vorabend, 2. September, spielt die Ordensjugend um 18.30 Uhr in der Turnhalle der Realschule Szenen aus dem Leben der seligen Mutter Teresa, die am 4. September 2016 heiliggesprochen wird. Daran schließt sich eine Vigilfeier an; eine gestaltete Anbetungsstunde, um den Segen Gottes für die Festtagskinder zu erflehen. Alle Gläubigen sind eingeladen, mitzufeiern. (swt)


Ich erfuhr es als beglückende Wirklichkeit, von Gott geliebt zu werden.Sandra Walter


Da ich aus einem religiösen Umfeld komme, war es keine so große Überraschung für Familie und Freunde.Simona Borstner
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