Ein Schatz und viel Erkenntnis

Zauberei mit Licht und Schatten.
Kultur
Bärnau
19.12.2015
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Die Schüler und Lehrer waren restlos begeistert, von der Darbietung des Landestheaters Oberpfalz in der Bärnauer Grundschule. "Der verborgene Schatz" ließ keinerlei Langeweile aufkommen. Einige Szenen waren so spannend, dass der eine oder andere Fingernagel dran glauben musste. Bilder: tr (4)

Mucksmäuschenstill ist es in der Aula der Grundschule. 80 Augenpaare sind auf die Bühne gerichtet. Doris und Christian Hofmann sowie Adrian Stuhlfelner legen sofort los. Ihre Aufgabe: Die Schüler während der kommenden 60 Minuten mit spannendem Schauspiel bei Laune zu halten.

Ob "Der verborgene Schatz" von Paul Maar dafür geeignet ist, wissen die drei Schauspieler vom Landestheater Oberpfalz (LTO) erst hinterher. Um es gleich vorweg zu nehmen, er ist es. Von Anfang an sind die kleinen Zuschauer gefesselt, ist keine Minute dabei, wo Unruhe ins Spiel kommt oder gar gelangweilte Gesichter oder gähnende Münder mit den dazugehörigen kleinen Theaterbesuchern auf dem Stuhl hin und her wackeln.

Verschiedene Rollen


Die drei Schauspieler schlüpfen in verschiedene Rollen und erzählen die Geschichte von Muhar dem Kleinen (vollständiger Name: Muhamar Ben Hadschi Abbul Abbas Ibn Hadschi Davud Al Gossarah) der Jasmina, die schöne und stolze Tochter des reichsten Kaufmanns der Stadt, heiraten möchte. Die lacht ihn nur aus, weil sein Geschäft viel kleiner ist als das von Muhar dem Großen, der sein prunkvolles Schmuckgeschäft in der gleichen Straße hat.

Daraufhin begibt sich der kleine Muhar auf die Suche nach einem Schatz, der ihm die Hand von Jasmina sichern soll. Nach einer gefährlichen Reise findet er tatsächlich Gold und Edelsteine - aber vor allem einen noch viel größeren Schatz als den, nach dem er gesucht hatte.

Drei Erkenntnisse


Es sind drei Erkenntnisse, die ihm auf seiner abenteuerlichen Reise am Ende bleiben: Das Gute, das so nah liegt, in dem Fall die nicht minder schöne aber arme Fatima und dass man manchmal weit gehen muss, um einen Schatz zu finden, der vor der eigenen Haustür liegt und schließlich, dass man an seine Träume glauben und sie nie aus den Augen verlieren soll.

Natürlich geht die Geschichte gut aus, wie es sich für ein Märchen aus 1001 Nacht gehört. Denn als Muhar der Kleine von seiner Schatzsuche zurückkehrt findet er zusammen mit Fatima im eigenen Heimatort einen großen Schatz. Jetzt sind beide reich, vermählen sich und wenn sie nicht gestorben sind ... Als das Stück zu Ende war bewiesen die Bärnauer Kinder, dass auch kleine Hände dazu fähig sind, langanhaltenden und lauten Applaus zu spenden. Und damit sparten sie nicht. Minimalistisch hatten die Techniker des LTO die Bühne in der Aula ausgestattet.

Drei Kleiderständer mit den Klamotten, die für das Stück nötig sind, lederne Sitzkissen, einige Körbe, eine Holztruhe, eine Wasserpfeife und zwei Stellwände aus Holzlatten mit Leinwand bespannt, die wandlungsfähiger kaum eingesetzt werden können. Einfach genial, was die Akteure mit den beiden Teilen alles anstellten. Durch einfaches Drehen oder umlegen stilisierten sie damit alle Lokalitäten die für das Stück gebraucht werden. Verschiedene Räume in denen die Figuren leben, das Dach des Hauses des kleinen Muhar, ein Gasthaus eine Höhle, einen Paravent zum Umziehen und, und, und.

Am 28. November wurde das Stück in der Weidener Regionalbibliothek uraufgeführt und dort täglich bis 13. Dezember gespielt. Anschließend folgte eine Minitournee, die am Donnerstag mit der Vorstellung in der Bärnauer Grundschule endete. Etwa 3000 Kinder zwischen Weiden, Immenreuth, Neunburg vorm Wald und Bärnau haben somit "den verborgenen Schatz" gesehen.

Volltreffer gelandet


Mit dem Stück hat Regisseur Til Rickelt voll ins Schwarze getroffen. Der Sams-Autor versteht es eben Kinder anzusprechen. "Bei diesem Pilotprojekt haben wir sehr viel gelernt", erklären Doris Hofmann und Adrian Stuhlfelner. Die Nabburgerin und der Münchner sind fest angestellte Schauspieler beim LTO und haben festgestellt: "Kinder sind das ehrlichste Publikum."
Kinder sind das ehrlichste Publikum.Doris Hofmann und Adrian Stuhlfelner
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