Bürger wünschen sich Erhalt des Hallenbades - Diskussion
"Ein vertretbarer Aufwand"

Lokales
Bärnau
19.09.2015
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Vier Stunden haben die Stadträte über das Hallenbad diskutiert, die Bürger gehört und nach Lösungen gesucht. "Wir brauchen Fakten", bat Bürgermeister Alfred Stier um ein Gespräch ohne Emotionen. "Wir wissen, dass gerade die Schwimmausbildung für Kinder sehr wichtig ist", wollte Stier diesen Hinweis "nicht zum 10.Mal hören!"

Kurzfristige Absage

Der Bürgermeister verdeutlichte, dass neben baulichen und technischen Mängeln auch die geforderte personelle Betreuung zum Problem werde. Aktuell wären hier Heinrich Schicker als Schwimmmeister oder Mitglieder der Wasserwacht ehrenamtlich tätig. Bei den Fachleuten vermisste der Stadtrat am Donnerstag den Vertreter des Gesundheitsamtes. Der hatte Stunden vorher kurzfristig abgesagt. In der Diskussion wurden allgemein die Versäumnisse der Vergangenheit angeprangert. Hubert Häring (CFWG) forderte das Bad auch für den Schulbetrieb. Und dies sei mit einem "vertretbaren Aufwand und gutem Willen" möglich. Zudem sei das Heizwerk gebaut worden, um das Bad mit zu versorgen. "Das wäre nicht logisch", wandte sich Gottfried Beer (SPD) auch aus diesem Grund gegen eine Schließung.

"Keiner will zusperren", resümierte Roland Heldwein (CSU), aber ohne Konzept wäre es "wie ein Tod auf Raten". Alfred Stier sprach gar von einer Flickschusterei, bei der der stillgelegte Hubboden gar nicht berücksichtigt sei. Auch wusste Stier von einer anstehenden baubiologischen Untersuchung. "Können wir den Betrieb überhaupt verantworten?"

Rudolf Schmid (CFWG) hoffte auf mehr Einnahmen durch eine bessere gastronomische Nutzung. Johannes Dill (SPD) sah das Bad als Teil eines Gesamtpaketes auch bei der Werbung für die Stadt. Zudem sollte die Stadt alles unternehmen, um die Bürger im Ort zu halten. Aus den Reihen der Zuhörern, die bei der Sondersitzung das Rederecht erhielten, wurde auch auf Kosten für ein stillgelegtes Hallenbad verwiesen. "Wir müssten eine neue Nutzung suchen", betonte Stier. Zum Hinweis, dass die Stadt die Reparatur finanzieren könne, verwies Stier auf künftige hohe Ausgaben in Straßen, Kanal und Wasser. "Ich kann das Geld nicht verbraten", kommentierte Stier die Rücklage von rund 900 000 Euro.

Öfter mal ins Bad gehen

"Zusperren wäre eine Katastrophe", urteilte Schulrektor Ulrich Sangl. Eine Fahrt mit Bussen in andere Hallenbäder wäre zeitlich zu aufwendig. Eine Bürgerbefragung zu dem wichtigen Thema wurde von Rainer Schmidkonz ins Spiel gebracht. Stier dazu: "Das Gremium hat das Mandat. Man kann nicht jedes Mal die Bürger fragen." Bei der Einnahmensituation des Hallenbades hatte Siegfried Walter eine einfache Empfehlung an den Stadtrat: Doch selber mal öfter ins Bad gehen.
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