Bürgermeister Alfred Stier weist Anschuldigungen entschieden zurück - Sondersitzung am 17. ...
"Das Hallenbad ist eine Energievernichtungsanlage"

Das Dach ist undicht, Energie wird verschwendet. In einer Sondersitzung am 17. September soll der Stadtrat entscheiden, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll. Bild: kro
Lokales
Bärnau
05.08.2015
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Bürgermeister Alfred Stier wies in seiner Stellungnahme die Behauptungen und Vorwürfe von Markus Fichtner gegen ihn entschieden zurück. "Das war reine Hetze", sagte Stier über die "polemischen und provokanten Worte". Er, Stier, gebe keine Befehle, nur Anweisungen. "Wir brauchen Fakten und keine Emotionen". Stier sagte, er habe sich nicht zu rechtfertigen. Dennoch stellte der Bürgermeister umfassend seine Argumente dar - und stellte gleichzeitig fest, dass er Stadtrat über die Zukunft des Hallenbades zu entscheiden habe.

Am 17. September werde zu diesem Thema eine Sondersitzung in der Aula der Grundschule stattfinden. In der Aula deshalb, weil auch die Bürger zu dieser Sitzung eingeladen seien und dort ihre Ideen und Vorschläge darlegen könnten. Ingenieure und Architekten würden in dieser Sitzung sehr detailliert und sachlich die aktuelle Lage darstellen, wie es um das Hallenbad bestellt sei.

"Das Hallenbad ist eine Energievernichtungsanlage, das Geld wird zum Fenster hinausgeblasen." Das 42 Jahre alte Hallenbad sei das Hauptproblem der Schule. Den Vorwurf Fichtners, dass er sich nicht um das Hallenbad kümmere, wies Stier aufs Schärfste zurück. "Wenn sich einer um das Hallenbad gekümmert hat, dann bin ich es."

Mindestens 2,5 Millionen

Schon vor 20 Jahren hatte das Bad schon saniert werden sollen, doch passiert sei nichts. Eine Generalsanierung des Hallenbades kostet laut Stier - gering geschätzt - mindestens 2,5 Millionen Euro. Dieses Geld habe die Stadt Bärnau nicht, zumal es keinerlei Förderung dafür gebe. Zudem verwies er auf den Schuldenstand der Stadt. Stiers Vorschlag an den Stadtrat sei deshalb, das Hallenbad solange "über Wasser zu halten, so lange es geht". Eine Generalsanierung sei also wohl kaum machbar. "Ich mache ja die Stadt kaputt!" Stier verhehlte nicht, dass vor allem im energetischen Bereich etwas gemacht werden müsse, er denke an eine Wärmerückgewinnungsanlage, die rund 20 000 Euro koste. "Wir wollen das Hallenbad nicht zusperren." Aber eine Generalsanierung komme zu teuer. "Man muss auch Mut zur Lücke haben", sagte er etwas ironisch.

Mittlerweise ist nach den Worten von Stier ein Gutachter beauftragt, der den Grund für das undichte Dach herausfinden soll. Allgemein werde die Photovoltaikanlage auf dem Dach dafür als Ursache gesehen. Die Betreiberfirma lehne jedoch eine Schuld kategorisch ab. Sollte die Photovoltaikanlage der Grund sein, werde es wohl zu einen Prozess kommen. "Denn ich bin dafür verantwortlich, Schaden von der Stadt abzuwenden." Wann das Hallenbad wieder eröffnet werde, könne er nicht sagen. "Das entscheidet der Stadtrat."

In der lebhaften Diskussion wurde klar, dass das Hallenbad unbedingt erhalten werde sollte. "Wir brauchen kein Hallenbad als Ruine", so der Tenor. Auch Bürgermeister Alfred Stier sagte, dass er das Hallenbad erhalten will, aber man brauche einen qualifizierten Weg. Aktuell stehe der Countdown beim Hallenbad zwischen 10 und 0", formulierte Stier es drastisch.
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