Einst Fremde, jetzt Freunde

Katrin Roider, Alfred Wolf und Georg Sollfrank vor dem neuen Info-Zentrum für die Region um Bärnau. Berücksichtigt darin sind sowohl deutsche wie auch tschechische Ausflugsziele. Noch ist die Halle leer. "Am Samstag ist aber alles an Ort und Stelle", versprechen die Architekten und der Vorsitzende von "Via Carolina". Bild: Grüner
Lokales
Bärnau
15.06.2015
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Längst sind die Beziehungen zwischen Bärnau auf deutscher und Tachov auf tschechischer Seite herzlich. Vor 25 Jahren fiel der Eiserne Vorhang zwischen den Gemeinden. Am Wochenende wird dieses Ereignis gebührend gefeiert.

Für das deutsch-tschechische Freundschaftsfest vom 19. bis 21. Juni haben die Verantwortlichen ein opulentes Programm zusammengestellt (Kasten), das am Vorplatz des Geschichtsparks über die Bühne geht. Dabei wird auch das neue Infozentrum eröffnet. Katrin Roider und Georg Sollfrank als Planer sowie Eduard Weiß als Bauleiter hebt der Vorsitzende des Vereins Via Carolina, Alfred Wolf, als die treibenden Kräfte hinter dem Projekt hervor. Wolf schwärmt von "einem touristischen Infozentrum, wie es bisher noch keines mit diesem professionellen Umfang gibt".

Riesiges Potenzial

Ein wirklich grenzüberschreitendes Projekt, dass sowohl den Touristen als auch den Einheimischen anspricht. "Wir haben hier ein riesiges ungenutztes Potenzial, dass es touristisch zu erschließen gilt", weiß Wolf. Auf einer Grundfläche von 13 mal 6 Metern und einer Höhe von 3,50 Meter haben die Bauherren die ehemalige alte Scheune auf dem Parkplatz des Geschichtsparks bemerkenswert aufgehübscht. Ganz edel, mit einer neuen Haut aus Lärchenholz, strahlt sie wie ein Phönix, der aus der Asche aufgestiegen ist.

Ein wahres Schmuckstück mit inneren Werten. 10 mal 2 Meter ist das Banner, das mit einer Landkarte im Anflugmodus aufwartet. Darauf sind diverse Fotos aufgebracht, die gleich die jeweiligen Sehenswürdigkeiten zeigen. Etwa 40 Kilometer hüben und drüben werden dabei berücksichtigt. Da findet sich das Felsenlabyrinth der Luisenburg genauso wieder wie der Fischhofpark in Tirschenreuth oder die Reitschule in Svetce oder kleine Ortschaften, die wie Juwelen in unberührten tschechischen Landschaften glänzen.

Dass so ein Konzept längst überfällig war beweist für Wolf die Tatsache, dass er bei jeder Gemeinde, bei der er nachgefragt hat, mit "offenen Armen" aufgenommen worden ist. Auf zwei 2 mal 1 Meter großen drehbaren Tafeln im Eingangsbereich sind weitere Sehenswürdigkeiten von hüben und drüben mit eindrucksvollen Fotografien dargestellt. "Bärnau wird damit zum touristischen Umschlagplatz der Region", sagt Wolf selbstbewusst. Ein weiteres, kleineres Infozentrum betreibt der Geschichtspark Bärnau/Tachov auf der Silberhütte. Hier kann sich der Reisende vor allem mit Prospektmaterial eindecken.

Bibel für Reisende

Auf tschechischer Seite ist in Zusammenarbeit mit den Freunden in Deutschland ein hervorragendes Nachschlagewerk entstanden. Eine Art "Baedeker" für die Grenzregion. Das DIN-A-5 große Büchlein heißt, "An der Goldenen Straße von A bis Z" und ist in deutscher und tschechischer Sprache abgefasst.

Quasi die Bibel für den Reisenden zwischen beiden Regionen. Darin aufgeführt sind neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten auch alle wichtigen Adressen wie die von Pensionen, Hotels, Ärzten oder Apotheken. Zu jeder Sehenswürdigkeit sind auch die GPS-Koordinaten abgedruckt.

"Es war Gänsehautstimmung pur, als vor 25 Jahren die Grenze fiel", erinnert sich Alfred Wolf. Mit dem Freundschaftsfest will Via Carolina, unterstützt von der Stadt Bärnau, daran erinnern.
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