"Ewig bei der Krone Böhmens"

Auf einem Granitfindling im historischen Lehrpfad an der Naaberstraße ist das 660. Jubiläum der Stadt Bärnau zur Krone Böhmens präsent. Nach dem Archäologen Stefan Wolters hat Brärnau durch seine wichtige Lage der Goldenen Straße nur profitiert. Bild: cr
Lokales
Bärnau
12.11.2014
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"Bernovia servat corone fidem Boemie", lautete der Treueschwur der Bärnauer an die Krone Böhmens bis zur Eingliederung in die Pfalz. Auf den heutigen Tag gesehen wurde diese Tatsache vor genau 660 Jahren, am 12. November 1354, in Breslau aktenkundig.

Einen Großteil seiner Besitzung in der nördlichen Oberpfalz und Mittelfrankens erhielt Karl IV. als "Morgengabe" bei der Hochzeit mit Anna von Pfalz Heidelberg oder durch Kauf von seinem stets in Geldnot befindlichen Schwiegervater Pfalzgraf Rudolf und dessen Nachfolgern Rupprecht des Älteren und Jüngeren. So entwickelte sich mit der Zeit das Gebiet Neuböhmen.

Bärnau am Übergang zu Böhmen gehörte jedoch dem Kloster Waldsassen. Dessen Abt Franz Kübel (1339 - 1350) verkaufte dem Böhmenkönig Bärnau für 500 Prager Groschen. Aus Freude über den Erwerb legte Karl noch 100 Schock Groschen darauf. Der Kauf vollzog sich am 5. Juli 1354. In der Urkunde heißt es ausdrücklich, dass Bärnau "ewig bei der Krone Böhmens bleiben sollte". Das Kloster erhielt den letzten Groschen unter Druck des neuen Abtes Nikolaus jedoch erst vier Jahre später. Urkundlich festgehalten wurde dieser Akt erst am 12. November 1354 in Breslau. Bereits seit 1343 zur Stadt ernannt, erhielt Bärnau zehn Jahre später durch Karl IV. zusätzlich das Tachauer Stadtrecht. Damit verbunden, die erneute Bestätigung, einen freien Wochenmarkt abzuhalten.

Unerhörtes Privileg

Mit dem Kauf von Bärnau versprach Karl, die Stadt auszubauen "zu Gemach und Frieden all jener, die aus und nach Böhmen wandern wollten..." In Auerbach erklärte er bereits im September 1354: "Wenn (in Bärnau) ein angesehener Bürger ohne Erben stirbt, so soll dessen Gut, falls er nicht bei Lebzeiten darüber verfügt hat, nicht an den Böhmenkönig, wie es Recht und Gewohnheit ist, sondern an dessen nächste Freunde in der Stadt fallen". Für damalige Zeiten ein unerhörtes Privileg.

Festgehalten ist dieses Jubiläum auch im neuen historisch geologischen Lehrpfad der Landbrücke des Kaisers aus dem Hause Luxemburg vor dem Geschichtspark in einer der Steingeschichten. Hier zeigt sich auch die Lage der Stadt nach Osten bis Breslau stehen acht Lärchenbaumstelen, nach Westen durch den Hohlweg bis Stadt Luxemburg ebenfalls acht Stelen. Bärnau selbst wird durch einen Granitfindling aus dem Gebiet der Umgehungsstraße mit der 33 Steingeschichte präsentiert.

Ein Weg durchs Reich

Was das Gründungsdatum der Goldenen Straße anbelangt, wird dies im Zusammenhang mit der deutsch-tschechischen Landesausstellung 2016 zum 700. Geburtstag von Karl IV. in drei Jahren gefeiert. 2017 jährt sich das Jubiläum der Goldenen Straße im Rahmen der politischen Landbrücke zum 650. Male. Es war der Neujahrstag des Jahres 1367 als Kaiser Karl IV. in Heidingsfeld bei Würzburg den Weg der Goldenen Straße festlegte. Eindringlich formulierte er dies in Heidingsfeld bei Würzburg in einem Lehensbrief: "Umb das ein jeglich Kunig zu Beheimb und die seinen, von seinen wegen Herberge haben mögen, von Behem zu Franckenfurt an dem Mayn zu reiten, wann es sich gebührt einen Römische Kunig zu kiesen und auch zu reiten dahin zu anderen Churfürsten, ....", wolle er auf dem Weg durchs Reich, künftig sein Haupt in eigenen oder lehenbaren Burgen und Häusern betten". Das war die Geburtsstunde der "Goldenen Straße".

Geleitschutz

Für die Sicherheit der Reisenden auf dem Streckenabschnitt der "Goldenen Straße" beauftragte der Kaiser den Geleitschutz von Kohlberg bis Altenstadt durch seinen Pfleger auf der Burg Parkstein zu übernehmen.Von Altenstadt bis Bärnau war der Burgherr von Störnstein zuständig. Mehr Infos unter www.goldene-strasse.de
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