Filigrane Werke aus Holz

Siegfried Rahner mit zwei seiner vielen Werke, einer Krippe und einem Wikingerschiff, alles in akribischer Handarbeit hergestellt. Er möchte alle, die gerne schnitzen, zu seinem Kurs einladen. Bild: bir
Lokales
Bärnau
20.10.2014
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Schon unzähligen Kindern in Sachsen, Brandenburg, Bayern und den USA hat Siegfried Rahner das Freihandschnitzen und das Bauen mit Holz beigebracht. Jetzt möchte der in Bärnau ansässige Erzgebirger seine Kenntnisse auch an die hiesigen Bürger weitergeben, insbesondere an Senioren.

Siegfried Rahner kann sich gut vorstellen, dass das funktioniert, schließlich ist er selbst schon 72 Jahre alt. Häufig schnitzt und baut er Spielzeug für seine Enkel in Hohenthan, aber auch orientalische, bayerische und erzgebirgische Krippen fertigt er immer wieder mal an. Viele Menschen konnten ihm bei den letzten beiden Mittelaltermärkten bei der Arbeit über die Schulter schauen. Und zwei von ihm hergestellte Holzgespanne zieren das Museum des Bärnauer Geschichtsparks.

Um es Anfängern in dem Kurs, der am 5. November beginnt, möglichst leicht zu machen, hat er jetzt einfache, sieben Zentimeter große Krippenfiguren entworfen. Dazu passend auch Ochsen, Esel und Schafe sowie Kamele und Pferde für die heiligen drei Könige. Rahner ist überzeugt, dass dieser Figurenart für Anfänger und speziell für Senioren besonders gut geeignet sei.

Idealer Werkstoff

Gleich am Anfang will sich Rahner für jeden Kursteilnehmer 15 bis 20 Minuten Zeit nehmen, um ihn beim Schnitzen persönlich anzuleiten und ihm die notwendigen Tricks und Kniffe beizubringen. Er wolle dann solange dabei bleiben, bis er den Eindruck gewinne, dass der Lernende unfallfrei zu einem guten Resultat kommen wird. "Ich glaube, dass das Leben für die Senioren interessanter wird, wenn sie Projekte im Kopf haben und diese auch verwirklichen können." Der Werkstoff Holz sei zum Arbeiten geradezu ideal. "Und wenn sich die Gleichgesinnten untereinander helfen, ist das noch einmal eine Lebensverbesserung."

Aber Siegfried Rahner arbeitet nicht nur mit Holz. Auch Zeichnen und Malen gehören zu seinen Leidenschaften, arbeitete er doch jahrelang als Grafiker und Illustrator für Kirchen in der damaligen DDR. Selbst im Umgang mit Ton ist er nicht unerfahren. "Vielleicht ergeben sich nach dem Schnitzkurs weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Interessierten im Bärnauer Raum", so Rahner.

Jeder, der am Schnitzkurs teilnehmen will, sollte sich vorab schon Gedanken darüber machen, was er am liebsten anfertigen möchte. Dies sollte dann auch beim ersten Treffen geäußert werden. "Vielleicht will jemand keine Krippe schnitzen, sondern lieber Bauarbeiter, einen Bagger oder eine Raupe für seinen Enkel oder eine Puppenstube oder einen Zoo für seine Enkelin." Alles, was sich aus Holz herstellen lasse, sei denkbar.

Messer und Schleifstein

Als Werkzeuge werden nur ein Schnitzmesser und ein Schleifstein benötigt. Anstelle eines Rosenmessers genügt auch ein spitzes Küchenmesser aus gutem Stahl, das dann dementsprechend zurecht gemacht wird. Alles Wichtige für das Freihandschnitzen könne laut Rahner in 20 Minuten erlernt werden. "Die Feinheiten und Routine gewinnt man durch Übung." Mit kleinen Figuren und Tieren sollte man anfangen, später könne man sich an größere Dinge wagen.

Die Teilnehmer treffen sich jeweils mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr im Werkraum der Grundschule Bärnau. Beteiligen können sich Kinder ab sieben Jahren, die schon kräftige Hände haben, Jugendliche, Erwachsene und natürlich Senioren. Anmeldungen nehmen Marion Mark von der Stadt Bärnau unter Telefon 09635/920 315 oder Siegfried Rahner unter Telefon 09635/924 09 50 entgegen.
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