Fortschritte im Spezialanzug

Lokales
Bärnau
10.12.2014
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Die Therapie ist teuer, zeigt aber Wirkung. Aufrecht sitzen oder stehen - für den dreijährigen Hannes kein Wunschtraum mehr. Für weitere Fortschritte legen sich auch die Kunden eines Friseursalons ins Zeug.

Über das Schicksal des kleinen Hannes Schmid aus Tirschenreuth - seine Mutter, geborene Trescher, stammt aus Bärnau - hat "Der neue Tag" im Juli zum ersten Mal berichtet. Während sich seine Zwillingsschwester Emma nach der Geburt normal entwickelte, war Hannes nicht fähig, die ersten Gehversuche zu machen, wie seine Eltern Verena und Martin Schmid feststellen mussten. Seine Muskeln machten einfach nicht mit.

Verschiedene Reha-Maßnahmen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Eine neue Therapie in der Slowakei, in der Reha-Klinik "Adeli Medical Center" in Piestany, weckte Hoffnung. Ein besonders effektives Muskeltraining versprachen spezielle Übungen mit simulierter Schwerelosigkeit in Belastungs- und Entlastungsanzügen. Doch diese Therapie wird im Gegensatz zu Reha-Maßnahmen in Deutschland nicht finanziell gefördert.

Familie Schmid entschloss sich, die Chance zu nutzen und die Kosten privat zu tragen. Drei Wochen sollte die Therapie dauern. "Wir haben natürlich keine Wunder erwartet. Aber wir wollten auch nichts unversucht lassen", sagt die Mutter. Und tatsächlich waren schon nach einer Woche die ersten Erfolge sichtbar.

Hannes machte Super-Fortschritte, wie seine Eltern berichten. Vor allem das Bewegungsmuster veränderte sich positiv. Und nach drei Wochen im August konnte sich Hannes mit ein wenig Unterstützung aufrecht stellen, schon mal einen Schritt zur Seite machen oder aufrecht sitzen. Verbessert hat sich auch sein Gleichgewichtsgefühl. Während dieser drei Wochen mussten die Ärzte und Therapeuten Hannes immer wieder motivieren, alle Anwendungen mitzumachen. Und die Fachkräfte ließen sich dazu ständig etwas Neues einfallen. Denn jeder Tag war mit den verschiedensten Behandlungen ausgefüllt, zum Beispiel mit Magneto-, Sauerstoff-, Manual-, Thermo/Kryokontrast-Therapie oder Ganzkörpermassagen.

Verbessert hat sich so die gesamte Muskulatur des Körpers. Für den dreijährigen Jungen war das natürlich sehr anstrengend. Auch nach der Therapie müssen Übungen täglich zu Hause absolviert werden, damit bestimmte Bewegungen erhalten bleiben.

Nächstes Jahr im Herbst soll eine weitere 14-tägige Therapie in der Slowakei folgen. Aber das ist nicht ganz billig - die Ersparnisse der Familie Schmid sind bald aufgebraucht. Um diese zweite Therapie für Hannes zu unterstützen, stellte Silke Janka-Haubner in ihrem Friseurgeschäft "Haar-Erlebnis" in Bärnau einfach eine Sparbüchse auf. Und wenn sie etwa Kindern die Haare geschnitten hatte, steckte sie den jeweiligen Geldbetrag in die Sparbüchse.

Silke Janka-Haubner: "Auch viele andere Kunden haben sich über die Aktion aufklären lassen und gerne eine kleine Spende gemacht." So sind im Lauf der Zeit 500 Euro zusammengekommen, die jetzt an Verena Schmid überreicht wurden.
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