Für ein umsorgtes Leben daheim

Seniorenbeauftragter Josef Zant, Johannes Prechtl (Projektmanager BRK), Ingrid Leser (Vorsitzende Seniorenbeirat), Karl-Heinz Dommer (Betreuer Marktplatz der Generationen), Uwe Schwarz (Sprecher der Nachbarschaftshilfe) und 2. Bürgermeister Michael Schedl bei der Aktion .... Bild: bir
Lokales
Bärnau
11.05.2015
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Wohnen im Alter - ein Thema, das an Brisanz zunimmt. Die meisten Menschen wollen nicht ins Seniorenheim, sondern so lange es geht selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben. Vielleicht am Marktplatz der Generationen?

Ideen und Konzepte rund um das Wohnen im Alter präsentierte bayernweit die Aktion "Zu Hause daheim. Der Seniorenbeirat hatte dazu in den Gasthof "Kalt'n" eingeladen. Über das seniorenpolitische Gesamtkonzept "Leben plus" gab Projektmanager Johannes Prechtl vom BRK-Kreisverband einen umfassenden Überblick, vor allem zum Thema "Quartiersmanagement", um einen generationenfreundlichen Lebensraum zu schaffen. "Wichtig ist die Lebensqualität vor Ort." Und das reiche von der Kinderbetreuung über Hilfe rund ums Haus bis hin zur Unterstützung bei Alltagsproblemen.

Die Zielsetzung in Bärnau liege auf barrierefreien und bedarfsgerechten Wohnangeboten und Dienstleistungen, um so ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen so lange wie möglich ein umsorgtes Leben zu Hause führen können.

Karl-Heinz Dommer, Betreuer des Projekts "Marktplatz der Generationen", sah Bärnau als Modellprojekt. Wohnungen müssten so gestaltet werden, dass Menschen mit Mobilitäts-, Sinnes- oder Orientierungseinschränkungen diese möglichst lange nutzen können. Marktplatz und die Gehwege sowie öffentliche Einrichtungen sollten möglichst barrierefrei und sicher erreichbar sein. Zusätzlich wären Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten, Sitzbänke und generationenübergreifende Spiel- und Bewegungsplätze anzudenken. Konkrete Ansätze und vielfältige Angebote zum Mitmachen sind in Bärnau durchaus schon vorhanden.

Bürgerschaftlich engagierte Nachbarschaftshilfen könnten wesentlich zum Verbleib von älteren Menschen in der eigenen Häuslichkeit und zum Erhalt von Sozialkontakten beitragen, meinte Uwe Schwarz. Auf zwei Hauptbereiche konzentriere sich zurzeit die Arbeit der Bärnauer Nachbarschaftshilfe (NBH). Ein Hauptthema sei das "Essen auf Rädern". 50 bis 60 Essen werden von den ehrenamtlichen Helfern pro Woche ausgefahren. Sehr gut angenommen würden auch die Ausflüge.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter beraten, betreuen und helfen ihren Mitbürgern zum Beispiel bei Anträgen bei Behörden und Ämtern, machen Krankenbesuche in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Außerdem wird auch telefonische Beratung und kurzfristige Hilfestellung in Notlagen angeboten sowie die regelmäßigen Sprechstunden während der Bürostunden.

Dass die NBH so gut läuft, ist vor allem den zurzeit etwa 20 ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. "Wir brauchen aber künftig noch mehr Mitarbeiter, besonders in der Demenzbetreuung." Da die Anschubfinanzierung ausgelaufen ist, muss sich die NBH selber finanzieren und ist deshalb auf Spenden angewiesen.

Den neuen Seniorenbeirat stellte Ingrid Leser kurz vor. Hierbei handle es sich nicht um ein Konkurrenzunternehmen der Nachbarschaftshilfe, sondern um eine unterstützende Funktion für die Stadt und Voraussetzung zum "Marktplatz der Generationen". Der Seniorenbeirat berate Bürgermeister und Stadtrat sowie Vereine und Organisationen. Er arbeite überparteilich, überkonfessionell und generationsübergreifend.

Der Seniorenbeirat stehe auch den Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung. Es gebe in Bärnau und in den Gemeindeteilen durchaus Einrichtungen und Angebote, ob kultureller, geselliger oder auch sportlicher Art für die älteren Mitbürger. "Wir haben so vieles - nehmt diese Angebote an!" Man sollte auch die "jungen" mit einbinden und somit Neues mit Altem verbinden. Wichtig wäre auch, dass sich die Vereine daran beteiligen.

Gegenseitig helfen

Das Älterwerden werde alle in naher und ferner Zukunft beschäftigen, so 2. Bürgermeister Michael Schedl in seinem Grußwort. Wichtig sei, dass man sich gegenseitig helfe, damit die älteren Leute solange wie möglich in ihrem Zuhause bleiben könnten. Auch die Stadt plane ein Projekt, bei dem großer Wert auf Zusammenleben und Gemeinschaft gelegt werde, wo alt und jung zusammen wohnen und sich so gegenseitig unterstützen können.
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