Gedanken drehen sich im Kreis

Gut 90 Frauen waren der Einladung der Volksbank Nordoberpfalz gefolgt. Sie erhielten ein leckeres Frühstück und interessante Informationen. Bilder: wg (2)
Lokales
Bärnau
20.03.2015
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Zu viel Grübeln ist ein Weg in die Depression. Beim Frauenfrühstück gab es interessante Informationen zum Thema "Raus aus dem Gedankenkarussell".

Als einen vollen Erfolg kann die Volksbank auch ihr 5. Frauenfrühstück bewerten. Rund 90 Teilnehmerinnen kamen zum Info-Vormittag, um sich das reichhaltige Frühstücksbuffet schmecken zu lassen. Zudem bot Referentin Angelika Kasseckert aus Mantel Informationen, warum Frauen zu viel denken und sich selbst blockieren.

Kaffee und Smoothies

Der Saal des Pfarrheims war auch beim 5. Frauenfrühstück bis auf den letzten Platz gefüllt. Volksbank-Zweigstellenleiter Günter Zwerenz freute sich über das große Interesse an der Info-Veranstaltung und durfte am Ende einen großen Blumenstrauß an die Referentin übergeben. Zwerenz stellte heraus, dass der Mensch auch im Mittelpunkt des Handels seiner Bank stehe. Deshalb sei nach Auswertung des "Feedbacks" der letzten Veranstaltung wieder zu einem interessanten Thema im Bereich Gesundheit eingeladen worden. Dank sagte Zwerenz seinen Mitarbeiterinnen, die ein großartiges, österliches Frühstücksbuffet aufgebaut hatten, mit Kaffee Milch, Säften oder Smoothies sowie Gebäck, Obst, Joghurts und Müsli.

Grübeln "managen"

"Grübeln ist weit verbreitet", wusste Referentin Angelika Kasseckert. Sie wollte mit ihrem interessanten und anschaulichen Vortrag verdeutlichen, dass Grübeln nie zu Lösungen führt, sondern die Befindlichkeit nach unten zieht. "Grübeln schadet und ist der Einstieg in eine Depression." Da sie persönlich starke Erfahrungen mit dem Grübeln hat, gab sie Tipps, wie man Grübeln "managen" kann. Die wichtigste Empfehlung: "Das Leben leben und nicht erleiden."

Dazu hatte die Familientherapeutin viele kurze und prägnante Hilfen parat - auch wie man erkennt, wann man grübelt und vor allem, wie man aussteigen kann aus dem Gedankenkarussell. "Sofern die Gedanken zielführend sind, hin zu einer Lösung, ist das kein Grübeln." Das Leben sei sehr fordernd, dadurch entstehen Unsicherheiten, Überforderung, Ängste. "Typisch beim Grübeln ist, dass sich die Gedanken im Kreis drehen." Wichtig sei es zu erkennen, was die Folgen vom Grübeln sind: Werde ich zunehmend passiv und handlungsunfähig? Je passiver man wird, um so mehr grübelt man. Die Spirale geht nach unten und es droht erst eine depressive Verstimmung und später folgt eine wirkliche Depression.

Einen Puffer schaffen

Viele denken, sie halten die Überlastung schon aus, "Augen zu und durch". Doch auf was verzichtet man alles, wenn man Stress hat: Auf das Frühstück, auf die Mittagspause, abends auf das Hobby, auf Freundschaften und Kontakte, auf den Fernsehfilm, den man gerne sehen würde. "Kein Mensch hält es auf Dauer aus, durchzuarbeiten." Man brauche einen Puffer, um sich etwas Schönes zu gönnen. "Grübeln ist Denken mit Hefe-Effekt, es wird immer mehr", wusste die Referentin.

Angelika Kasseckert hatte einen Fragenkatalog mitgebracht, mit dem jeder selbst testen kann, ob er dazu neigt, zu viel zu grübeln. Sie stellte außerdem verschiedene Arten von Grübeln vor, etwa übertreibendes Zieldenken oder chaotisches Grübeln. Weiterere Schwerpunkte waren die Ursachen, was Grübeln begünstigt und ab wann man nicht mehr grübelt, sondern krank davon wird.

Das Leben leben

Bei vor 1915 Geborenen erkrankten laut Studien 20 Prozent an Depressionen, nach 1955 waren es 40 Prozent - Tendenz steigend. Die Ursachen seien unterschiedlich und oft tappen die Betroffenen "im Dunkeln", warum sie grübeln. "Oft ist es hilfreich, sich Hilfe von außen zu holen, und mit fachlicher Unterstützung den Ursachen auf den Grund zu gehen, um den Sinn des Lebens zu ergründen." Das Leben ist lebendig, beweglich - nicht immer leicht - aber dennoch sollte man sein Leben leben. Grübeln ist übrigens keine "Frauendomäne", auch Männer grübeln. Massiv zu beobachten sei dies in Überlastungssituationen, so die Referentin.
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