Gutachten gibt den Weg vor

Lokales
Bärnau
10.10.2015
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An gutem Willen fehlt es dem Stadtrat nicht: Das Hallenbad könnte doch geöffnet werden. Vorausgesetzt, dass eine Baubiologische Untersuchung keine "Gefahr für Leib und Leben" feststellt.

Dabei hat das Thema Hallenbad am Donnerstagabend im Rathaus nicht nur zu zahlreichen interessierten Zuhörer geführt. Bürgermeister Alfred Stier brachte das Thema bereits in seinem Bericht unter und sorgte schon früh für eine recht lebhafte Diskussion. Dabei bestätigte Stier, dass eine baubiologische Untersuchung in Auftrag gegeben wurde. Und diese Ergebnisse müssten abgewartet werden.

Nicht auszuschließen, dass in dem Gebäude aus den 70er Jahren, mit entsprechend alter Technik, sogar gesundheitsschädliche Stoffen in Materialien oder der Raumluft zu finden seien. Inwieweit Desinfektion oder Austausch notwendig und machbar seien, erwartet Stier aus dem Gutachten. Für eine Veränderung der Ausgangsposition hätte allerdings die Schließung des Hallenbades in Tirschenreuth gesorgt. Dort sind Risse an den Zugstangen der Dachkonstruktion festgestellt worden.

Fachpersonal vom Kreis

Stier berichtete von Gesprächen mit dem Landrat, der auch Unterstützung bei einer Lösung des Problems in Bärnau zugesichert hat. So könnte neben finanzieller Hilfe für den Weiterbetrieb auch der Schwimmmeister ausgeliehen werden, um die geforderte Fachaufsicht zu gewährleisten.

Hubert Häring von der Christlichen Freien Wählergemeinschaft und Gottfried Beer von der SPD hielt die Arbeit des Gutachters nicht ab, jetzt schon eine positive Aussage zur Hallenbad-Öffnung zu treffen, eben vorausgesetzt, dass die Untersuchung dies zulässt. Dabei sollte die geforderte Fluchttür durch den Förderverein installiert werden.

Recht markig waren im weiteren Verlauf die verschiedenen Äußerungen. Stier bewertete den Antrag gar als rechtswidrig, Beer unterstellte dem Stadtoberhaupt, sich nie für die Rettung des Hallenbads eingesetzt zu haben, Alfred Wolf (JWG) konstatierte am Ende gar einen "blanken Politzirkus". Und Kurt Fischer (CFWG) erkannte früh, dass dieses Diskussion alles andere als zielführend sei.

Bürgermeister überfordert

Für Bürgermeister Alfred Stier war die Auseinandersetzung wenig erfreulich. "Ich fühle mich überfordert", gestand er ein, auch angesichts der mangelhaften Technik in dem alten Bad. Doch wollte Stier guten Willen zeigen und überraschte mit einem ungewöhnlichen Angebot. Stier übertrug die Lösung des Problem Hallenbad an dem CFWG-Vertreter Hubert Häring. "Wenn du dich befähigt fühlst, dann kann das für die Bürger nur von Vorteil sein", begründete Stier seinen Schritt. Und Häring konnte dem nur zustimmen.

Bei der regulären Behandlung des CFWG/SPD-Antrags folgte dann Runde Zwei der Hallenbad-Diskussion. Die beiden Fraktionen formulierten, dass der Förderverein des Hallenbades die Fluchttür in Eigenleistung einbauen könnte, danach wäre eine Öffnung möglich. Und zusammen mit Stadtrat, Verein und Bauhof sollte ein Plan für die Umsetzung der weiteren Sanierung erstellt werden. "Falls der Gutachter nichts findet", fachte Stier die Diskussion wieder an. Johannes Dill (SPD) sorgte dann für den Zusatz zum Antrag, dass eben dieser Passus aufgenommen werden sollte. "Die Fluchttür ist unser kleinstes Problem", grummelte Roland Heldwein (CSU), der eigentlich nicht vorschnelle Fakten schaffen wollte.

Am Ende stimmte das Gremium aber geschlossen für den erweiterten Antrag. Sollte demnach die Baubiologische Untersuchung keine "Gefahr für Leib und Leben" aufzeigen, könnte das Bad doch geöffnet werden. Notwendige Baumaßnahmen seien in der Folge durchzuführen.

Nächste Sondersitzung

Sicher ist auf jeden Fall schon der Termin für die nächste Hallenbad-Sondersitzung: Am Donnerstag, 22 Oktober um 19.30 Uhr im Rathaus sollen dann auch die Ergebnisse des Gutachters vorliegen.
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