Heftige Debatte über Beitritt zum Förderverein - Diskussion über Kinderhaus-Betreuungszeit ...
Weltkulturerbe "absolut vermessen"

Lokales
Bärnau
12.05.2015
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Eigentlich war die Verlängerung der Nachmittagsbetreuung im Kinderhaus "Unsere kleine Welt" Teil der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates. Mehrheitlich wurde auf Antrag von SPD-Stadtrat Gottfried Beer beschlossen, diesen Punkt in den öffentlichen Teil zu verlegen, was Bürgermeister Alfred Stier jedoch nicht sehr behagte. In der Diskussion wurde klar, dass dies auch mit Personalfragen zu tun hat.

Geld für gutes Personal

Die Öffnungszeiten zu verlängern, werde der Stadt rund 48 000 Euro Mehrkosten abverlangen, meinte der Bürgermeister und verwies darauf, dass der Kindergarten im vergangenen Jahr ein Defizit von 227 000 Euro gemacht habe. Hubert Häring betonte, dass dieses Geld den Kindern zugute komme, denn es werde für gutes Personal ausgegeben: "Wir sollten in diesem Bereich nicht sparen."

Alfred Wolf wiederum betonte, dass im öffentlichen Teil dieser Sitzung nur mit Halbwahrheiten gesprochen werden könne, was vor allem Gottfried Beer und Hubert Häring erzürnte. Bürgermeister Alfred Stier beendete die erhitzte Diskussion, in dem er den Antrag zur Geschäftsordnung stellte, diesen Tagesordnungspunkt wieder in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung zu verlegen. Diesem Ansinnen schloss sich die Mehrheit des Stadtrates an. Gottfried Beers Kommentar dazu: "Jetzt wird's aber lächerlich."

Viel Diskussionsbedarf gab es auch um einen Antrag, dem Förderverein "Weltkulturerbe Klosterlandschaft Waldsassen - Stiftland" beizutreten. Gottfried Beer lehnte dies ab, denn es gehe hier nur um das Kloster und nicht um die Kulturlandschaft. Das Hauptanliegen des Vereins sei zudem, Windräder in der Region zu verhindern. Außerdem sei es absolut vermessen, die Klosterlandschaft zum Weltkulturerbe zu erhöhen. Eine Notwendigkeit, dass die Stadt hier betreten solle, sehe er nicht.

Vier Gegenstimmen

Hubert Häring vertrat die Meinung, dass die Bärnauer Landschaft schöner als die Klosterlandschaft sei. Alfred Wolf meinte hingegen, die Chance, dass die Klosterlandschaft Welt-Kulturerbe der Unesco werden könnte, dürfe man sich nicht entgehen lassen. Es sei die Pflicht der Stadt, diesem Förderverein beizutreten. Ikom-Geschäftsführer Wolfgang Kaiser verwies darauf, dass Bärnau der Sitz dieser neuen Gemeinschaft sei, deshalb sollte man beitreten. "Wenn dieses Ziel erreicht werden sollte, strahlt dies auf das gesamte Stiftland aus", sagte Kaiser. Gottfred Beer erwiderte: "Der Landkreis ist nicht das Gebiet von Waldsassen. Die Ikom ist kein Argument."

Bürgermeister Alfred Stier betonte jedoch, dass man aus Solidarität dem Förderverein beitreten sollte. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 250 Euro jährlich. Letztendlich beschloss der Stadtrat den Beitritt mit 10:4 Stimmen. Die SPD-Räte Gottfried Beer, Gertraud Birkner und Johannes Dill sowie Hubert Häring (CFWG) stimmten dagegen.

Einstimmig fiel hingegen die Zustimmung zum Bauantrag des Vereins "Via Carolina" aus, der eine Fußgängerbrücke zur Verbindung vom historischen Lehrpfad zum Geschichtsparkgelände bauen will. Keine Einwände gab es auch gegen den Neubau einer weiteren Reithalle in Thanhausen, der von Ludwig Fischer gestellt wurde.
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