Herstellungsbeiträge steigen

Lokales
Bärnau
15.11.2014
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Für die Datenautobahn in den Grenzkamm sind jetzt die Ziele fixiert. In sieben Ortsbereiche sollen einmal bis zu 50 Megabits pro Sekunde donnern. Billig wird das freilich nicht. Maximal 950 000 Euro will die Kommune für diese Versorgung ausgeben.

Der Weg ins Internet ist in manche entlegene Ecken des Gemeindegebiets mitunter ein Geduldsspiel. Daran etwas zu ändern, war bislang nicht im wirtschaftlichen Interesse der privaten Versorger. Erst die staatliche Förderung bringt Schwung in die Thematik. So konnte Harald Mild von der "Breitbandberatung Bayern" bei der Stadtratssitzung seine Bestandsanalyse sowie die Planungen vorstellen.

Mindestens 32 Mbit

Während etwa in Bärnau und Thanhausen ordentliche Angebote (bis zu 100 Mbit pro Sekunde) vorliegen bleiben große Teile des Gemeindegebiets hier weit zurück. Durch die Breitbandförderung soll durch staatliche Unterstützung eine Versorgung mit 32 bis hoch zu 50 Mbit/s erreicht werden. Dazu wurden in der Gemeinde sieben Erschließungsbereiche in Tännersreuth, Ellenfeld, Hermannsreuth, Altglashütte, Hohenthan, Ödwaldhausen/Iglersreuth sowie Naab mit Teilen des Bärnauer Gewerbegebiets festgelegt .

Auch Hermannsreuth-Dorf

Nach den Erläuterungen Milds sollte eine Verbesserung durch die Anbindung der Kabelverzweiger mit Glasfasertechnik erfolgen. In verschiedenen Bereichen könnten die Glasfaserleitungen (Naab sowie Iglersreuth/Ödwaldhausen) auch direkt an die Häuser verlegt werden. Ursprünglich sahen die Pläne die Einbeziehung von Hermannsreuth-Dorf nicht vor. Hier wäre der Bau und Betrieb eines weiteren Kabelverzweigers notwendig. Doch der Stadtrat sprach sich dafür aus, auch diesen Bereich mit in das Erschließungsgebiet aufzunehmen.

Bei den Kosten erläuterte Mild, dass sich bei einer Förderung der Zuschuss auf die "wirtschaftliche Deckungslücke" beschränke. Maximal werde ein Betrag von 950 000 Euro mit bis zu 80 Prozent unterstützt. Der Stadtrat legte deshalb diese Summe als Obergrenze fest. Zudem sprach sich das Gremium für die "interkommunale Zusammenarbeit" mit der Gemeinde Mähring aus. Dadurch könnte es weitere 50 000 Euro geben. Wie die Zahlen aussehen, wird jedoch erst die Ausschreibung zeigen. Einstimmig billigte das Gremium die Planung und Ausschreibung. Ergebnisse könnten dann im Februar kommenden Jahres vorliegen.

Beitrag steht fest

Bei den Herstellungsbeiträgen für die Wasserversorgungseinrichtung hat der Stadtrat am Donnerstag einstimmig die entsprechende Satzung erlassen. Darin enthalten sind natürlich auch die Beitragssätze. Als letzte Maßnahme sind hier der Bau des Hochbehälters Altglashütte sowie der Verbundleitung Silberhütte eingerechnet. Für die Anlage sind rund 586 000 Euro an Kosten aufgelaufen, eingeplant war eine Summe von rund 575 000 Euro. Allein für diese Verbesserung entstand eine Beitragsbelastung von 17 Cent pro Quadratmeter Grundstückfläche und 74 Cent je Quadratmeter Geschossfläche. Als Vorauszahlung seien hier bereits 80 Prozent erhoben wurden, allerdings mit 16 und 73 Cent. Einfließen wird diese Summe in die gesamten Herstellungsbeiträge, mit denen alle Maßnahmen der zurückliegenden Jahre abgerechnet werden. Hier finden sich unter anderem auch die neuen Wasserleitungen, die durch den Bau der Umgehungsstraße notwendig waren. Bisher lag der Beitragssatz bei der Grundstücksfläche bei 83 Cent/qm und bei der Geschossfläche auf 3,75 Euro/qm. Nach den Maßnahmen, darunter auch der Hochbehälter und die Verbundleitung, steigen diese Sätze auf 1,07 (Grundstücksfläche) und 4,62 (Geschossfläche) Euro je Quadratmeter.

Solidargemeinschaft

Die doch deutliche Erhöhung bei den endgültigen Herstellungsbeiträgen (1,07/4,62) löste gerade bei SPD und Christlich Freier Wählergemeinschaft wenig Begeisterung aus. "Da können bis zu 700 Euro auf eine Familie zukommen", errechnete Gottfried Beer (SPD). Doch wollte das Gremium auch den Wert der Solidargemeinschaft nicht in Frage stellen. Skeptisch blickt Rudolf Schmid (CFWG) in die Zukunft. Es gebe immer weniger Leute, auf die bei künftigen Maßnahmen immer höhere Kosten zukämen, befürchtete Schmid. Der Satzung stimmte das Gremium einstimmig zu.
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