Hilfreiche Nachbarn

Die Anschaffung der neuen Warmhaltebehälter wurde auch von der Stadt Bärnau unterstützt. Im Bild (von links): BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl, Wolfgang und Inge Kellner, die maßgeblich an dieser Anschaffung mitwirkten, Josef Zant von der Nachbarschaftshilfe, Bürgermeister Alfred Stier und Franz Fichtner von der Stadtkapelle Bärnau, der damalige Vorstand der Stadtkapelle. Bild: bir
Lokales
Bärnau
21.01.2015
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Für eine lebenswerte Zukunft vertrauen die Menschen nicht allein auf den Staat. Sie nehmen selber die Zügel in die Hand. Wie etwa bei der Nachbarschaftshilfe.

Gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz hatte die Stadt Bärnau vor zwei Jahren rechtzeitig die Weichen für eine lebenswerte Zukunft in der Großgemeinde gestellt. Die "Nachbarschaftshilfe Bärnau" wurde gegründet. Denn die dramatischen demografischen Veränderungen erfordern einen gewissen Handlungsbedarf. Nicht immer sind aber die nächsten Angehörigen in der Lage, die notwendige Unterstützung zu leisten.

Viele engagierte Bürger

Sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen, ist eine der Aufgaben der "Nachbarschaftshilfe Bärnau". Viele engagierte Bürger hatten sich damals bereiterklärt, ehrenamtlich in diesem Arbeitskreis mitzuwirken. Und es sind inzwischen immer mehr hinzugekommen, die auf den verschiedensten Gebieten in der NBH Bärnau mitarbeiten. Unterstützt wird die Nachbarschaftshilfe auch vom BRK. Kreisgeschäftsführer Holger Schedl ist einer, der Rat und Wissen beisteuert. Denn die NBH Bärnau steht ja bekanntlich unter der Trägerschaft des Roten Kreuzes - Abteilung Wohlfahrtspflege und Sozialarbeit.

Auf der Jahreshauptversammlung am Freitag in der Pizzeria Roma konnten Michaela Heldwein-Keim und Maria Gleißner eine positive Bilanz für 2014 vorlegen. Vielfältig waren die Hilfestellungen, ob beim Einkaufen, bei Besuchen von Angehörigen im Heim oder im Krankenhaus, bei Behördengängen oder bei der Begleitung zum Arzt und zu Organisationen. Kinderbetreuung, Vermittlung von Hausnotrufen und ambulantem Dienst, Besuche in Altenheimen, Ausfüllen von Formularen und andere Schreibarbeiten und noch vieles mehr gehörten ebenso zu den vielfältigen Dienstleistungen der Nachbarschaftshilfe.

2600 Essen

Hauptthema im vergangenen Jahr war dabei wiederum "Das Essen auf Rädern". 2013 waren es noch 1250 Essen, dieses Jahr schon 2600 Essen, die ausgefahren werden mussten. Da die bisherigen alten Warmhaltebehälter ihren Zweck nicht mehr erfüllten, mussten neue Behälter angeschafft werden. Mit 50 neuen Behältersets kann nun ein qualitativ hochwertiges, vor allem warmes Essen an die Abnehmer geliefert werden. Insgesamt 5000 Euro schlugen für diese Anschaffung zu Buche. Dank großzügiger Spenden konnte diese äußerst nützliche Anschaffung finanziert und somit realisiert werden. Denn die Anschubförderung durch das Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen ist zu Ende, das Projekt muss nun selbst finanziell von der NBH getragen werden. Deshalb bedankte sich Michaela Heldwein-Keim im Namen der NBH für alle großen, insbesondere auch für die vielen kleinen Spenden und Zuwendungen: "Unsere Arbeit wird immer wieder von vielen unsichtbaren Förderern unterstützt."

Ausflüge und Vorträge

Sehr gut angenommen wurden auch die vier Ausflüge. So besuchte man die Käserei Lang, das Heimatmuseum Tachov, den Klostergarten Waldsassen und das Porzellanmuseum in Mitterteich. Hilfreich waren auch verschiedene Vorträge wie etwa über das Testament- und Erbrecht von Hubert Häring oder auch "Pflegefall, was nun?" abgehalten von der Pflegekasse AOK.

Asylbewerber gut integriert

Auch die acht Asylbewerber, berichtete anschließend Inge Kellner, die sich vorrangig mit ihrem Mann Wolfgang um die Flüchtlinge kümmert, fühlen sich sehr wohl in Bärnau. "Es ist sehr erfreulich, dass es in Bärnau keine Ressentiments gegen die Asylbewerber gibt." Auch die Vereine und viele Privatpersonen hätten sich sofort bereiterklärt, mit verschiedenen Angeboten, sportlicher oder kultureller Art, behilflich zu sein.

Die Asylbewerber seien inzwischen bereits in verschiedenen Vereinen wie etwa dem Schützenverein, den Bogenschützen oder dem Fußballverein, integriert. Eine Herausforderung für die ehrenamtlichen Helfer war anfangs der Deutschunterricht, aufgrund des unterschiedlichen Bildungsniveaus und der Sprachschwierigkeiten. Ab 9. Februar bietet nun das Sozialamt über die Volkshochschule einen dreimonatigen Deutschkurs für die Flüchtlinge an.

Bürgermeister Alfred Stier betonte, dass die Gründung der NBH Bärnau vor zwei Jahren eine der wichtigsten Entscheidungen war. Er hoffe, dass die Gemeinschaft weiterhin wachse und dass die Stadt auch in Zukunft diese soziale Einrichtung unterstützen werde.
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