Hummus nichts für den Garten

"Liebe geht durch den Magen", heißt es. Und dass Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhält. Das ist ja nichts das Schlechteste, wenn sich unterschiedliche Kulturen finden müssen. "Kochen verbindet", sagten jedenfalls die syrischen Flüchtlinge in Bärnau und luden die Bewohner zu einem gemeinsamen Essen ein. Abdulah, Souher, Moaaz, Aarf, Yazan und Renas umsorgten die Gäste im Pfarrheim mit leckeren arabischen Gerichten. Und allen schmeckte es Bild: bir
Lokales
Bärnau
09.11.2015
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Ein Petersiliensalat oder Püree aus Kichererbsen und Sesamkörnern steht nicht auf der klassischen Oberpfälzer Speisekarte. Die neuen Mitbürger in der Knopfstadt erweitern mit ihrer typischen Küche auch den kulinarischen Horizont.

Weltweit sind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg oder der Barbarei des sogenannten "Islamischen Staates". Die gefährliche Reise endete für einige in der Knopfstadt Bärnau und damit in Sicherheit und Frieden. Etwa 30 Asylbewerber warten in Bärnau darauf, dass sie ihren Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Zirndorf stellen können oder auf den Bescheid des Bundesamtes. Die meisten davon stammen aus dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Syrien. Neben der Betreuung in den Unterkünften wird den Flüchtlingen weitere Unterstützung angeboten, etwa bei Behördengängen. Die Integration erleichtern soll die Aktion "Kochen verbindet". Schon seit längerer Zeit wollten sich die Asylanten einmal für die freundliche Aufnahme bedanken. Deshalb luden sie am Samstag ins Pfarrheim ein, um für die Bürger zu kochen. Schon am Eingang empfing die Besucher ein Duft von aromatischen Gewürzen, der aus der kleinen Küche kam.

Dort wurden den Gästen typische Gerichte aus der syrischen und arabischen Küche angeboten. Gerade die syrische Küche ist vielfältig, raffiniert und pikant und gilt für viele als die beste Küche im Vorderen Orient. Aber welche Gerichte es gibt, wissen nur wenige in Deutschland. Wie etwa Tabouleh, ein Petersiliensalat und das Nationalgericht schlechthin. Tabouleh eignet sich gut als Vorspeise und hervorragend als Beilage zu Grillgerichten. Sehr lecker auch Syrischer Reis mit Hähnchen, Nüssen und Rosinen, der immer wieder frisch zubereitet angeboten wurde. Oder Hummus bi Tahina, ein Püree aus Kichererbsen, Zitrone, Knoblauch, Tahina (eine Paste aus fein gemahlenen Sesamkörnern), Olivenöl, Pfeffer und Salz, das man mit Fladenbrot isst, oder als Dip zu Fleisch und Gemüse reicht. Und als Nachspeise gab es leckeren süßen Milchreis.

Auch aus Griesbach waren 15 Asylbewerber, überwiegend Frauen mit ihren Kindern gekommen. An diesem Nachmittag wurde eine Brücke zwischen den Asylbewerbern und den Bewohnern von Bärnau gebaut und der Grundstein für weitere Begegnungen gelegt. Denn Miteinander heißt nicht nur, sich auf Augenhöhe zu begegnen, sondern auch, dass man sich mit den Menschen auseinandersetzt und von ihren Erfahrungen lernt.
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